{"id":90649,"date":"2026-04-08T11:40:14","date_gmt":"2026-04-08T11:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/90649\/"},"modified":"2026-04-08T11:40:14","modified_gmt":"2026-04-08T11:40:14","slug":"deshalb-hat-jupiter-mehr-grosse-monde-als-saturn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/90649\/","title":{"rendered":"Deshalb hat Jupiter mehr gro\u00dfe Monde als Saturn"},"content":{"rendered":"<p> KYOTO\/JAPAN. Ein japanisches Forschungsteam hat ein Modell vorgestellt, das den Aufbau der Mondsysteme von Jupiter und Saturn neu erkl\u00e4rt. Die Studie wurde am 2. April in Nature Astronomy ver\u00f6ffentlicht und am 7. April durch Phys.org breiter bekannt. Demnach half Jupiters starkes Magnetfeld dabei, mehrere gro\u00dfe Monde zu bewahren, w\u00e4hrend bei Saturn nur Titan als einziger sehr gro\u00dfer Mond herausragt. <\/p>\n<p>Jupiter und Saturn haben die gr\u00f6\u00dften Mondfamilien im Sonnensystem. Derzeit sind bei Jupiter mehr als 100 Monde bekannt. Saturn kommt zusammen mit seinem ausgepr\u00e4gten Ringsystem sogar auf mehr als 280 registrierte Monde. Doch diese Begleiter sind sehr unterschiedlich. Jupiter hat vier besonders gro\u00dfe Monde, darunter mit Ganymed sogar den gr\u00f6\u00dften Mond des Sonnensystems. Bei Saturn sticht dagegen nur Titan heraus, der zweitgr\u00f6\u00dfte Mond im Sonnensystem. Genau diese ungleiche Verteilung wollte das Team erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr simulierten die Wissenschaftler das Innere junger Gasriesen, ihre Magnetfelder und die Scheiben aus Gas und Staub um die Planeten, aus denen Monde entstehen k\u00f6nnen. Solche Scheiben nennt die Forschung circumplanetare Scheiben. Sie gelten als Kinderstube f\u00fcr junge Monde.<\/p>\n<p>Starkes Magnetfeld schafft Schutzraum<\/p>\n<p>Nach dem Modell bildete Jupiters starkes Magnetfeld in der Scheibe eine innere L\u00fccke, einen Bereich mit deutlich weniger Material. Dieser Raum k\u00f6nnte verhindert haben, dass mehrere gro\u00dfe Monde auf dem Weg nach innen verloren gingen. Laut Studie bildet sich eine sogenannte Laplace Resonanz am Rande einer L\u00fccke in der circumplanetaren Scheibe leichter.\u00a0So lie\u00df sich erkl\u00e4ren, warum Jupiter heute ein reiches System gro\u00dfer Monde besitzt.<\/p>\n<p>Bei Saturn reichte das Magnetfeld der jungen Planetenphase laut Studie nicht aus, um einen solchen Hohlraum zu schaffen. Wandernde Monde hatten dort schlechtere \u00dcberlebenschancen, weil sie sich in Richtung Saturn bewegten und vom Planet verschluckt wurden.\u00a0Deshalb entstand nach dem Modell kein \u00e4hnlich dichtes System gro\u00dfer Monde wie bei Jupiter.\u00a0Der Mond\u00a0Titan konnte demnach nur\u00a0auf einer weit au\u00dfen liegenden Bahn\u00a0entstehen.<\/p>\n<p>Blick auf ferne Mondsysteme<\/p>\n<p>Die Autoren sehen darin auch einen wichtigen Hinweis f\u00fcr die Suche nach Exomonden, also Monden bei Planeten um andere Sterne. Gasriesen von der Gr\u00f6\u00dfe Jupiters oder gr\u00f6\u00dfer k\u00f6nnten dem Modell nach eher kompakte Systeme mit mehreren gro\u00dfen Monden bilden. Planeten von Saturngr\u00f6\u00dfe w\u00fcrden eher nur ein oder zwei gro\u00dfe Monde hervorbringen. Eventuell k\u00f6nnte man daraus schlie\u00dfen, dass diese Planeten daf\u00fcr mehr kleinere Monde beherbergen als Systeme \u00e4hnlich wie Jupiter.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Forschung ist das relevant, weil sich mit einem einheitlichen Modell gleich mehrere Mondsysteme erkl\u00e4ren lassen k\u00f6nnten. Zugleich bleibt die Arbeit ein Simulationsmodell, das nun mit k\u00fcnftigen Beobachtungen an Exomonden und Scheiben um junge Planeten gepr\u00fcft werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"KYOTO\/JAPAN. 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