{"id":82061,"date":"2026-04-03T13:42:07","date_gmt":"2026-04-03T13:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/82061\/"},"modified":"2026-04-03T13:42:07","modified_gmt":"2026-04-03T13:42:07","slug":"trump-und-die-nato-im-ernstfall-ist-europa-allein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/82061\/","title":{"rendered":"Trump und die Nato: Im Ernstfall ist Europa allein"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Donald Trump irrt. Das Fortleben der Nato liegt im amerikanischen Interesse. Die Amerikaner <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article250857484\/Nato-Weil-Russland-in-absehbarer-Zukunft-die-groesste-Einzelgefahr-war-entstand-das-Buendnis.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article250857484\/Nato-Weil-Russland-in-absehbarer-Zukunft-die-groesste-Einzelgefahr-war-entstand-das-Buendnis.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schlossen das B\u00fcndnis<\/a> auch, weil sie wussten: Als globale Supermacht sind sie zumindest auf Westeuropa als Br\u00fcckenkopf und Drehkreuz zum Nahen Osten und Afrika angewiesen. W\u00e4re Europa in Stalins Faust gefangen gewesen, w\u00e4re Sowjetrussland eine milit\u00e4rische Gr\u00f6\u00dfe geworden, die sich kaum h\u00e4tte eind\u00e4mmen lassen.<\/p>\n<p>Bis heute kann sich Washington aus geostrategischen Gr\u00fcnden kaum erlauben, den Russen Europa als deren Einflusszone vom Atlantik bis zum Ural zu \u00fcberlassen. Im schlimmsten Fall entst\u00fcnde eine eurasische Landmasse, welche die amerikanischen Ambitionen jederzeit herausfordern k\u00f6nnte. Hoffentlich gibt es noch den einen oder anderen vern\u00fcnftigen Zeitgenossen im Wei\u00dfen Haus, der Trump die Grundlinien amerikanischer Au\u00dfenpolitik nahebringen kann.<\/p>\n<p>Diese Pers\u00f6nlichkeiten k\u00f6nnten dem Pr\u00e4sidenten auch erkl\u00e4ren: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69ca5103d1c4a8540bcb7b20\/iran-krieg-warum-europas-entsolidarisierung-ein-schwerer-fehler-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69ca5103d1c4a8540bcb7b20\/iran-krieg-warum-europas-entsolidarisierung-ein-schwerer-fehler-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auch \u201esein\u201c Krieg<\/a>, kein ausschlie\u00dflich europ\u00e4ischer. Ein russischer Sieg \u00fcber Kiew w\u00fcrde s\u00e4mtliche asiatische Verb\u00fcndete an der amerikanischen B\u00fcndnistreue zweifeln lassen. Im Bewusstsein, jederzeit von den Vereinigten Staaten im Stich gelassen zu werden, bildeten sich neue B\u00fcndniskonstellationen, in denen sich einzelne Staaten zu Atomm\u00e4chten aufschw\u00e4ngen, um sich vor Invasionen zu sch\u00fctzen. Andere wiederum suchten ihren Schutz bei China und beendeten das Gleichgewicht der M\u00e4chte zu Lasten der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Donald Trump mag all dies gleichg\u00fcltig sein, er mag weiter den Austritt aus der Nato betreiben. Immerhin m\u00fcsste er in diesem Fall den Kongress auf seine Seite ziehen. Um die Nato zu verlassen, ben\u00f6tigt der Pr\u00e4sident eine Zweidrittelmehrheit. Wom\u00f6glich gelingt ihm selbst dies. Doch auch ohne diesen Salto mortale verf\u00fcgt er \u00fcber gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten, die Nato in sich zusammenst\u00fcrzen zu lassen. Er muss nur die Institution als solche weiterhin infrage stellen.<\/p>\n<p>Je \u00f6fter er es tut, desto schw\u00e4cher wird die Glaubhaftigkeit der Abschreckung, \u00fcber welche die Nato verf\u00fcgt. F\u00fcr die Europ\u00e4er f\u00fchrte das Ende des Verteidigungsb\u00fcndnisses in eine existenzielle Krise. Ohne die Amerikaner gliche ihre Lage milit\u00e4risch der eines Sandkorns im Sturm, einer Nussschale auf hoher See, einem Kaninchen in der Tatze eines (russischen) B\u00e4ren. Es wird h\u00f6chste Zeit, in Alternativen zu denken und Vorkehrungen zu treffen.<\/p>\n<p>Es muss eine Struktur jenseits der EU entstehen<\/p>\n<p>Europas Regierungen sind gut beraten, einen Plan B in den Schubladen zu haben \u2013 selbst im Bewusstsein, dass sie Moskau milit\u00e4risch f\u00fcr lange Zeit kaum etwas entgegensetzen k\u00f6nnen. Sinnvoll w\u00e4re es, die Europ\u00e4ische Union bei einem Nato-R\u00fcckzug der Amerikaner au\u00dfen vor zu lassen und allein auf die Strukturen der Nato zu setzen \u2013 aber eben ohne Washington als F\u00fchrungsmacht. Die EU mit ihrer \u00fcberbordenden B\u00fcrokratie, einer <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus69ca87b2ebee128dc57dfb51\/pfas-verbot-diese-posse-offenbart-das-grundsaetzliche-dilemma-der-eu.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus69ca87b2ebee128dc57dfb51\/pfas-verbot-diese-posse-offenbart-das-grundsaetzliche-dilemma-der-eu.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kommissionspr\u00e4sidentin<\/a>, die mehr auf Schein als auf Sein setzt, und einem Abstimmungsmodus, der nicht konsequent dem Mehrheitsprinzip folgt, eine solche EU ist nicht f\u00e4hig, in Notzeiten eine abschreckende Milit\u00e4rmacht zu formen.<\/p>\n<p>Der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt definierte historische Krisen als \u201ebeschleunigte Prozesse. Der Weltprozess ger\u00e4t pl\u00f6tzlich in furchtbare Schnelligkeit; Entwicklungen, die sonst Jahrhunderte brauchen, scheinen in Monaten und Wochen wie fl\u00fcchtige Phantome vor\u00fcberzugehen und damit erledigt zu sein\u201c. M\u00f6ge es heute auch so sein. Oder noch besser: M\u00f6ge die Krise ausfallen. \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donald Trump irrt. Das Fortleben der Nato liegt im amerikanischen Interesse. 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