{"id":79996,"date":"2026-04-02T12:05:07","date_gmt":"2026-04-02T12:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79996\/"},"modified":"2026-04-02T12:05:07","modified_gmt":"2026-04-02T12:05:07","slug":"trumps-ultimatum-laeuft-ab-europa-geht-mit-offenen-fragen-in-die-osterpause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/79996\/","title":{"rendered":"Trumps Ultimatum l\u00e4uft ab \u2013 Europa geht mit offenen Fragen in die Osterpause"},"content":{"rendered":"<p>\n                                        Deutsche Konjunkturdaten entt\u00e4uschen, w\u00e4hrend Trumps Ultimatum zum Iran und steigende Energiepreise die M\u00e4rkte vor dem Feiertag belasten. Die B\u00f6rsen reagieren mit Risikoaversion.\n                                    <\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>am Dienstag schrieb ich Ihnen, die B\u00f6rsen preisten bereits die Friedensdividende ein, w\u00e4hrend unter der makro\u00f6konomischen Oberfl\u00e4che Europas eine weitaus z\u00e4here Realit\u00e4t lauere. Zwei Tage sp\u00e4ter hat diese Realit\u00e4t Zahlen bekommen \u2013 und sie sind ern\u00fcchternd.<\/p>\n<p>Das KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer f\u00fcr den M\u00e4rz gleicht einer Kapitulationserkl\u00e4rung. Der Gesch\u00e4ftsklimaindex st\u00fcrzte um 3,6 Z\u00e4hler auf minus 18,2 Punkte. Noch schwerer wiegt der Blick nach vorn: Die Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr das kommende Halbjahr sackten um 7,6 Z\u00e4hler auf minus 19,2 Punkte \u2013 weit unter dem langfristigen Durchschnitt. Der deutsche Mittelstand, das R\u00fcckgrat dieser Volkswirtschaft, verschiebt Investitionen und f\u00e4hrt auf Sicht. Noch Ende Februar deuteten die Fr\u00fchindikatoren auf einen sanften Aufschwung hin. Davon ist nichts geblieben.<\/p>\n<p>Wenn der Lebensmitteleinkauf zum Stresstest wird<\/p>\n<p>Parallel liefern die Einzelhandelsums\u00e4tze f\u00fcr Februar ein Bild, das die Stagflationsthese weiter untermauert. Minus 0,6 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat \u2013 das allein w\u00e4re verkraftbar. Ein Detail aber sollte in Berlin Alarm ausl\u00f6sen: Die Lebensmittelverk\u00e4ufe brachen um 1,4 Prozent ein. Das ist keine strategische Konsumzur\u00fcckhaltung mehr. Das ist Kaufkraftverlust, der am K\u00fchlregal sichtbar wird.<\/p>\n<p>Am Dienstag beschrieb ich, wie Aldi Nord und Aldi S\u00fcd jeweils rund einen Prozentpunkt Marktanteil gewinnen, w\u00e4hrend Rewe und Edeka Federn lassen. Die stille Abstimmung mit dem Geldbeutel geht weiter \u2013 und sie wird lauter.<\/p>\n<p>Neue Regeln an der Zapfs\u00e4ule, alte Gesetze am \u00d6lmarkt<\/p>\n<p>Wie dieser Kaufkraftverlust entsteht, l\u00e4sst sich an jeder deutschen Tankstelle besichtigen. Gestern trat das neue Ma\u00dfnahmenpaket des Bundestages in Kraft: Tankstellen d\u00fcrfen ihre Preise nur noch einmal t\u00e4glich um Punkt 12 Uhr erh\u00f6hen. Wer dagegen verst\u00f6\u00dft, riskiert bis zu 100.000 Euro Bu\u00dfgeld. Preissenkungen bleiben jederzeit erlaubt.<\/p>\n<p>Politische Regulierung schl\u00e4gt jedoch keine Marktrealit\u00e4t. Der Dieselpreis durchbrach im bundesweiten Tagesdurchschnitt mit 2,327 Euro sein altes Rekordhoch aus dem M\u00e4rz 2022. Super E10 kletterte auf einen neuen Jahresh\u00f6chststand von 2,129 Euro. Der Konflikt am Persischen Golf und die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus fressen sich unerbittlich in die Bilanzen der Logistiker und die Portemonnaies der Verbraucher. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das explodierende Inputkosten \u2013 in einem konjunkturellen Umfeld, das kaum Spielraum l\u00e4sst, sie weiterzureichen.<\/p>\n<p>Ultimatum, NATO-Zweifel und eine Krisenkonferenz ohne Washington<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr diesen Energiepreisschock sitzt in Washington und Teheran. US-Pr\u00e4sident Trump hat in seiner gestrigen Rede an die Nation unmissverst\u00e4ndlich klargemacht: Am kommenden Ostermontag, dem 6. April, l\u00e4uft sein Ultimatum ab. \u00d6ffnet der Iran die Stra\u00dfe von Hormus nicht, drohen massive Angriffe auf iranische Energieanlagen.<\/p>\n<p>Die B\u00f6rsen reagieren mit klassischer Risikoaversion vor dem langen Feiertagswochenende. Der DAX gab am Mittwoch 1,4 Prozent nach. Bemerkenswert: Die bisherigen B\u00f6rsen-Lieblinge Rheinmetall, HENSOLDT, RENK und TKMS verbuchten deutliche Abschl\u00e4ge. Trumps erneute Gedankenspiele \u00fcber einen US-Austritt aus der NATO verunsichern die Verteidigungswerte. Citi-Analyst Charles Armitage skizzierte umgehend vier Szenarien f\u00fcr Europas Verteidigungsbudgets \u2013 keines davon ist billig. Investoren preisen nun das Risiko ein, dass Europa die gigantischen R\u00fcstungslasten k\u00fcnftig allein stemmen muss, ohne die fiskalische Kraft daf\u00fcr aufgebaut zu haben. Am Dienstag berichtete ich \u00fcber die 2,84 Billionen Euro Staatsschulden. Die Zahlen gewinnen in diesem Kontext eine neue Brisanz.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p> F\u00fcr Anleger, die sich fragen, wie sie in einem derart unberechenbaren Marktumfeld \u00fcberhaupt noch handlungsf\u00e4hig bleiben, hat J\u00f6rg Mahnert im Webinar &#8222;Der Absahnplan&#8220; eine konkrete Antwort: eine Strategie, die explizit f\u00fcr volatile, richtungslose M\u00e4rkte konzipiert ist \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob der DAX steigt oder f\u00e4llt. Mahnert zeigt darin, wie mit ein bis zwei Trades pro Woche systematisch Gewinne erzielt werden k\u00f6nnen, ohne auf einen langfristigen Aufschwung warten zu m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/lpm.finanztrends.pl-x.de\/14\/438\/absahnplan-webinar-aufzeichnung\/?banner=RS_AP2_NL_boerse-express-economy_2026-04-02\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlos zum Webinar \u201eDer Absahnplan&#8220; anmelden<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Peking heute Morgen die Schuld f\u00fcr die Hormus-Blockade exklusiv den USA und Israel zuwies, versucht Europa diplomatisch zu retten, was zu retten ist. Die britische Au\u00dfenministerin Yvette Cooper leitet heute Mittag eine virtuelle Krisenkonferenz mit 35 Staaten \u2013 darunter Deutschland, Frankreich und die VAE. Ziel: eine Koalition zur Wiederer\u00f6ffnung der Seewege. Die USA sitzen demonstrativ nicht am Tisch.<\/p>\n<p>Bremsspuren in Detroit, Aufbruch am Cape Canaveral<\/p>\n<p>Auch abseits der Geopolitik knirscht es. BMW meldete f\u00fcr das erste Quartal einen Absatzr\u00fcckgang von 3,9 Prozent auf dem US-Markt \u2013 84.231 Fahrzeuge. Bei Mini waren es sogar minus 10,2 Prozent. Die anhaltende Schw\u00e4che bei Elektroautos zieht sich als roter Faden durch die gesamte Branche, von M\u00fcnchen bis Detroit.<\/p>\n<p>Zum Schluss eine Nachricht, die \u00fcber den Tag hinausreicht. Gestern startete vom Kennedy Space Center die Artemis-2-Mission. Erstmals seit 1972 sind wieder Menschen auf dem Weg, den Mond zu umrunden. An Bord des Orion-Raumschiffs: kritische Schl\u00fcsseltechnologien von Airbus, Thales und OHB. Ein Beweis daf\u00fcr, dass langfristige, grenz\u00fcberschreitende Ingenieurskunst selbst in den chaotischsten Zeiten zu Ergebnissen f\u00e4hig ist, die Schlagzeilen \u00fcberdauern.<\/p>\n<p>Quintessenz<\/p>\n<p>Wir gehen in ein Osterwochenende, das an den Kapitalm\u00e4rkten als Tail-Risk-Event eingepreist wird. Wenn am Dienstag die europ\u00e4ischen B\u00f6rsen wieder \u00f6ffnen, wird Trumps Ultimatum abgelaufen sein. Die Frage, ob die Friedenssignale, die am Dienstag noch f\u00fcr Euphorie sorgten, mehr waren als taktisches Kalk\u00fcl \u2013 sie wird \u00fcber Ostern beantwortet. Oder eben nicht.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen, trotz der unruhigen Weltlage, erholsame und friedliche Osterfeiertage.<\/p>\n<p>Herzlichst, Ihr<\/p>\n<p>Eduard Altmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutsche Konjunkturdaten entt\u00e4uschen, w\u00e4hrend Trumps Ultimatum zum Iran und steigende Energiepreise die M\u00e4rkte vor dem Feiertag belasten. 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