{"id":79276,"date":"2026-04-02T03:23:10","date_gmt":"2026-04-02T03:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79276\/"},"modified":"2026-04-02T03:23:10","modified_gmt":"2026-04-02T03:23:10","slug":"die-front-gegen-europa-formiert-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79276\/","title":{"rendered":"Die Front gegen Europa formiert sich"},"content":{"rendered":"<p><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/audio-volume.6689034c.svg\" alt=\"\" title=\"\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none group-hover:brightness-0 group-hover:invert\" decoding=\"async\"\/>Vorlesen<\/p>\n<p>Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00<\/p>\n<p>1x<\/p>\n<p class=\"text-center\">Jetzt neu bei t-online:<\/p>\n<p class=\"text-center\">Schriftgr\u00f6\u00dfe anpassen!<\/p>\n<p><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/font-sizes.32942e33.svg\" alt=\"\" title=\"\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none group-hover:hidden group-aria-expanded:hidden\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/font-sizes-dark-mode.e382645c.svg\" alt=\"\" title=\"\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none hidden group-hover:block group-aria-expanded:block\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/sharing-menu-icon.1eb71368.svg\" alt=\"\" title=\"\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none group-hover:brightness-0 group-hover:invert\" decoding=\"async\"\/>Artikel teilen<\/p>\n<p class=\"font-bold text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Meetings geh\u00f6ren zum Alltag von EU-Politikern. Man trifft sich in trauter Runde, tauscht Fakten, Ansichten und Pl\u00e4ne aus und sucht nach Wegen, die Union durch den globalen Krisensturm zu man\u00f6vrieren. Man kennt sich: Der Emmanuel und der Friedrich, die Giorgia und die Ursula und all die anderen Regierungschefs und Minister. Die meisten vertrauen einander.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Die meisten, aber nicht alle. Stellen Sie sich vor, der m\u00e4chtigste Feind Europas h\u00e4tte sein Ohr in Br\u00fcssel immer am Tisch. Nicht nur Informationen fl\u00f6ssen wie aus einem l\u00f6chrigen Eimer ab. Derselbe Spitzel, der den sensiblen Gespr\u00e4chen lauscht und sie br\u00fchwarm weitergibt, w\u00fcrde geschickt bei den internen Debatten mitmischen und diesen eine Richtung geben, die der EU schadet und dem Gegner in die H\u00e4nde spielt. In der Privatwirtschaft h\u00e4tte ein solcher Maulwurf mit K\u00fcndigung und Gerichtsprozess zu rechnen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">In der EU hingegen, wo genau das geschehen ist, passiert: nichts. Dabei sind die Fakten schwarz auf wei\u00df nachzulesen. Der ungarische Au\u00dfenminister P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3 und sein Dienstherr Viktor Orb\u00e1n haben sich in den Dienst des Kremls gestellt. <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" data-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;category&quot;:&quot;intextLink&quot;,&quot;label&quot;:&quot;\/nachrichten\/ausland\/internationale-politik\/id_101180658\/orbans-minister-szijjarto-soll-eu-geheimnisse-an-putin-verraten-haben.html&quot;}\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/internationale-politik\/id_101180658\/orbans-minister-szijjarto-soll-eu-geheimnisse-an-putin-verraten-haben.html\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sie agieren in Br\u00fcssel als Putins f\u00fcnfte Kolonne, wie Investigativjournalisten herausgefunden haben<\/a>. Szijj\u00e1rt\u00f3 soll bei EU-Treffen w\u00e4hrend der Pausen regelm\u00e4\u00dfig mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow telefoniert haben. &#8222;Im Grunde sa\u00df Moskau bei jedem EU-Treffen mit am Tisch&#8220;, sagen Br\u00fcsseler Beamte.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Von Orb\u00e1ns Schreibtisch in Budapest aus betrachtet steht der Feind tief im Westen: Die EU hat Milliarden nach Ungarn transferiert, doch Br\u00fcssel streut seinen autorit\u00e4ren Ambitionen Sand ins Getriebe. EU-Geld liegt auf Eis, Freigaben erfolgen h\u00e4ppchenweise. Orb\u00e1n revanchiert sich mit Verhinderung, Blockade, Verw\u00e4sserung und Veto. Seine Beziehungen zu Moskau sind dagegen gl\u00e4nzend. Russisches \u00d6l und Gas zum Freundschaftspreis sorgt daf\u00fcr, dass nicht nur der Rubel rollt, sondern auch der Forint \u2013 in die Netzwerke rund um den Premier n\u00e4mlich.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Dass man Orb\u00e1n und seiner Entourage nicht trauen kann, war in Br\u00fcssel auch vor dem j\u00fcngsten Skandal ein offenes Geheimnis. Dennoch \u00fcberrascht das Ausma\u00df der Subversion selbst hartgesottene Diplomaten. Die europ\u00e4ische Antwort darauf lautet: Durcheinander. Politische Untergruppen wie die E3, das Weimarer Dreieck, Weimar Plus, E4 und andere Allianzen verhandeln sensible Fragen lieber ohne die Herrschaften aus Ungarn. Die Gremienhuberei hat Methode. Es hat sich als gute Idee erwiesen, sensible Themen erst zu besprechen, nachdem die T\u00fcr hinter der ungarischen Delegation ins Schloss gefallen ist. Denn Herr Szijj\u00e1rt\u00f3 hat Inhalte von Br\u00fcsseler Gespr\u00e4chen nahezu in Echtzeit nach Moskau vermeldet.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Doch die Bet\u00e4tigung als Horchposten des Kremls hat ihn nicht ausgelastet. <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" data-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;category&quot;:&quot;intextLink&quot;,&quot;label&quot;:&quot;\/nachrichten\/ausland\/eu\/id_101194894\/ungarn-tonaufnahmen-belasten-ungarns-aussenminister-peter-szijjarto.html&quot;}\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/eu\/id_101194894\/ungarn-tonaufnahmen-belasten-ungarns-aussenminister-peter-szijjarto.html\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eine gemeinsame Recherche osteurop\u00e4ischer Medien zeigt Szijj\u00e1rt\u00f3 nicht nur als stillen Lauscher, sondern auch als aktiven Handlanger russischer Interessen in den EU-Gremien<\/a>. In lockerer Atmosph\u00e4re h\u00f6rt man ihn mit Lawrow dar\u00fcber parlieren, wie er f\u00fcr einen Oligarchen mit besonderer N\u00e4he zu Putin l\u00e4stige Sanktionen gegen dessen Schwester aus dem Weg r\u00e4umen will. Sanktionen zu verhindern, wo immer das m\u00f6glich war, stand hoch oben auf Moskaus Wunschliste \u2013 mal ging es um die russische Schattenflotte, mal um Banken. Und wenn nicht klar war, wie Szijj\u00e1rt\u00f3 seine Man\u00f6ver begr\u00fcnden konnte, fragte er den Kreml nach geeigneten Argumenten.<\/p>\n<p><a href=\"#focus-1\" class=\"transition-colors duration-200 block text-current relative\" data-sctrack=\"FocusGalleryImage.Reference\"><img   loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/putin-und-szijjarto-im-kreml.jpg\" alt=\"Putin und Szijj\u00e1rt\u00f3 im Kreml.\" title=\"Putin und Szijj\u00e1rt\u00f3 im Kreml.\" width=\"2048\" height=\"1153\" class=\"h-full w-full max-w-full rounded-8\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:32;--height:32\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/zoom-in.f7dae02f.svg\" alt=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" title=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none absolute bottom-8 right-8 rounded-4 bg-snow p-8\" decoding=\"async\"\/>Putin und Szijj\u00e1rt\u00f3 im Kreml. (Quelle: Russian Foreign Ministry&#8217;s official\\apaimages\/imago)<\/a><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Eine Woche nach Ostern wird in Ungarn gew\u00e4hlt. Liegt der Kandidat der Opposition tats\u00e4chlich deutlich vor Orb\u00e1n, k\u00f6nnten die Tage des Trojanischen Pferds aus Budapest gez\u00e4hlt sein. Orb\u00e1n hat eine lange Karriere als Interessenvertreter Putins, Alliierter Chinas und Br\u00fcckenkopf Trumps in der EU hinter sich. Aber Entwarnung w\u00e4re ein Missverst\u00e4ndnis. Orb\u00e1n ist kein Einzelk\u00e4mpfer, sondern der Bannertr\u00e4ger einer politischen Position, die unter Populisten und Rechtsauslegern zum Konsens geh\u00f6rt. Das &#8222;Europa der Nationalstaaten&#8220; klingt harmlos, bedeutet aber im Klartext Vorrang f\u00fcr nationales Eigeninteresse vor gemeinsamen Interessen. Eine Union, die Regeln und Werte durchsetzt \u2013 etwa zum Schutz des Rechtsstaats oder gegen Korruption \u2013, hat dort keinen Platz.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Der slowakische Premier Robert Fico geh\u00f6rt in diesen Dunstkreis und macht gemeinsam mit Orb\u00e1n Front gegen die EU. Applaus kommt von der st\u00e4rksten Oppositionspartei in Polen, in Slowenien verpasste ein Mini-Orb\u00e1n den Wahlsieg nur um Haaresbreite. Abgeordnete der AfD bet\u00e4tigen sich als Wassertr\u00e4ger Putins und Xis und w\u00fcnschen sich ein Europa &#8222;der Vaterl\u00e4nder&#8220; zur\u00fcck. Vor allem aber droht n\u00e4chstes Jahr in Frankreich ein fulminanter Aufschlag der Rechtspopulisten.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Die Zeit Orb\u00e1ns mag ablaufen, doch sein destruktiver Kurs bleibt: F\u00fcr ein Europa, das ganz anders aussieht als jenes, das wir kennen, laufen sich an der Seitenlinie schon die n\u00e4chsten St\u00fcrmer warm. Wer sie aufhalten will, muss jetzt die Abwehrreihen schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Trump sagt dies und das<\/p>\n<p><a href=\"#focus-2\" class=\"transition-colors duration-200 block text-current relative\" data-sctrack=\"FocusGalleryImage.Reference\"><img   loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/donald-trump-bei-seiner-ansprache-an-die-nation.jpg\" alt=\"Donald Trump bei seiner Ansprache an die Nation.\" title=\"Donald Trump bei seiner Ansprache an die Nation.\" width=\"2048\" height=\"1152\" class=\"h-full w-full max-w-full rounded-8\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:32;--height:32\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/zoom-in.f7dae02f.svg\" alt=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" title=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none absolute bottom-8 right-8 rounded-4 bg-snow p-8\" decoding=\"async\"\/>Donald Trump bei seiner Ansprache an die Nation. (Quelle: Alex Brandon)<\/a><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Donald Trump hat sich in ein Kriegsabenteuer verstrickt, aus dem er bislang keinen Ausweg findet. Die K\u00e4mpfe weiten sich aus, die vom Iran angegriffenen arabischen Golfstaaten bangen um ihre Sicherheit sowie um das Gesch\u00e4ft mit Rohstoffen und Touristen und beginnen sich von den USA abzuwenden. Weil die Europ\u00e4er ihm nicht zur Seite springen wollen, hat Trump die Nato-Beistandsgarantie in Frage gestellt. In Moskau freut sich Putin \u00fcber den Schlamassel und den steigenden \u00d6lpreis; die Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine ist gesichert. Und in China kann Xi Jinping mit einem kalten L\u00e4cheln zuschauen, wie die Rivalen im Westen und Osten sich selbst zerlegen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Gibt es keinen Ausweg? Was wollen die Amerikaner wirklich \u2013 das iranische Atomwaffenprogramm endg\u00fcltig zerst\u00f6ren, Teherans Raketenarsenal vernichten, das Regime schw\u00e4chen oder gar st\u00fcrzen? In der vergangenen Nacht hat der US-Pr\u00e4sident in einer Rede an die Nation seine Pl\u00e4ne erkl\u00e4rt. Was er zu sagen hatte, lesen Sie hier.<\/p>\n<p>Ein Jahr &#8222;Liberation Day&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Vor genau einem Jahr schockte der US-Pr\u00e4sident die Welt mit einer Zoll-Attacke: Da rief Donald Trump den &#8222;Liberation Day&#8220; aus, den &#8222;Tag der Befreiung&#8220;, und verk\u00fcndete im Rosengarten des Wei\u00dfen Hauses Straf- oder Vergeltungsz\u00f6lle f\u00fcr Waren aus 185 L\u00e4ndern. Seinen W\u00e4hlern hingegen verhie\u00df er ein &#8222;goldenes Zeitalter&#8220;, eine ausgeglichene Handelsbilanz f\u00fcr die USA, mehr Jobs in der US-Industrie und weniger Staatsschulden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Unmittelbar danach brach an den B\u00f6rsen Chaos aus \u2013 das sich erst legte, als Trump am 9. April eine 90-t\u00e4gige Aussetzung aller Z\u00f6lle \u00fcber den Basissatz von zehn Prozent verf\u00fcgte. In diesen drei Monaten schlossen viele Handelspartner, auch die Europ\u00e4ische Union, Zolldeals mit den USA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vorlesen Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 1x Jetzt neu bei t-online: Schriftgr\u00f6\u00dfe anpassen! 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