{"id":79828,"date":"2026-04-02T10:06:07","date_gmt":"2026-04-02T10:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79828\/"},"modified":"2026-04-02T10:06:07","modified_gmt":"2026-04-02T10:06:07","slug":"keyaccount-sprach-mit-radatz-marcher-und-handl-tyrol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79828\/","title":{"rendered":"KEYaccount sprach mit Radatz, Marcher und Handl Tyrol"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Johannes Lau\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t01.04.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Veggie-Trend? Welcher Veggie-Trend? Die \u00f6sterreichischen Fleischproduzenten sind h\u00f6rbar erfreut, dass auch in der aktuellen schwierigen Gesamtsituation die Konsument:innen ihnen die Treue halten. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Das Ende der Fastenzeit steht kurz bevor. Wahrscheinlich werden viele Menschen die Enthaltsamkeit der vergangenen Wochen dann nicht vegetarisch zelebrieren, sondern das Osterfest unter anderem wieder mit Fleischprodukten begehen. Dementsprechend widmet sich KEYaccount in dieser Ausgabe den hiesigen zust\u00e4ndigen Produzenten.<\/p>\n<p>Radatz spielte seine St\u00e4rken aus<\/p>\n<p>Eines dieser Schwergewichte \u2013 insbesondere in der Hauptstadt \u2013 ist Radatz. 2025 war es hier wieder sehr arbeitsintensiv, verr\u00e4t Eigent\u00fcmer Franz Radatz: &#8222;Das letzte Jahr war eine Herausforderung, in der wir alle St\u00e4rken eines jahrzehntelang erfahrenen Familienunternehmens ausspielen mussten, um dieses positiv abzuschlie\u00dfen.&#8220; So konnte man zum Beispiel in Wien-Liesing im Gro\u00dfhandelsbereich den Umsatz \u00fcber dem gew\u00fcnschten Niveau von 200 Millionen Euro halten. &#8222;Angesichts der Rahmenbedingungen \u2013 vom intensiven Wettbewerb am Heimmarkt bis hin zu Kostenunterschieden im internationalen Vergleich \u2013 ist dies f\u00fcr uns ein zufriedenstellendes Ergebnis.&#8220; F\u00fcr 2026 wolle man dieses Umsatzziel erneut erreichen. Der Exportanteil liege derzeit bei rund zehn Prozent und konnte leicht gesteigert werden. &#8222;Gerade vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lohnst\u00fcckkosten werten wir das als respektable Leistung.&#8220;<\/p>\n<p>2026 werde es aber nicht einfacher: &#8222;Wir erwarten kein einfaches Jahr, sehen aber klare Chancen in unseren Kernkompetenzen: \u00f6sterreichische Wurst- und Fleischspezialit\u00e4ten, hohe handwerkliche Qualit\u00e4t und starke Marken.&#8220; Wachstumspotenzial sieht Radatz vornehmlich in ausgew\u00e4hlten Kategorien: Fertiggerichte, klassische Salamiprodukte und Grill-Produkte. Aber vor allem die neusten Verschiebungen der Weltlage stellen Radatz vor neue Herausforderungen: \u201cDie aktuelle geopolitische Lage versch\u00e4rft die Rahmenbedingungen noch einmal deutlich.\u201d Der letzte Preisschock bei D\u00fcngemitteln infolge des Iran-Krieges und der Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus treffe landwirtschaftliche Partnerbetriebe. Die Blockade treibe somit die Preise massiv nach oben. &#8222;F\u00fcr uns als Verarbeiter bedeutet dies: Wir sehen uns mittelbar mit steigenden Rohstoffkosten konfrontiert. H\u00f6here D\u00fcngemittel- und Energiekosten verteuern die landwirtschaftliche Produktion, wirken sich auf Getreide- und Futtermittelpreise aus und schlagen letztlich auf die Fleischproduktion durch.&#8220;<\/p>\n<p>Ausschlie\u00dflich als Folge des \u00d6lpreisschocks seien die Transportkosten allein innerhalb eines Monats im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. &#8222;Parallel dazu treffen uns die Steigerungen im Energiebereich hart und unvermittelt. Dazu k\u00f6nnen auf der Beschaffungsseite wesentliche Faktoren \u2013 wie Rohstoffpreise, D\u00fcngemittelkosten und internationale Marktentwicklungen \u2013 nur sehr begrenzt beeinflusst werden. Dieses Spannungsfeld zwischen Einkaufs- und Absatzseite erh\u00f6ht den Druck auf Margen, Planungssicherheit und Investitionsentscheidungen f\u00fcr die gesamte Branche.&#8220;<\/p>\n<p>Hinzu kommen der anhaltende Fachkr\u00e4ftemangel, steigende regulatorische Anforderungen sowie der eigene Anspruch, gleichzeitig preislich wettbewerbsf\u00e4hig und qualitativ f\u00fchrend zu bleiben. Auf der Rohstoffseite habe sich die Lage aber bei Schweinefleisch aktuell zumindest stabilisiert, w\u00e4hrend bei Rind- und Kalbfleisch weiterhin Rekordpreise vorherrschen.<\/p>\n<p>Verbesserung statt Verzicht<\/p>\n<p>&#8222;Unser Ziel ist es, den massiven Kostenanstieg nicht einfach eins zu eins weiterzugeben, sondern \u00fcber Effizienzsteigerungen und Strukturverbesserungen abzufedern \u2013 ohne Abstriche bei Produktsicherheit, Qualit\u00e4t und Verf\u00fcgbarkeit&#8220;, erkl\u00e4rt Radatz. Zumindest die allgemeine Konsumzur\u00fcckhaltung schlage nicht vollst\u00e4ndig zu Buche. Sie sei sp\u00fcrbar, zeige sich aber in dieser Branche nur differenziert: &#8222;Wurst- und Fleischspezialit\u00e4ten geh\u00f6ren f\u00fcr viele Menschen in \u00d6sterreich nach wie vor zu den regelm\u00e4\u00dfigen Genuss- und Alltagsprodukten. Solange es in unserer Warengruppe keine zus\u00e4tzliche Teuerungswelle gibt, ist die breite Diskussion um Teuerung zwar allgegenw\u00e4rtig, hat aber bislang nicht zu einem massiven R\u00fcckgang des Konsums unserer Kernprodukte gef\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>Nachholbedarf sieht Radatz daher nicht in der Breite des Sortiments, sondern eher in der kontinuierlichen Anpassung an ge\u00e4nderte Konsumgewohnheiten, zum Beispiel im Blick auf Portionsgr\u00f6\u00dfen, Convenience und spezifische Ern\u00e4hrung. &#8222;Sehr gut entwickeln sich insbesondere jene Bereiche, in denen wir unsere traditionelle Kompetenz mit aktuellen Konsumtrends verbinden k\u00f6nnen.&#8220; So werden vor allem bew\u00e4hrte Klassiker weiterhin stark nachgefragt: K\u00e4sekrainer, Beinschinken, Salami und Cabanossi \u2013 zudem typische Artikel f\u00fcr Grillfeste und Familienfeiern.<\/p>\n<p>Die weiterhin eher traditionelle Ern\u00e4hrungsweise der \u00d6sterreicher:innen zeigt sich somit hier ebenso: &#8222;Der Trend zum fleischreduzierten Konsum ist auch f\u00fcr uns ein Thema, wird jedoch in \u00d6sterreich eher differenziert gelebt. Viele Konsument:innen entscheiden sich nicht f\u00fcr einen v\u00f6lligen Verzicht, sondern f\u00fcr einen bewussteren, qualitativ hochwertigen Fleischkonsum. F\u00fcr uns bedeutet das unter anderem eine klare Fokussierung auf Qualit\u00e4t, Herkunft und handwerkliche Verarbeitung. Komplett fleischfreie Alternativen stehen nicht im Mittelpunkt unserer Marke, wohl aber ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Rohstoff Fleisch.&#8220;<\/p>\n<p>Marcher Fleischwerke erweitert Kapazit\u00e4ten<\/p>\n<p>Auch die Marcher Fleischwerke k\u00f6nnen nicht beobachten, dass hierzulande der Bev\u00f6lkerung der Appetit auf Fleisch vergangen ist. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Norbert Marcher konstatiert: &#8222;Die Fleischbranche ist per se eine sehr stabile Branche, zwar mit geringen Margen, aber mehr oder weniger gleichbleibenden Abs\u00e4tzen \u2013 zuletzt ist der Fleischkonsum sogar leicht gestiegen. Fleischersatz hat tats\u00e4chlich seinen Peak erreicht, hier erwarten wir keine Steigerungen mehr.&#8220; Marcher erkl\u00e4rt das damit, dass es aktuell wieder einen Trend in Richtung &#8222;echte&#8220; Proteinquellen gebe. &#8222;Das ist aus unserer Sicht eine sinnvolle Entwicklung. Es gibt keine Lebensmittel, die Eiwei\u00df dem menschlichen K\u00f6rper direkter und auch ges\u00fcnder zuf\u00fchren k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Unternehmen stemmt sich gegen Verwerfungen<\/p>\n<p>Die allgemeine Krise sei aber sp\u00fcrbar: &#8222;Nat\u00fcrlich ist die Fleischbranche wie jede andere von politischen Verwerfungen betroffen \u2013 h\u00f6here Treibstoff- und Energiepreise oder h\u00f6here D\u00fcngerpreise belasten die Produktionskosten.&#8220; Zuletzt hat man sich aber offenbar beharrlich gegen die Lage gestemmt: An den insgesamt elf Firmenstandorten wurde insgesamt ein Umsatz von rund 700 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit einem Exportumsatz von \u00fcber 50 Prozent sei dabei das Auslandsgesch\u00e4ft ein wesentlicher Gesch\u00e4ftsbereich. &#8222;Hier haben wir M\u00f6glichkeiten, Teilst\u00fccke zu verkaufen, die im Inland nur sehr schwer oder gar nicht verwertbar w\u00e4ren.&#8220; Der Erfolg r\u00fchrt wohl auch daher, dass Marcher in den vergangenen Jahren intensiv in Kapazit\u00e4tserweiterungen investiert hat, die inzwischen f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit abgeschlossen wurden. Neben dem Ausbau des Salamiwerks der Marke Loidl im steirischen St. Stefan im Rosental und des Hauptquartiers in Villach, wurde in Leoben ein Standort zum Tierfutterwerk umger\u00fcstet und in Adlwang ein kleiner Schlachthof erworben. &#8222;Dadurch k\u00f6nnen wir Transportwege zus\u00e4tzlich verk\u00fcrzen und unsere Zerlegebetriebe noch besser auslasten. Unsere Erweiterungen oder Zuk\u00e4ufe m\u00fcssen sich immer synergetisch in das Gesamtgef\u00fcge eingliedern.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Angesprochen auf die &#8222;Dauerbrenner&#8220; nennt Marcher Faschiertes: &#8222;Das erkl\u00e4ren wir uns dadurch, dass Faschiertes sehr einfach zuzubereiten, schnell durchgegart und in unserer sowie in der sehr beliebten mediterranen K\u00fcche in zahlreichen Speisen zu finden ist.&#8220; Und auch sonst haben es Marchers Konsument:innen gerne eher bequem: &#8222;Im Wurstbereich stellen wir eine erh\u00f6hte Nachfrage nach Snackartikeln aller Art fest, Salamisticks, Mini-Cabanossi, Salami-Pralinen sind wirklich boomende Artikel. Im Convenience-Bereich freuen wir uns \u00fcber die stetige Nachfrage nach Chickennuggets, Fleischlaibchen und Burgerpattys.&#8220;<\/p>\n<p>Tiroler Kernkompetenz Speck\u00a0<\/p>\n<p>Bei Handl Tyrol trifft man ebenfalls auf einen gut gelaunten Gesch\u00e4ftsleiter: &#8222;Handl Tyrol blickt auf ein erfolgreiches Gesch\u00e4ftsjahr 2025 zur\u00fcck. Die Gruppe erzielte einen Umsatz von 217,8 Millionen Euro und konnte damit gegen\u00fcber dem Vorjahr um 4,7 Millionen Euro zulegen&#8220;, bilanziert Johannes Wechner, Gesch\u00e4ftsleiter f\u00fcr Vertrieb und Marketing bei Handl Tyrol. Die positive Entwicklung spiegle sich auch in einer gewachsenen Zahl von Mitarbeiter:innen wider: &#8222;Gerade in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ist das ein klares Signal f\u00fcr Stabilit\u00e4t, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und eine konsequente strategische Ausrichtung. Entscheidend daf\u00fcr sind unsere starke Marke, die hohe Qualit\u00e4t unserer Produkte und das anhaltende Vertrauen der Konsument:innen.&#8220;<\/p>\n<p>Die herrschende Krise sei aber auch am Unternehmenssitz in Pians nicht spurlos vor\u00fcbergegangen. &#8222;Wie viele Unternehmen in der Branche stehen wir unter hohem Kostendruck, w\u00e4hrend die Margen gleichzeitig sinken. Besonders herausfordernd ist, dass Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette auftreten und sich nur teilweise weitergeben lassen. Umso wichtiger sind f\u00fcr uns Effizienz, vorausschauende Planung und ein klarer Fokus auf jene Bereiche, in denen wir mit Qualit\u00e4t, Marke und Innovationskraft nachhaltig bestehen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Somit erwartet er 2026 ein anspruchsvolles Jahr mit schwierigen Rahmenbedingungen: &#8222;Steigende Rohstoffpreise, volatile Verf\u00fcgbarkeiten und zus\u00e4tzliche Belastungen bei den Produktnebenkosten sorgen weiterhin f\u00fcr gro\u00dfen Druck. Dazu kommen geopolitische Entwicklungen rund um den Krieg im Iran, die sich unmittelbar auf Kostenstrukturen auswirken. Allein in diesem Bereich rechnen wir mit erheblichen Mehrkosten.&#8220;<\/p>\n<p>Starke Marke gegen Konsumr\u00fcckhaltung<\/p>\n<p>Die allgemeine Konsumzur\u00fcckhaltung bemerke man ebenfalls. Wechner h\u00e4lt jedoch ebenso eine starke Marke f\u00fcr ein probates Mittel dagegen: &#8222;Wir sehen, dass viele Konsument:innen gerade in unsicheren Zeiten bewusst auf Qualit\u00e4t, Verl\u00e4sslichkeit und Authentizit\u00e4t setzen. Genau daf\u00fcr steht die Marke Handl Tyrol. Unsere Erfahrung zeigt, dass starke Marken mit klarer Herkunft, nachvollziehbarer Qualit\u00e4t und hoher Glaubw\u00fcrdigkeit auch in schwierigen Marktphasen einen wichtigen Vertrauensvorsprung haben.&#8220; So sieht Wechner trotz einer schwierigen Gesamtsituation f\u00fcr 2026 genauso Chancen &#8222;vor allem durch Innovationen und eine starke Markenarbeit&#8220;.<\/p>\n<p>In der Kernkompetenz Speck sei man bereits sehr gut aufgestellt, mit der eigenen Veggie-Linie konnten zuletzt neue Konsument:innengruppen gewonnen werden und neben neuen markeneignen Produkten gibt es inzwischen zudem eine Kooperation mit dem Snack-Produzenten Kelly. &#8222;Unser Ziel ist es, auch 2026 durch Innovationskraft, Qualit\u00e4t und eine klare Markenpositionierung Wachstumspotenziale zu nutzen.&#8220; Jedoch sei das inzwischen gar nicht mehr so einfach: &#8222;Der Markt ver\u00e4ndert sich laufend und Innovationen m\u00fcssen heute sehr pr\u00e4zise an Konsumentenbed\u00fcrfnissen ausgerichtet sein. Wir investieren stark in Produktentwicklung und Innovation, sehen aber gleichzeitig, dass es immer schwieriger wird, echte Break-through-Innovationen zu schaffen. Genau darin liegt f\u00fcr die gesamte Branche eine zentrale Zukunftsaufgabe.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.radatz.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.radatz.at<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marcher.at\/de-at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.marcher.at<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.handltyrol.at\/unternehmen?gad_source=1&amp;gad_campaignid=1647291243&amp;gbraid=0AAAAAC5AliKloNXR3hPqBICA7Piwk6Htz&amp;gclid=Cj0KCQjwp7jOBhDGARIsABe7C4cLwATr1-rbU99gmscw_SA0dJ_noDCbCKHAOq89gY5_URe55btCCBsaAhf7EALw_wcB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.handltyrol.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Johannes Lau\u00a0 | 01.04.2026 Veggie-Trend? Welcher Veggie-Trend? 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