{"id":78186,"date":"2026-04-01T14:23:07","date_gmt":"2026-04-01T14:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/78186\/"},"modified":"2026-04-01T14:23:07","modified_gmt":"2026-04-01T14:23:07","slug":"krebs-koerpereigenes-bakterium-kann-magenkrebs-ausloesen-forscher-finden-effizienten-wirkstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/78186\/","title":{"rendered":"Krebs: K\u00f6rpereigenes Bakterium kann Magenkrebs ausl\u00f6sen \u2013\u00a0Forscher finden effizienten Wirkstoff"},"content":{"rendered":"<p>Viele Menschen tragen ein Bakterium in sich, das Magenkrebs ausl\u00f6sen kann. Forscher haben nun eine neue Behandlung entwickelt, die deutlich st\u00e4rker wirkt als bisherige Mittel \u2013 und noch einen weiteren Vorteil bietet.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">In Deutschland erkranken j\u00e4hrlich rund 16.000 Menschen an Magenkrebs. Eine h\u00e4ufige Ursache ist eine Infektion mit dem weit verbreiteten Bakterium Helicobacter pylori. Forscher haben jetzt einen Ansatz entwickelt, um den Erreger deutlich effektiver zu bek\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Rund 43 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung tragen das Bakterium Helicobacter pylori in sich. Es kann Entz\u00fcndungen der Magenschleimhaut ausl\u00f6sen, Magengeschw\u00fcre verursachen und gilt als wichtiger Risikofaktor f\u00fcr Magenkrebs. \u00dcblicherweise wird die Infektion mit einer Kombination mehrerer Medikamente behandelt, darunter das Antibiotikum Metronidazol. Doch durch zunehmende Resistenzen wird die Therapie schwieriger. <\/p>\n<p>Forscher der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen konnten die Wirksamkeit dieses Antibiotikums jetzt deutlich steigern. \u201eAuf Basis unserer neuen Grundlagenerkenntnisse entwickelten wir chemisch leicht ver\u00e4nderte Varianten von Metronidazol, sogenannte Ether-Derivate. Diese molekulare Optimierung f\u00fchrt dazu, dass der Wirkstoff sich besser und stabiler an die Zielproteine anheften kann\u201c, werden Michaela Fiedler und Marianne Pandler, Erstautorinnen der Studie, in einer Mitteilung zitiert.  <\/p>\n<p>In Labor- und Tierversuchen wirkten die neuen Verbindungen bis zu 60-mal st\u00e4rker gegen das krebsf\u00f6rdernde Bakterium. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41564-026-02291-w\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41564-026-02291-w&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eNature Microbiology\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p>Antibiotika wie Metronidazol wirken unter anderem, indem sie sogenannten oxidativen Stress im Bakterium ausl\u00f6sen \u2013 also chemische Prozesse, die Zellbestandteile sch\u00e4digen. Wie genau das Medikament dabei in der Zelle wirkt, war bislang jedoch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. <\/p>\n<p>Die Forscher konnten zeigen, dass Metronidazol nicht nur Stress erzeugt, sondern auch zentrale Schutzmechanismen des Bakteriums angreift. Im Fokus stehen dabei zwei Proteine: eines, das besch\u00e4digte Eiwei\u00dfe repariert und ein weiteres, das sch\u00e4dliche Sauerstoffverbindungen neutralisiert. <\/p>\n<p>Die neuen Verbindungen zeigten in den Untersuchungen nicht nur eine deutlich h\u00f6here Wirksamkeit gegen das Bakterium, sondern auch Aktivit\u00e4t gegen resistente Bakterienst\u00e4mme. Gleichzeitig fanden die Forscher keine Hinweise auf eine erh\u00f6hte Giftigkeit f\u00fcr menschliche Zellen. Auch im Mausmodell erwiesen sich die Substanzen als vielversprechend: Die Infektion lie\u00df sich bereits mit deutlich geringerer Dosierung als bei der bisherigen Standardtherapie vollst\u00e4ndig beseitigen. <\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil: Das Darmmikrobiom der Tiere wurde durch die neuen Wirkstoffe weniger stark beeintr\u00e4chtigt als durch herk\u00f6mmliche Behandlungen. Das k\u00f6nnte langfristig relevant sein, da Antibiotika oft auch n\u00fctzliche Bakterien sch\u00e4digen. <\/p>\n<p>Trotz der vielversprechenden Ergebnisse betonen die Forscher, dass es sich bislang um pr\u00e4klinische Daten handelt. Ob die neuen Wirkstoffe auch beim Menschen sicher und wirksam sind, m\u00fcssen erst klinische Studien zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Menschen tragen ein Bakterium in sich, das Magenkrebs ausl\u00f6sen kann. 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