{"id":84567,"date":"2026-04-05T00:59:08","date_gmt":"2026-04-05T00:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/84567\/"},"modified":"2026-04-05T00:59:08","modified_gmt":"2026-04-05T00:59:08","slug":"googles-waymo-wagt-den-sprung-nach-europa-robotaxi-testlauf-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/84567\/","title":{"rendered":"Googles Waymo wagt den Sprung nach Europa: Robotaxi-Testlauf in London"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Waymo-in-London-The-ultimate-test-for-autonomous-driving-11245925.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Ein Vorhaben aus dem Hause Google gleicht einer globalen Reifepr\u00fcfung: Die Stadtverwaltung von London arbeitet seit Jahrzehnten mit Nachdruck daran, die Anzahl der Autos in der Innenstadt zu reduzieren. Doch Waymo schickt nun just dort eine neue Flotte auf die Stra\u00dfe. Die Google-Tochter, die in zehn US-St\u00e4dten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Waymo-startet-regulaeren-Robotaxi-Dienst-in-Miami-11154034.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">bereits zum urbanen Bild geh\u00f6rt<\/a>, hat mit der detaillierten Kartierung der britischen Metropole begonnen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Ein Pilotprojekt im Fr\u00fchjahr <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Waymos-Robotaxis-kommen-2026-nach-London-10767689.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">soll den Weg f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Rollout noch in diesem Jahr ebnen<\/a>. F\u00fcr Waymo steht dabei mehr auf dem Spiel als nur ein neuer Markt. Da in ganz Europa bisher kein kommerzieller Robotaxi-Dienst existiert, fungiert London als Testbett und prestigetr\u00e4chtige B\u00fchne. Bestehe die Technologie hier, <a href=\"https:\/\/www.politico.com\/newsletters\/forecast\/2026\/03\/31\/the-next-big-test-for-self-driving-cars-00852875\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">schreibt Politico in seinem Newsletter Forecast<\/a>, beschleunige das die Expansion selbstfahrender Shuttles auf den gesamten Kontinent.<\/p>\n<p>Die Herausforderung ist gro\u00df: London ist kein gew\u00f6hnliches Pflaster f\u00fcr autonome Systeme. Bisherige <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Robotaxis-Waymo-sammelt-16-Milliarden-ein-und-beschleunigt-globale-Expansion-11163140.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Eins\u00e4tze au\u00dferhalb der USA oder Chinas<\/a> fanden oft unter vergleichsweise einfachen Bedingungen statt, etwa auf den breiten, modernen Boulevards in Golf-Staaten oder in Singapur. Die britische Hauptstadt ist dagegen ein historisch gewachsenes Labyrinth.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr menschliche Fahrer lediglich eine Umstellung beim Lenken bedeutet, scheint f\u00fcr die KI zun\u00e4chst auch nur ein kleiner neuer Teil der Gleichung zu sein. Die wahre Schwierigkeit liegt Politico zufolge aber in der Unvorhersehbarkeit der \u00fcber Jahrhunderte gewachsenen Infrastruktur. Es gibt dort kein strenges Schachbrettmuster wie in San Francisco. Stattdessen m\u00fcnden im Mittelalter angelegte Gassen in un\u00fcbersichtliche Kreisverkehre. Lieferfahrr\u00e4der tauchen an Stellen auf, die keine Simulation perfekt vorhersehen kann. Zudem fehlen strikte Gesetze gegen das unachtsame \u00dcberqueren der Fahrbahn durch Fu\u00dfg\u00e4nger, was die Komplexit\u00e4t der Grenzf\u00e4lle weiter erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Mittelalterliche Anlage als digitale Herausforderung<\/p>\n<p>Waymo begegnet diesem Chaos mit einem stufenweisen Ansatz. Der Google-Ableger setze auf manuelles Mapping, \u00fcberwachte Testfahrten und spezielle Fahrten f\u00fcr Mitarbeiter, hei\u00dft es bei Politico. Dieses Verfahren solle helfen, Erfahrungen aus \u00fcber 200 Millionen gefahrenen Meilen in den USA zu erg\u00e4nzen. Die Firma hoffe zudem auf Synergieeffekte: Die Navigation durch den dichten Nebel San Franciscos etwa k\u00f6nne sich direkt auf Londoner Wetterverh\u00e4ltnisse \u00fcbertragen lassen. Zudem liefere die <a href=\"https:\/\/www.japantimes.co.jp\/business\/2026\/01\/25\/companies\/japan-robotaxis\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kartenerstellung in Tokio bereits wertvolle Erkenntnisse au\u00dferhalb der US-Infrastruktur<\/a>.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt London ein Unikum. In den USA ist das Auto oft Teil der Identit\u00e4t der B\u00fcrger. In London <a href=\"https:\/\/tfl.gov.uk\/corporate\/about-tfl\/the-mayors-transport-strategy\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">verfolgt die Politik dagegen das Ziel<\/a>, 80 Prozent aller Wege ohne Auto zur\u00fcckzulegen. Kritiker geben zu bedenken, dass fahrerlose Autos ohne Passagiere die verhassten Staus sogar noch verschlimmern k\u00f6nnte. Waymo h\u00e4lt dagegen und positioniert sich als Partner der Stadtplanung. Im Vordergrund stehe, L\u00fccken im \u00f6ffentlichen Nahverkehr zu schlie\u00dfen und die Verkehrssicherheit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Gerade beim Thema Sicherheit legt das Unternehmen Wert auf Transparenz und ver\u00f6ffentlicht seine Daten regelm\u00e4\u00dfig. Das gilt auch als Seitenhieb gegen die verschwiegenere Konkurrenz aus China mit Konkurrenten wie Baidu. Doch die Messlatte in Gro\u00dfbritannien liegt hoch, da das Land bereits zu den sichersten Verkehrsr\u00e4umen der Welt geh\u00f6rt. Politisch hat die britische Regierung mit dem <a href=\"https:\/\/www.legislation.gov.uk\/ukpga\/2024\/10\/contents\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Automated Vehicles Act<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bundestag-beschliesst-Gesetz-zum-autonomen-Fahren-unter-Aufsicht-6051554.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vergleichbar zu Deutschland<\/a> \u2013 zwar bereits einen rechtlichen Rahmen f\u00fcr autonomes Fahren geschaffen. Aber viele Detailbestimmungen sollen erst 2027 finalisiert sein \u2013 lange nach dem vorgesehenen Start der Waymo-Autos.<\/p>\n<p>Rechtssicherheit trifft auf verstopfte Stra\u00dfen<\/p>\n<p>Der Erfolg in London wird zudem ma\u00dfgeblich davon abh\u00e4ngen, wie die Stadt den menschlichen Faktor einberechnet. Als Uber vor \u00fcber zehn Jahren startete, zog die Plattform viele Migranten und Geringverdiener an, die auf bessere Bezahlung hofften. Heute klagen Gewerkschaften \u00fcber Stundenl\u00f6hne weit unter dem Mindestniveau. Die Angst vor einer Flotte, die keine Ruhezeiten ben\u00f6tigt, sch\u00fcrt in diesem Umfeld weitere soziale Spannungen.<\/p>\n<p>So fehlen Konzepte f\u00fcr den \u00dcbergang der rund 120.000 Mietwagenfahrer, deren Existenz durch die Automatisierung bedroht ist. Zudem trifft die neue Technik auf eine gespaltene Landschaft aus App-Fahrern und traditionellen Besitzern von Taxis, den sogenannten Black Cabs. Wie London diesen Konflikt l\u00f6st, k\u00f6nnte zur Blaupause f\u00fcr andere europ\u00e4ische Metropolen wie Berlin, Paris oder Madrid werden, in die ebenfalls Robotaxis einziehen sollen. In London entscheidet sich so nicht nur, ob die KI mit engen Kurven klarkommt, sondern ob sie einen Platz in europ\u00e4ischen urbanen Zentren findet.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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