{"id":88384,"date":"2026-04-07T09:57:08","date_gmt":"2026-04-07T09:57:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/88384\/"},"modified":"2026-04-07T09:57:08","modified_gmt":"2026-04-07T09:57:08","slug":"er-macht-staerkere-knochen-im-alter-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/88384\/","title":{"rendered":"Er macht st\u00e4rkere Knochen im Alter m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p>Mit zunehmendem Alter ver\u00e4ndert sich der K\u00f6rper leise, aber sp\u00fcrbar. Knochen verlieren an Stabilit\u00e4t, Br\u00fcche werden wahrscheinlicher, selbst bei kleinen St\u00fcrzen. Allein in Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, viele bemerken die Krankheit erst sp\u00e4t. Umso wichtiger sind Ans\u00e4tze, die nicht nur den Abbau bremsen, sondern den Aufbau gezielt st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Eine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41392-025-02291-y\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Studie<\/a> im Fachjournal Signal Transduction and Targeted Therapy beschreibt einen Rezeptor, der dar\u00fcber mitentscheidet, wie gut sich Knochen erneuern. Das Team der <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/newsdetail\/artikel\/forschung-fuer-staerkere-knochen-und-muskeln-im-alter-2025-07-03\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Universit\u00e4t Leipzig<\/a> sieht darin eine m\u00f6gliche Grundlage f\u00fcr neue Behandlungen, die l\u00e4nger wirken und weniger Nebenwirkungen haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Rezeptor steuert Knochenaufbau \u00fcberraschend direkt<\/p>\n<p>Im Inneren der Knochen arbeiten spezialisierte <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/technologie\/nanoroboter-formen-knochenzellen-durchbruch-aus-muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Zellen<\/a>, die sogenannten Osteoblasten. Sie bauen neues Gewebe auf, lagern Mineralien ein und sorgen daf\u00fcr, dass Knochen stabil bleiben. Diese Zellen haben Gegenspieler, die Osteoklasten. Sie bauen alte Substanz ab.<\/p>\n<p>Der entscheidende Punkt: Beide Prozesse m\u00fcssen im Gleichgewicht bleiben. Ger\u00e4t dieses System aus der Balance, wird der Knochen por\u00f6s.<\/p>\n<p>An dieser Stelle greift der Rezeptor GPR133 ein. Wird er aktiviert, passiert zweierlei gleichzeitig:<\/p>\n<p>Osteoblasten arbeiten aktiver und bilden mehr Knochenmasse<\/p>\n<p>Osteoklasten werden gebremst und bauen weniger Substanz ab<\/p>\n<p>Das Ergebnis sind dichtere und belastbarere Knochenstrukturen.<\/p>\n<p>\u201eMit dem Einsatz der Substanz AP503 konnte sowohl bei gesunden als auch bei osteoporotischen M\u00e4usen die Knochenfestigkeit deutlich gesteigert werden\u201c, sagt Studienleiterin <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/personenprofil\/mitarbeiter\/prof-dr-ines-liebscher\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Prof. Dr. Ines Liebscher<\/a>.<\/p>\n<p>Mechanische Belastung aktiviert den Knochen gezielt<\/p>\n<p>Der K\u00f6rper nutzt diesen Mechanismus im Alltag. Knochen reagieren auf Druck und Bewegung. Wird ein Knochen belastet, senden Zellen Signale aus, die den Aufbau f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die Leipziger Ergebnisse zeigen nun, wie dieser Effekt im Detail funktioniert. Der Rezeptor GPR133 reagiert auf mechanische Reize. Zudem ben\u00f6tigt er den Kontakt zu benachbarten Zellen. Erst das Zusammenspiel beider Faktoren l\u00f6st die volle Wirkung aus.<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt, warum Bewegung eine so gro\u00dfe Rolle spielt. Belastung wirkt direkt auf die Zellen. Sie aktiviert Prozesse, die den Knochen st\u00e4rken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"979\" height=\"555\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/smartup-news.de-neue-hoffnung-im-alter-forscher-finden-schalter-fuer-staerkere-knochen-osteoporose.j.jpeg\" alt=\"Wird der Rezeptor GPR133 im Knochen aktiviert, st\u00e4rkt er den Aufbau durch Osteoblasten und bremst zugleich den Abbau durch Osteoklasten. \u00a9 Biorender \/ Ines Liebscher\" class=\"wp-image-54211\"  \/>Wird der Rezeptor GPR133 im Knochen aktiviert, st\u00e4rkt er den Aufbau durch Osteoblasten und bremst zugleich den Abbau durch Osteoklasten. \u00a9 Biorender \/ Ines Liebscher<\/p>\n<p>Wirkstoff verst\u00e4rkt nat\u00fcrlichen Effekt deutlich<\/p>\n<p>Neben der nat\u00fcrlichen Aktivierung gelang es, den Prozess gezielt anzusto\u00dfen. Daf\u00fcr entwickelten die Forscher eine Substanz, die den Rezeptor direkt aktiviert.<\/p>\n<p>Im Tiermodell erhielten M\u00e4use \u00fcber mehrere Wochen t\u00e4glich den Wirkstoff AP503. Danach waren ihre Knochen messbar stabiler.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Effekte im \u00dcberblick:<\/p>\n<p>h\u00f6here Knochenmasse und bessere Struktur<\/p>\n<p>mehr aktive Knochenzellen<\/p>\n<p>geringerer Abbau durch Osteoklasten<\/p>\n<p>h\u00f6here Belastbarkeit in mechanischen Tests<\/p>\n<p>Besonders wichtig: Der Effekt trat sowohl bei gesunden als auch bei bereits geschw\u00e4chten Knochen auf.<\/p>\n<p>St\u00e4rkere Knochen im Alter r\u00fccken n\u00e4her in den Bereich des Machbaren<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind vor allem f\u00fcr \u00e4ltere Menschen relevant. Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochenmasse ab. Bei Frauen nach den Wechseljahren beschleunigt sich dieser Prozess deutlich.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnte der neue Ansatz helfen. Der Rezeptor wirkt wie ein biologischer Schalter. Wird er aktiviert, verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des Aufbaus.<\/p>\n<p>Die Forscher sehen darin eine Chance, Knochen gezielt zu st\u00e4rken. \u201eDie nun gezeigte, parallele St\u00e4rkung der Knochen beweist einmal mehr das gro\u00dfe Potential f\u00fcr alternde Menschen\u201c, sagt Erstautorin <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/personenprofil\/mitarbeiter\/dr-juliane-lehmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Dr. Juliane Lehmann<\/a>.<\/p>\n<p>Interessant ist ein weiterer Aspekt: Fr\u00fchere Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch die Muskulatur von der Aktivierung profitiert. <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/diabetes-verursacht-nervenschaeden-und-schwaecht-die-knochen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Knochen <\/a>und Muskeln sind eng miteinander verbunden. Wird eines gest\u00e4rkt, wirkt sich das oft auch auf das andere aus.<\/p>\n<p>Bewegung und Signalweg wirken gemeinsam besonders stark<\/p>\n<p>Ein Detail aus der Studie f\u00e4llt besonders ins Gewicht. Bewegung allein verbessert bereits die Knochenstruktur. Der Wirkstoff verst\u00e4rkt diesen Effekt zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>In Kombination zeigte sich:<\/p>\n<p>mehr Knochenvolumen als bei Bewegung allein<\/p>\n<p>stabilere innere Struktur<\/p>\n<p>bessere Widerstandskraft gegen Belastung<\/p>\n<p>Das deutet auf einen gemeinsamen Mechanismus hin. Bewegung liefert den Reiz. Der Wirkstoff verst\u00e4rkt das Signal.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Alltag hei\u00dft das: K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t bleibt entscheidend. Ein gezielter Eingriff kann diesen Effekt noch deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Studie liefert Grundlage f\u00fcr neue Therapien<\/p>\n<p>Die Arbeit der Universit\u00e4t Leipzig geh\u00f6rt zur Grundlagenforschung. Die Ergebnisse stammen aus Zellversuchen und Tiermodellen. Eine Anwendung beim Menschen ist noch nicht erreicht.<\/p>\n<p>Dennoch liefert die Studie wichtige Bausteine. Sie zeigt, welcher Mechanismus hinter dem Knochenaufbau steckt und wie er sich gezielt beeinflussen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>Im Knochen arbeitet ein Rezeptor namens GPR133 wie ein biologischer Schalter: Er f\u00f6rdert den Aufbau durch Osteoblasten und bremst den Abbau durch Osteoklasten.<\/p>\n<p>Im Mausmodell machte der Wirkstoff AP503 die Knochen messbar stabiler; auch Bewegung verst\u00e4rkte den Effekt, weil mechanische Belastung denselben Signalweg nutzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen mit Osteoporose ist das ein wichtiger Ansatz aus der Grundlagenforschung: Er erkl\u00e4rt, wie man Knochen im Alter gezielt st\u00e4rken kann.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: W\u00e4hrend Forscher in Leipzig nach einem biologischen Schalter f\u00fcr st\u00e4rkere Knochen im Alter suchen, arbeitet ein Team in China bereits an einem Kleber, der Br\u00fcche in wenigen Minuten stabilisieren soll \u2013 ganz ohne Schrauben und Platten, mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/knochen-kleber-aus-muscheln-brueche-heilen-in-minuten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de-de\/foto\/mann-paar-frau-gehen-16778091\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Pexels<\/a><\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit zunehmendem Alter ver\u00e4ndert sich der K\u00f6rper leise, aber sp\u00fcrbar. Knochen verlieren an Stabilit\u00e4t, Br\u00fcche werden wahrscheinlicher, selbst&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":88385,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[5441,127,33573,46,42,124,123,33574,33575,33576,26022,44,33577],"class_list":{"0":"post-88384","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alter","9":"tag-altern","10":"tag-ap503","11":"tag-at","12":"tag-austria","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-knochen","16":"tag-knochengesundheit","17":"tag-osteoblasten","18":"tag-osteoporose","19":"tag-oesterreich","20":"tag-uni-leipzig"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116362834579038278","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88384\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88385"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}