{"id":84499,"date":"2026-04-04T23:34:18","date_gmt":"2026-04-04T23:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/84499\/"},"modified":"2026-04-04T23:34:18","modified_gmt":"2026-04-04T23:34:18","slug":"ein-schoeneres-atelier-als-den-zoo-gibt-es-fuer-mich-nicht-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/84499\/","title":{"rendered":"\u201eEin sch\u00f6neres Atelier als den Zoo gibt es f\u00fcr mich nicht\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Ab und zu, sagt Margit K\u00f6nig, wird sie schon untreu: Da reist sie dann beispielsweise nach Frankfurt oder wie zuletzt nach Z\u00fcrich, um die dortigen Tierg\u00e4rten zu besuchen. Ausger\u00fcstet mit Papier, Stiften, Pinseln, Tusche, Wachspastell- und Aquarellfarben sucht sie dann in anderen europ\u00e4ischen Zoos nach richtig guten Momenten, in denen sie die Zootiere malerisch festhalten kann. Wie die Gorillas im Zoo in Z\u00fcrich, die es in Wien nicht gibt. <\/p>\n<p>Ihre Homebase aber ist zweifellos und immer schon der Tiergarten Sch\u00f6nbrunn, in dem man sie jahrein, jahraus fast jeden Tag \u2013 nur an den Wochenenden ist ihr zu viel los \u2013  antreffen kann. H\u00e4ufig sieht man sie, wie sie ihren Klappsessel und ihre schwarze Zeichenmappe auf einem kleinen Wagerl hinter sich herzieht. Oder sie sitzt, \u00fcber ein Blatt Papier gebeugt, konzentriert vor einem Gehege, und malt.  \u201eWas ich male und mit welcher Technik\u201c, sagt sie, \u201ewei\u00df ich vorher nie. Das entscheide ich immer spontan.\u201c<\/p>\n<p>35 Jahre schon ist die Malerin in Sch\u00f6nbrunn unterwegs, inspiriert von den Pflicht-Exkursionen in den Tiergarten w\u00e4hrend des Kunststudiums, die bei ihren Kolleginnen und Kollegen wegen der eher nicht geduldig still sitzenden Tiere nicht \u00fcbertrieben beliebt waren. K\u00f6nig aber blieb hier h\u00e4ngen und sagt heute: \u201eEin sch\u00f6neres Atelier als den Zoo gibt es f\u00fcr mich nicht.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/WasserschweineKoenig.jpg\" alt=\"Die s\u00fcdamerikanischen Wasserschweine aus dem Sch\u00f6nbrunner Tiergarten, eines der Bilder in der Ausstellung von Margit K\u00f6nig, die im Elefantenhaus noch bis 8. April zu sehen ist.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>Die s\u00fcdamerikanischen Wasserschweine aus dem Sch\u00f6nbrunner Tiergarten, eines der Bilder in der Ausstellung von Margit K\u00f6nig, die im Elefantenhaus noch bis 8. April zu sehen ist.\u2003Margit K\u00f6nig <\/p>\n<p>Zum 35-Jahr-Jubil\u00e4um ihrer malerischen T\u00e4tigkeit im Tiergarten ist derzeit eine Jubil\u00e4umsausstellung im Elefantenhaus zu sehen. \u201eDas ist aber keine Retrospektive\u201c, sagt sie, ausgew\u00e4hlt hat sie f\u00fcr die Schau, die noch bis 8. April l\u00e4uft, eher j\u00fcngere Bilder, auf denen sie etwa aktuelle Jungtiere wie die Geparden-Babys (\u201eDa hatte ich Gl\u00fcck, zwei haben neben der Mutter geschlafen\u201c), den Nachwuchs bei den Wasserschweinen oder auch br\u00fctende Pelikane festgehalten hat. Oft verwendet sie, wie sie erz\u00e4hlt, \u201eMischtechniken\u201c; kombiniert also etwa Federzeichnung mit Aquarellmalerei.<\/p>\n<p>Dass K\u00f6nig l\u00e4ngst eine Institution im Zoo ist, merkt man, wenn man mit ihr durch den Zoo spaziert und sie an jeder Ecke einen Tierpfleger gr\u00fc\u00dft. K\u00f6nig ist aber auch im Tiergarten-Wimmelbuch verewigt. Immer wieder begegnet sie erstaunten Kindern, die die \u201eMalerin Margit\u201c aus dem Wimmelbuch kennen und sie dann pl\u00f6tzlich im echten Leben im Zoo sehen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt mag sie den Austausch mit den Zoobesuchern, besonders mit den Kindern. \u201eEs sind ja auch viele Touristen da, da entstehen oft interessante Gespr\u00e4che\u201c, sagt sie. \u201eWenn ich den Menschen erz\u00e4hle, dass ich wirklich alles direkt im Zoo male, interessiert sie das sehr.\u201c Tats\u00e4chlich entstehen alle Bilder direkt beim jeweiligen Gehege, \u201ealles immer direkt und live\u201c, wie die K\u00fcnstlerin es formuliert. Oft malt sie auch gleich mehrere Bilder von einem Tier, \u201ebis ich eines habe, zu dem ich stehe\u201c. Nachbearbeitet werden die Malereien  sp\u00e4ter dann nicht mehr, Tiere von Fotos abzumalen w\u00fcrde ihr sowieso nie in den Sinn kommen. <\/p>\n<p>Die beste Zeit, um im Tiergarten zu malen? \u201eGanz in der Fr\u00fch ist es nat\u00fcrlich am besten\u201c, sagt K\u00f6nig, die sogar vor der offiziellen \u00d6ffnung um 9 Uhr schon in den Zoo darf. Am Morgen, wenn noch wenige Besucher unterwegs sind, kann sie oft ganz besondere Momente einfangen, die Tiere in Ruhe beobachten. Setzt sich etwa vor die Glasscheibe bei den Amur-Leoparden, um das sehr aktive Jungtier zu beobachten. \u201eGerade im Fr\u00fchling\u201c, wenn es viel Nachwuchs gibt, sei es im Zoo interessant, \u201eich mag aber jede Jahreszeit\u201c. Im Winter malt sie eher in den Innenbereichen. Und: Tricks kennt sie nat\u00fcrlich auch, um zu guten Motiven zu kommen: Die W\u00f6lfe etwa werden um 11 Uhr gef\u00fcttert, wenn sie da etwas davor kommt, sind sie besonders neugierig, weil sie schon auf ihre F\u00fctterung warten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tiergarten Sch\u00f6nbrunn.webp\" alt=\"Margit K\u00f6nig bei den Hauswasserb\u00fcffeln im Tiergarten Sch\u00f6nbrunn, die sie auch immer wieder gern malt. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>Margit K\u00f6nig bei den Hauswasserb\u00fcffeln im Tiergarten Sch\u00f6nbrunn, die sie auch immer wieder gern malt. \u2003Clemens Fabry<\/p>\n<p>Andere Tiere malt sie eher selten: Die Sikahirsche und Hirschziegenantilopen etwa \u2013 dass vor Kurzem ein Antilopen-Jungtier von einem Unbekannten erschossen wurde, hat K\u00f6nig von einem Besucher ihrer Ausstellung erfahren \u2013  leben in einem weitl\u00e4ufigen Gehege und halten sich meist in einiger Entfernung zu den Besuchern auf: Zu weit weg also, sagt K\u00f6nig, um den Gesichtsausdruck der Tiere einfangen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Malt sie eigentlich jemals auch Menschen? Schon, sagt K\u00f6nig. Wenn sie in einen anderen Zoo reist \u201ehabe ich immer meinen Block mit und male die Menschen im Zug\u201c. Ab und zu ist sie auch bei Mal-Matineen, \u201eda sind wir f\u00fcnf Frauen, und wir laden verschiedene interessante Leute ein\u201c, die sich malen lassen. Aber auch, wenn Menschen geduldig stillhalten und sich daher leichter malen lassen: Die gro\u00dfe Leidenschaft von K\u00f6nig bleiben die Tiere. <\/p>\n<p>        Info<\/p>\n<p> Margit K\u00f6nig ist au\u00dfer am Wochenende fast t\u00e4glich im Tiergarten Sch\u00f6nbrunn unterwegs, um die Zootiere zu malen.<\/p>\n<p>Im Elefantenhaus im Tiergarten ist derzeit ihre Jubil\u00e4umsausstellung \u201e35 Jahre Malen im Tiergarten Sch\u00f6nbrunn\u201c zu sehen, ihre Bilder k\u00f6nnen auch gekauft werden. Noch bis inklusive 8.4. zu den Zoo-\u00d6ffnungszeiten (9 bis 18.30 Uhr). Infos: <a href=\"https:\/\/www.zoovienna.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zoovienna.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ab und zu, sagt Margit K\u00f6nig, wird sie schon untreu: Da reist sie dann beispielsweise nach Frankfurt oder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":84500,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[158,157,46,42,159,147,161,160,44,30067,148],"class_list":{"0":"post-84499","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art","9":"tag-art-and-design","10":"tag-at","11":"tag-austria","12":"tag-design","13":"tag-entertainment","14":"tag-kunst","15":"tag-kunst-und-design","16":"tag-oesterreich","17":"tag-tiergarten","18":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116349060164852212","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84499","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84499"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84499\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/84500"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84499"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84499"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}