{"id":78316,"date":"2026-04-01T15:43:11","date_gmt":"2026-04-01T15:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/78316\/"},"modified":"2026-04-01T15:43:11","modified_gmt":"2026-04-01T15:43:11","slug":"bleiben-flugzeuge-bald-am-boden-und-was-heisst-das-fuer-die-kunden-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/78316\/","title":{"rendered":"Bleiben Flugzeuge bald am Boden \u2013 und was hei\u00dft das f\u00fcr die Kunden? \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Rund 600 Flugzeuge aus aller Welt landen t\u00e4glich am Frankfurter Flughafen. Ein Gro\u00dfteil davon entf\u00e4llt auf die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/lufthansa\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lufthansa<\/a>-Gruppe, f\u00fcr die Frankfurt das wichtigste Drehkreuz ist. K\u00fcnftig k\u00f6nnten es jedoch weniger werden. In der Konzernzentrale wird dar\u00fcber nachgedacht, Teile der Flotte vor\u00fcbergehend stillzulegen, da die Kerosinpreise aufgrund des Iran-Kriegs drastisch angestiegen sind. Die Rede ist von Szenarien mit 20 bis 40 Flugzeugen, die am Boden bleiben k\u00f6nnten. Diese Linie gab Lufthansa-Chef <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/carsten-spohr\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Carsten Spohr<\/a> bei einer internen Mitarbeiterveranstaltung diese Woche vor.<\/p>\n<p>Offiziell will sich der Konzern auf Anfrage der \u201ePresse\u201c dazu nicht \u00e4u\u00dfern. Die Informationen stammen aus internen Kreisen. Auf Anfrage verweist die Lufthansa-Gruppe lediglich darauf, laufende Planungen grunds\u00e4tzlich nicht zu kommentieren. Insidern zufolge ist jedoch klar: Spohr hat den Auftrag erteilt, Notfallpl\u00e4ne zu erarbeiten \u2013 inklusive konkreter Stilllegungsszenarien. Betroffen w\u00e4ren vor allem \u00e4ltere Maschinen, die viel Treibstoff verbrauchen. <\/p>\n<p>Weniger Flugzeuge h\u00e4tten zwangsl\u00e4ufig auch Auswirkungen auf das Streckennetz: Der Flugplan d\u00fcrfte ausged\u00fcnnt werden. Welche Verbindungen von \u00d6sterreich aus konkret betroffen sein k\u00f6nnten, l\u00e4sst Austrian Airlines derzeit offen. Eine Sprecherin verweist auf Anfrage darauf, dass entsprechende Entscheidungen noch nicht getroffen seien. Im Fokus stehen aber wohl vor allem Europastrecken mit geringer Profitabilit\u00e4t. Gleichzeitig bereitet der Konzern seine Belegschaft bereits vorsorglich auf m\u00f6gliche Kurzarbeit vor.<\/p>\n<p>Dem Weltluftfahrtverband <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/iata\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IATA<\/a> zufolge stammen rund 25 bis 30 Prozent des europ\u00e4ischen Kerosinbedarfs aus dem Persischen Golf. Aktuell kostet Kerosin etwa 195 US-Dollar pro Barrel \u2013 mehr als doppelt so viel wie in normalen Marktphasen. Historisch bewegt sich der Preis meist in einer Bandbreite von 80 bis 120 Dollar. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern; der Kerosinpreis ist eng an die Entwicklung des Roh\u00f6lpreises gekoppelt.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische und asiatische Airlines setzen beim Kerosinkauf \u00fcblicherweise auf sogenanntes Hedging. Das bedeutet, dass sie sich fixe Treibstoffmengen im Voraus zu fixen Preisen sichern und sich so gegen kurzfristige Preisspr\u00fcnge sch\u00fctzen. Die Lufthansa z\u00e4hlt zu jenen Fluggesellschaften, die sich besonders umfassend gegen Schwankungen auf dem Energiemarkt absichern. Rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs f\u00fcr 2026 sind abgesichert, f\u00fcr 2027 liegt die Quote bei etwa 40 Prozent.<\/p>\n<p>Lufthansa ist nicht die erste Airline, die \u00fcber eine Ausd\u00fcnnung ihres Flugplans nachdenkt. Andere Fluggesellschaften \u2013 insbesondere jene, die st\u00e4rker von den aktuellen variablen Energiepreisen am Spotmarkt abh\u00e4ngig sind und geringere Absicherungen haben \u2013, reagieren bereits konkreter. So strich die skandinavische Fluggesellschaft <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/sas\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Scandinavian Airlines<\/a> (SAS) allein f\u00fcr den Monat April 1000 Fl\u00fcge. Auch <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/united\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">United Airlines<\/a> hat K\u00fcrzungen angek\u00fcndigt. Zusammen mit bereits ausgesetzten Verbindungen in den Nahen Osten summieren sich die Absagen dort auf rund drei Prozent des Angebots. Laut United-Chef Scott Kirby w\u00fcrde das aktuelle Preisniveau bei Kerosin f\u00fcr die Airline Mehrkosten in H\u00f6he von rund elf Milliarden Euro verursachen. US-Airlines setzen grunds\u00e4tzlich weniger auf Hedging. <\/p>\n<p>Doch k\u00f6nnen Fluggesellschaften ihre Flugpl\u00e4ne einfach beliebig ausd\u00fcnnen? Ganz so einfach ist es nicht. In der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Union<\/a> gelten klare Vorgaben, die f\u00fcr fairen Wettbewerb sorgen sollen. Dabei geht es um die \u201eUse-it-or-lose-it\u201c-Regel: Airlines m\u00fcssen mindestens 80 Prozent ihrer zugewiesenen Start- und Landerechte nutzen, um diese Slots auch in der n\u00e4chsten Flugplanperiode zu behalten. Vor diesem Hintergrund sind Flugstreichungen f\u00fcr viele Airlines ein Balance-Akt. Einerseits gilt es, Kosten zu senken. Andererseits d\u00fcrfen wertvolle Slots nicht verloren gehen. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlichen Druck baut die unsichere Versorgungslage auf. Michael O\u2019Leary, Chef von Ryanair, warnte am Mittwoch vor m\u00f6glichen St\u00f6rungen bei der Kerosinversorgung in Europa ab Mai, sollte der Konflikt weiter andauern. Die irische Fluggesellschaft, die nach Passagierzahlen gr\u00f6\u00dfte in Europa, habe zwar noch keine Fl\u00fcge gestrichen, da die Versorgung derzeit gesichert sei. Es bestehe jedoch das Risiko \u201edeutlich h\u00f6herer\u201c Ticketpreise im April, Mai und Juni.<\/p>\n<p>Die IATA warnte bereits, dass Flugtickets im Schnitt um rund neun Prozent teurer werden k\u00f6nnten, sollte der Iran-Krieg weiter anhalten. Ein Grund daf\u00fcr sind einerseits l\u00e4ngere Flugrouten: Da der Luftraum \u00fcber der Golfregion in der Regel gemieden wird, verl\u00e4ngern sich Flugzeiten und damit auch der Treibstoffverbrauch. So dauerte etwa die Strecke Wien \u2013 Malediven zuletzt fast 30 Minuten l\u00e4nger, so eine Sprecherin von Austrian Airlines zur \u201ePresse\u201c.  Diese Verbindung gibt es aber ohnehin nur im Winterflugplan. <\/p>\n<p>Dazu kommen aber noch sogenannte Treibstoffzuschl\u00e4ge. Bei der Lufthansa werden diese \u201eInternational Surcharge\u201c genannt und auf den regul\u00e4ren Ticketpreis aufgeschlagen. Es handelt sich dabei um eine variable Preiskomponente, deren H\u00f6he jede Airline selbst festlegt. Entsprechend komplex ist das System: Die Zuschl\u00e4ge unterscheiden sich je nach Strecke, Reiseklasse und teils sogar nach Flugrichtung. F\u00fcr Kunden sind die Zuschl\u00e4ge nicht ganz transparent und auf der Buchungsbest\u00e4tigung meist unter YQ oder YR (Carrier Imposed Surcharge) zu finden. <\/p>\n<p>Zuletzt gaben mehrere Fluglinien offiziell bekannt, diese Zuschl\u00e4ge zu erh\u00f6hen. Die People\u2019s Air Group in Altenrhein erh\u00f6hte per 30. M\u00e4rz den Zuschlag f\u00fcr Fl\u00fcge um elf Schweizer Franken bzw. Euro (hier gilt ein Einheitspreis) pro Fluggast und Strecke. Auch <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/air-france\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kerosinpreise:=\"\" bleiben=\"\" flugzeuge=\"\" bald=\"\" am=\"\" boden=\"\" und=\"\" was=\"\" hei=\"\" das=\"\" f=\"\" die=\"\" kunden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Air France<\/a> und KLM verlangen mittels Treibstoffzuschl\u00e4gen nun 50 Euro mehr f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfl\u00fcge in der Economy Class. In der Branche haben speziell die Lufthansa-Gruppe und British Airways den Ruf, hohe Zuschl\u00e4ge zu verlangen. Wer mit Lufthansa beispielsweise von M\u00fcnchen nach Denver fliegt, zahlt \u00fcber 600 Euro an Steuern und Geb\u00fchren. Davon entfallen 460 Euro auf Airline-Zuschl\u00e4ge, so das Fachportal \u201eMeilenoptimieren\u201c. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rund 600 Flugzeuge aus aller Welt landen t\u00e4glich am Frankfurter Flughafen. 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