{"id":79814,"date":"2026-04-02T09:58:14","date_gmt":"2026-04-02T09:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79814\/"},"modified":"2026-04-02T09:58:14","modified_gmt":"2026-04-02T09:58:14","slug":"im-dachgeschoss-der-malerin-im-7-bezirk-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79814\/","title":{"rendered":"Im Dachgescho\u00df der Malerin im 7. Bezirk \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal entscheidet nicht ein Plan \u00fcber ein neues Zuhause, sondern ein Moment. In diesem Fall war es ein Licht. Ein Licht, das abends im Dachgeschoss des Altbaus aufleuchtete, in dem Gabriela Galarza de Konrath im 4. Stock wohnte \u2013 dort, wo sonst Dunkelheit herrschte. Neugier f\u00fchrte sie zwei Stockwerke h\u00f6her, ein Gespr\u00e4ch zur Besichtigung und ein kurzer Rundgang reichten aus, um zu wissen: diese Wohnung war zu haben, und diese Wohnung wollte sie haben. <\/p>\n<p>Heute lebt die K\u00fcnstlerin mit ihrer Familie also hier unter dem Dach, in einer Wohnung, die sich \u00fcber zwei Ebenen spannt und rund 110 Quadratmeter misst. Ein Raumgef\u00fcge, das weniger auf Abgrenzung als auf Offenheit setzt: nur drei T\u00fcren gibt es insgesamt, alles andere darf flie\u00dfen. Licht, Luft und Blickachsen bestimmen die Architektur. <\/p>\n<p>\u201eDie Wohnung wirkt auf den ersten Blick fast gr\u00f6\u00dfer, als sie tats\u00e4chlich ist, nicht zuletzt durch ihre Helligkeit\u201c, erkl\u00e4rt die Besitzerin. \u00a0Auch im Winter f\u00e4llt die Sonne tief in die R\u00e4ume, w\u00e4rmt B\u00f6den und W\u00e4nde und schafft eine Atmosph\u00e4re, die dem Au\u00dfenklima trotzt. \u201eMan vergisst hier oft, dass es drau\u00dfen kalt ist\u201c, sagt sie. Genau diese Qualit\u00e4t war es, die sie von Beginn an \u00fcberzeugt hat.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/4Gabriela_07.jpg\" alt=\"Links die obere Etage, rechts f\u00fchrt die Treppe in die untere Ebene.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Links die obere Etage, rechts f\u00fchrt die Treppe in die untere Ebene.\u2003Carina Brunthaler<\/p>\n<p>Die Struktur der Wohnung ist streng definiert. Umbauten sind kaum m\u00f6glich, die Treppe ist das zentrale Element, nicht verhandelbar. Eine wesentliche Ver\u00e4nderung wurde dennoch vorgenommen: Bad und Toilette wurden zusammengelegt, um die urspr\u00fcngliche, wenig alltagstaugliche Erschlie\u00dfung zu korrigieren. Mehr war nicht n\u00f6tig \u2013 und auch nicht gewollt.<\/p>\n<p>Der Wunsch nach mehr Raum ist dennoch pr\u00e4sent. Ein Arbeitszimmer f\u00fcr das Homeoffice, ein zweites Bad, vielleicht eines Tages sogar die Verbindung mit der darunterliegenden Wohnung. Eine erneute Begegnung von Alt und Neu. Bis dahin aber funktioniert das Bestehende, vor allem\u00a0durch Klarheit und Reduktion. Stauraum ist rar, es gibt keinen Abstellraum, vieles wird extern gelagert. Doch der Mangel ist Teil des Konzepts geworden. Minimalismus nicht als Stil, sondern als Konsequenz. Mit jedem Umzug wurde aussortiert. Was geblieben ist, hat Geschichte.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_05.jpg\" alt=\"Das Klavier posiert vor einer zartgr\u00fcnen Wand.\" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '69ce3a8b73d00')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Das Klavier posiert vor einer zartgr\u00fcnen Wand.                 Carina Brunthaler                                                                                                                                                                                                                                                                                                  <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_03.jpg\" alt=\"Kleines Stillleben.\" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '69ce3a8b73d00')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Kleines Stillleben.                 Carina Brunthaler                                                                                                                                                              <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1775123891_435_1Gabriela_05.jpg\" alt=\"Das Klavier posiert vor einer zartgr\u00fcnen Wand.\" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                                 <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1775123891_630_1Gabriela_03.jpg\" alt=\"Kleines Stillleben.\" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                         <\/p>\n<p>Viele M\u00f6bel stammen aus den H\u00e4usern der Gro\u00dfeltern in Bayern, die einst eine Wirtschaft f\u00fchrten. Der lange, schmale Esstisch erz\u00e4hlt davon ebenso wie das B\u00fccherregal, das fr\u00fcher Marmeladegl\u00e4ser beherbergte. Die Chaiselongue, einst in der K\u00fcche platziert, ist heute eines der meistgenutzten M\u00f6belst\u00fccke. <\/p>\n<p>Kommode, Kleiderschrank, Schreibtisch \u2013 alles Dinge mit Vergangenheit, die sich selbstverst\u00e4ndlich in die Gegenwart f\u00fcgen. Dazu kommen Fundst\u00fccke: zwei Metallk\u00e4sten aus einem ausrangierten AUA-Flugzeug, auf einem Flohmarkt entdeckt, dienen heute als Nachttische. Alte und neue M\u00f6bel stehen gleichberechtigt nebeneinander, verbunden durch Haltung, nicht durch Epoche.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_08.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>\u2003Carina Brunthaler<\/p>\n<p>Die K\u00fcche ist schwarz \u2013 das musste nach zwei wei\u00dfen Vorg\u00e4ngerk\u00fcchen einfach sein. \u201eDer dunkle Ton setzt einen ruhigen Kontrast zur Helligkeit der R\u00e4ume, erdet die Architektur.\u201d Die W\u00e4nde blieben lange wei\u00df, als Hintergrund f\u00fcr die eigenen Arbeiten, die sich meist in Schwarz, Wei\u00df und Grau bewegen. Erst mit der Zeit kam Farbe hinzu, vorsichtig, dosiert, fast beil\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Auch die T\u00fcren wurden ausgetauscht. \u201eGlast\u00fcren waren uns zu transparent, zu k\u00fchl.\u201d Heute schaffen geschlossene Fl\u00e4chen mehr Ruhe, mehr R\u00fcckzug, ein wichtiger Gegenpol zur Offenheit des Grundrisses. Die Wohnung ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Denkraum. F\u00fcr die Malerin ist die Umgebung essenziell: Licht, Stille, Weite. <\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_16.jpg\" alt=\"Schreibtisch mit Ausblick.\" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '69ce3a8b74119')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Schreibtisch mit Ausblick.                 Carina Brunthaler                                                                                                                                                                                                                                                                                                  <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_14.jpg\" alt=\"Die K\u00fcnstlerin bei der Arbeit.\" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '69ce3a8b74119')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Die K\u00fcnstlerin bei der Arbeit.                 Carina Brunthaler                                                                                                                                                              <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1775123892_885_1Gabriela_16.jpg\" alt=\"Schreibtisch mit Ausblick.\" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                                 <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1775123893_555_1Gabriela_14.jpg\" alt=\"Die K\u00fcnstlerin bei der Arbeit.\" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                         <\/p>\n<p>All das wirkt direkt auf die Arbeit. Ihre Kunst findet oft im \u00f6ffentlichen Raum statt, in Form von bemalten Schaufenstern, tempor\u00e4ren Interventionen, Ausstellungen auf Zeit. Umso wichtiger ist ein Zuhause, das nicht aufputscht, sondern tr\u00e4gt. Der eigentliche Mittelpunkt der Wohnung ist das Esszimmer. \u201eHier kommen wir\u00a0alle gerne zusammen, hier findet Alltag statt. \u201eDas Wohnzimmer ist der gem\u00fctlichste Raum, aber fast schon ein R\u00fcckzugsort, reserviert f\u00fcr gemeinsames Lesen, f\u00fcr Filme, f\u00fcr ruhige Abende.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_01.jpg\" alt=\"Blick ins Schlafzimmer mit den ruhigen Farben.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Blick ins Schlafzimmer mit den ruhigen Farben.\u2003Carina Brunthaler<\/p>\n<p>Drinnen steht eine einzige Pflanze: der Gummibaum, der die Familie seit der ersten gemeinsamen Wohnung begleitet.\u201c Sie\u00a0ist die einzige Gr\u00fcnpflanze, die alle Umz\u00fcge \u00fcberlebt hat.\u201c Drau\u00dfen dagegen entfaltet sich ein kleines Paradies. \u201eHier tobt sich mein Mann aus.\u201d Zwei Balkone, \u00fcppig bepflanzt, liebevoll gepflegt. Kr\u00e4uter, Blumen, Tomaten, Erdbeeren. Im Sommer wird hier gekocht, gegessen, gelebt und manchmal sogar geschlafen. Unter freiem Himmel, mit Blick in die Sterne.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2Gabriela_06.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>\u2003Carina Brunthaler<\/p>\n<p>                                       <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1Gabriela_15.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>\u2003Carina Brunthaler<\/p>\n<p>                      Zum Ort, zur Person<\/p>\n<p>Neubau wurde 1861 zum siebten Wiener Bezirk, dicht verbaut, nur 2,9\u00a0Prozent Gr\u00fcnland. Beliebter Wohnbezirk f\u00fcr Kreative und junge Leute mit Budget.<\/p>\n<p>Eigentumswohnungen (gebraucht) kosten in Neubau in guter Lage rund 4500 Euro\/m2. Im Erstbezug Neubau kosten sie in gleicher Lage rund 6500 Euro\/m2.<\/p>\n<p>Gabriela Galarza de Konrath ist in Ecuador geboren und hat Malerei an der Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst in Wien studiert. Sie arbeitet in Wien als Malerin und Illustratorin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manchmal entscheidet nicht ein Plan \u00fcber ein neues Zuhause, sondern ein Moment. 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