{"id":80199,"date":"2026-04-02T14:13:14","date_gmt":"2026-04-02T14:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/80199\/"},"modified":"2026-04-02T14:13:14","modified_gmt":"2026-04-02T14:13:14","slug":"pleasure-to-kill-als-blaupause-fuer-zwei-subgenres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/80199\/","title":{"rendered":"PLEASURE TO KILL als Blaupause f\u00fcr zwei Subgenres"},"content":{"rendered":"<p>1986 war ein Jahr, in dem Thrash Metal endg\u00fcltig explodierte. MASTER OF PUPPETS (<a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/metallica\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Metallica<\/a>), REIGN IN BLOOD (<a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/slayer\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Slayer<\/a>), ETERNAL DEVASTATION (<a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/destruction\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Destruction<\/a>) \u2013 Klassiker, die heute wie Monumente im Genre stehen. Mitten in diesem Ausnahmejahr ver\u00f6ffentlichte ein kleiner Haufen junge Musiker aus Essen ihr zweites Album unter dem Namen <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/kreator\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreator<\/a>: PLEASURE TO KILL. Ein Werk, das nicht nur den deutschen Thrash sch\u00e4rfer, schneller und kompromissloser machte, sondern auch die Grenzen zum Death Metal aufstie\u00df \u2013 lange, bevor diese Schubladen \u00fcberhaupt klar definiert waren.<\/p>\n<p>Zwischen Thrash und Death: ein Album aus einer Zeit ohne Grenzen<\/p>\n<p>Kreator waren 1986 noch weit davon entfernt, eine etablierte Institution zu sein. PLEASURE TO KILL entstand in einer Phase, in der die Szene roh, hungrig und undefiniert war. Frontmann <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/themen\/mille-petrozza\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mille Petrozza<\/a> hat sp\u00e4ter oft betont, wie stark Slayer und <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/possessed\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Possessed<\/a> damals auf ihn wirkten: HELL AWAITS (1985) und SEVEN CHURCHES (1985)\u00a0waren h\u00f6rbare Wegweiser. Genau diese Mischung aus Tempo, Chaos und d\u00fcsterer Atmosph\u00e4re macht das Album bis heute zu einem Bindeglied zwischen Thrash und dem, was sp\u00e4ter als Death Metal definiert wurde. F\u00fcr unz\u00e4hlige Bands beider Lager wurde es zur Blaupause.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p>Ein Schritt Richtung Professionalit\u00e4t\u00a0<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen lief dieses Mal vieles runder als beim Deb\u00fct. Mille erinnerte sich im Gespr\u00e4ch mit <a href=\"https:\/\/www.loudersound.com\/bands-artists\/kreator-pleasure-to-kill-story-behind-album\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Louder<\/a>, wie frustrierend die Arbeit mit dem damaligen Produzenten Horst M\u00fcller gewesen war: jemand, der die Band kaum ernst nahm und praktisch alles durchwinkte. F\u00fcr PLEASURE TO KILL \u00fcbernahm Harris Johns (bekannt durch seine Arbeit mit <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/helloween\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Helloween<\/a>) \u2013 und pl\u00f6tzlich wurde konzentriert gearbeitet. Mehrere Takes, zwei Wochen Studiozeit, ein klarer Plan. \u201eEs war wirklich professionell\u201c, sagte der S\u00e4nger r\u00fcckblickend.<\/p>\n<p>Dass die Produktion trotzdem nach Achtziger-Underground klingt \u2013 zwischenzeitlich zweidimensional und ungeschliffen \u2013 geh\u00f6rt zum Charme. PLEASURE TO KILL ist ein Dokument seiner Zeit, und genau das macht es authentisch. Mille brachte es im Louder-Interview auf den Punkt: \u201eWir waren junge Leute voller Enthusiasmus. Wir tauschten Kassetten aus, h\u00f6rten alles aus dem Underground \u2013 wir wollten einfach nur Teil dieser Szene sein.\u201c Genau das h\u00f6rt man bis heute. PLEASURE TO KILL roh, wild, ungest\u00fcm \u2013 und gerade deshalb so einflussreich.<\/p>\n<p>Lyrische Extreme: Zombies, D\u00e4monen und ein Hauch Realit\u00e4t<\/p>\n<p>Inhaltlich f\u00e4hrt das Album alles auf, was den fr\u00fchen Kreator-Kosmos ausmacht. Die Texte richten sich oft direkt an den H\u00f6rer und erz\u00e4hlen kleine Horrorgeschichten. In \u2018Rippin\u2018 Corpse\u2019 erhebt sich ein Untoter aus dem Grab, um seine Frau zu t\u00f6ten und sich anschlie\u00dfend dem Zuh\u00f6rer zuzuwenden. \u2018The Pestilence\u2019 entfesselt hingegen eine ganze Armee von Pest-Zombies, deren einziger Antrieb Terror ist.<\/p>\n<p>Besonders spannend bleibt \u2018Command Of The Blade\u2019. Hier taucht der Namenspatron Kreator auf, ein D\u00e4mon mit \u201eschwarzen Haaren und rot gl\u00fchenden Augen\u201c, der den Auftrag erh\u00e4lt, den H\u00f6rer zu t\u00f6ten \u2013 und sich im Anschluss seinen n\u00e4chsten Auftrag abholen soll. Ein fr\u00fcher Baustein der eigenen Mythologie. Zwischen all dem Horror blitzt aber auch Gesellschaftskritik auf. In \u2018Awakening Of The Gods\u2019\u00a0wird Religion als L\u00fcge entlarvt, die Menschen in Sinnlosigkeit und Passivit\u00e4t zur\u00fcckl\u00e4sst. Diese Mischung aus Fantasie und Realit\u00e4t ist bis heute ein Markenzeichen der Band.<\/p>\n<p>Der erste gro\u00dfe Schritt hinaus in die Welt<\/p>\n<p>Nach PLEASURE TO KILL ging es f\u00fcr Kreator erstmals auf richtige Tournee. Das Deb\u00fct hatte nur ein paar vereinzelte Konzerte erm\u00f6glicht, doch jetzt \u00f6ffneten sich T\u00fcren. Die Energie des Albums, seine Radikalit\u00e4t und der Ruf, den es in der Szene sofort bekam, machten Kreator zu einem ernst zu nehmenden Exportgut aus Deutschland.<\/p>\n<p>Kultstatus und ein sp\u00e4tes Chart-Comeback<\/p>\n<p>Dass PLEASURE TO KILL bis heute das vielleicht popul\u00e4rste Kreator-Album ist, zeigt sich sogar auf der Online-Plattform <a href=\"https:\/\/www.discogs.com\/de\/master\/12527-Kreator-Pleasure-To-Kill?srsltid=AfmBOoqlf5KfuPdAKyYAlFWY7hPrZUNulCr19sMEcxxhE5zKHra6BNbp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Discogs<\/a>: Dort teilen Freunde der analogen Musik ihre Sammlungen, in denen das Zweitwerk h\u00e4ufiger gesammelt wurde als jedes andere Werk der Band. 2017 tauchte es \u2013 31 Jahre nach Ver\u00f6ffentlichung \u2013 in den deutschen Charts auf Platz 99 auf, dank einer Remastered-Version.<\/p>\n<p>Und dann war da noch die Netflix-Serie \u2018Dark\u2019: Eine Zeile aus dem Titel-Track wurde dort verwendet, die im Lied nach exakt 33 Sekunden auftaucht \u2013 eine Zahl, die in der Serie eine besondere Bedeutung hat. F\u00fcr viele Fans ein verstecktes Easter Egg, das zeigt, wie tief dieses Album auch in der Pop-Kultur verankert ist.<\/p>\n<p>Ein Zeitzeugnis voller Enthusiasmus<\/p>\n<p>1986 bekam das Album im <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/reviews\/kreator-pleasure-of-kill\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aktuellen METAL HAMMER<\/a> eine f\u00fcnf von sieben in der Bewertung, und Autor Oliver Klemm nannte Kreator die \u201enach <a href=\"https:\/\/www.metal-hammer.de\/artists\/celtic-frost\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Celtic Frost<\/a> beste Death Metal-Band Europas\u201c. Eine Einsch\u00e4tzung, die r\u00fcckblickend fast bescheiden wirkt, wenn man bedenkt, welchen Stellenwert die Band heute hat.<\/p>\n<p>\u2014<br \/>Bestens informiert \u00fcber dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr au\u00dferdem mit unserem Newsletter. 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