{"id":90976,"date":"2026-04-08T14:49:11","date_gmt":"2026-04-08T14:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/90976\/"},"modified":"2026-04-08T14:49:11","modified_gmt":"2026-04-08T14:49:11","slug":"krebs-wie-entzuendungen-den-darm-noch-jahre-spaeter-anfaelliger-machen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/90976\/","title":{"rendered":"Krebs: Wie Entz\u00fcndungen den Darm noch Jahre sp\u00e4ter anf\u00e4lliger machen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Entz\u00fcndungen im Darm lassen sich in der Regel gut behandeln. Forscher haben nun Hinweise entdeckt, dass sie Spuren in den Zellen hinterlassen k\u00f6nnen \u2013 mit Folgen f\u00fcr das Krebsrisiko.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Darmkrebs z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten Krebserkrankungen. Forscher haben nun nachgewiesen: Chronische Darmentz\u00fcndungen k\u00f6nnten Spuren in den Zellen hinterlassen und das Krebsrisiko auch Jahre sp\u00e4ter erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Eine im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10258-4\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10258-4&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fachjournal \u201eNature\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichte Studie von Forschern des Broad Institute von MIT und Harvard zeigt, dass selbst l\u00e4ngst abgeklungene Entz\u00fcndungen Spuren hinterlassen k\u00f6nnen. Obwohl das Gewebe \u00e4u\u00dferlich verheilt erscheint, behalten manche Darmzellen eine Art molekulares Ged\u00e4chtnis. In Experimenten mit M\u00e4usen zeigte sich: Dieses Ged\u00e4chtnis kann sp\u00e4ter das Tumorwachstum beschleunigen. <\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Untersuchung l\u00f6sten die Forscher bei M\u00e4usen eine Colitis aus, eine chronische Entz\u00fcndung des Dickdarms. Sie beobachteten die Zellen auch noch lange nach der Heilung des Gewebes. Die epigenetischen Markierungen blieben \u00fcber viele Zellteilungen hinweg erhalten und wurden von Stammzellen an ihre Tochterzellen weitergegeben. So entstanden ganze Zelllinien, die sich von gesunden Zellen unterschieden, ohne dass man das von au\u00dfen sehen konnte.<\/p>\n<p>Als die Forscher anschlie\u00dfend zus\u00e4tzlich eine krebsf\u00f6rdernde Mutation einf\u00fchrten, zeigte sich der entscheidende Effekt: In Gewebe mit dieser Vorgeschichte wuchsen die Tumoren schneller und wurden gr\u00f6\u00dfer als in Gewebe ohne fr\u00fchere Entz\u00fcndung. Bestimmte Gene lie\u00dfen sich bereits leichter aktivieren, darunter solche, die das Krebswachstum f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Entscheidend ist das sogenannte Epigenom. Es steuert, welche Gene in einer Zelle aktiviert werden k\u00f6nnen. Die Entz\u00fcndung ver\u00e4ndert diese Steuerung langfristig und macht die Zellen dadurch anf\u00e4lliger f\u00fcr Krebs.<\/p>\n<p>\u201eDiese Erkenntnis ist ein hervorragendes Beispiel daf\u00fcr, wie unsere Erfahrungen und Einfl\u00fcsse unsere zuk\u00fcnftige Gesundheit pr\u00e4gen\u201c, wird Studienleiter Jason Buenrostro von der Harvard University zitiert. \u201eWir haben gezeigt, dass epigenetische Ver\u00e4nderungen das fehlende Puzzleteil im Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr sind, wie Entz\u00fcndungen zu Krebs f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Die Ergebnisse k\u00f6nnten auch erkl\u00e4ren, warum Darmkrebs bei j\u00fcngeren Menschen h\u00e4ufiger wird. Faktoren wie Ern\u00e4hrung oder Umwelt wirken oft nur vor\u00fcbergehend. Trotzdem hinterlassen sie offenbar langfristige Spuren im K\u00f6rper. \u201eIhre Ern\u00e4hrung in der Jugend ist nicht Ihre jetzige Ern\u00e4hrung, aber sie kann Ihr Krebsrisiko im Laufe Ihres Lebens beeinflussen\u201c, wird Erstautor Surya Nagaraja zitiert.<\/p>\n<p>Die Forscher untersuchen nun, ob sich diese Ver\u00e4nderungen auch beim Menschen nachweisen lassen, etwa in Stuhlproben. Das k\u00f6nnte helfen, Risikopersonen fr\u00fcher zu erkennen. Langfristig w\u00e4ren auch Therapien denkbar, die gezielt in diese epigenetischen Prozesse eingreifen.<\/p>\n<p>Noch handelt es sich um Ergebnisse aus Tiermodellen. Ob sich die Mechanismen direkt auf den Menschen \u00fcbertragen lassen, m\u00fcssen weitere Studien zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Entz\u00fcndungen im Darm lassen sich in der Regel gut behandeln. 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