{"id":91359,"date":"2026-04-08T18:44:08","date_gmt":"2026-04-08T18:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/91359\/"},"modified":"2026-04-08T18:44:08","modified_gmt":"2026-04-08T18:44:08","slug":"der-iran-krieg-hat-den-nahen-osten-umgewaelzt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/91359\/","title":{"rendered":"Der Iran-Krieg hat den Nahen Osten umgew\u00e4lzt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der mehr als f\u00fcnfw\u00f6chige Krieg von USA und Israel gegen den Iran hat neue Realit\u00e4ten im Nahen Osten geschaffen \u2013 aber andere, als die Angreifer angestrebt hatten. Das iranische Regime hat den Krieg trotz schwerer Verluste nicht nur \u00fcberlebt, sondern geht gest\u00e4rkt aus dem Konflikt hervor. <\/p>\n<p>Teheran pocht auf die dauerhafte Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus und verlangt den Abzug des US-Milit\u00e4rs aus Nahost. Die iranischen Erfolge sind der Grund daf\u00fcr, dass sich Israel der Feuerpause nur widerwillig beugt und seinen Krieg im Libanon fortsetzen will. Die USA sind trotz milit\u00e4rischer \u00dcbermacht die Verlierer. Vom Frieden bleibt die Region weit entfernt.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump zog in der Nacht zum Mittwoch seine Drohung zur\u00fcck, die \u201eganze Zivilisation\u201c im Iran mit massiven Luftangriffen auszul\u00f6schen, und stimmte einem Vorschlag von Vermittler Pakistan f\u00fcr eine 15-t\u00e4gige Waffenruhe zu. In dieser Zeit wollen die USA und der Iran ab Freitag in Islamabad \u00fcber eine dauerhafte Friedensvereinbarung verhandeln, wie Pakistans Premier Shehbaz Sharif, mitteilte.<\/p>\n<p>Pakistan erkl\u00e4rte, die Feuerpause gelte auch f\u00fcr den Libanon, wo Israel gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz k\u00e4mpft, doch Israel widersprach und setzte den Feldzug fort.<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Gespr\u00e4che in Islamabad ist ein iranischer Zehn-Punkte-Plan, wie Trump best\u00e4tigte. Nach Angaben des US-Pr\u00e4sidenten haben Washington und Teheran in bisherigen Kontakten bereits gro\u00dfe Fortschritte gemacht. Die USA h\u00e4tten einen \u201etotalen und kompletten Sieg\u201c errungen, sagte Trump der Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p>Danach sieht es allerdings nicht aus. Die zehn Punkte enthalten laut iranischen Staatsmedien die Forderungen nach einer dauerhaften iranischen Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus, einer Aufhebung aller Sanktionen und einer Nichtangriffs-Garantie der USA. Au\u00dferdem verlangt Teheran den Abzug des US-Milit\u00e4rs aus dem Nahen Osten und das Recht, weiter Uran anzureichern.\u00a0<\/p>\n<p>Das Regime in Teheran feierte sich als Sieger des Konflikts. \u201eDer Feind hat eine klare, historische und vernichtende Niederlage erlitten\u201c, erkl\u00e4rte der iranische Sicherheitsrat. Der Iran habe \u201edas kriminelle Amerika\u201c dazu gezwungen, die zehn Punkte als Verhandlungsgrundlage zu akzeptieren. Regimeanh\u00e4nger feierten in der Nacht zu Mittwoch auf den Stra\u00dfen iranischer St\u00e4dte.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben USA und Israel wichtige Ziele verfehlt: Die Diktatur der Islamischen Republik in Teheran wurde nicht beendet, der Iran hat seinen Vorrat an 440 Kilogramm hoch angereichertem Uran, das f\u00fcr den Bau einer Atombombe verwendet werden k\u00f6nnte, nicht herausgegeben. Trotz heftiger Bombardements behielt der Iran gen\u00fcgend Raketen und Drohnen f\u00fcr Gegenangriffe.<\/p>\n<p>Vor allem aber hat sich der Iran im Krieg die Kontrolle \u00fcber den Tankerverkehr durch die Stra\u00dfe von Hormus gesichert. Trump erkl\u00e4rte zwar, der Iran werde den Schiffsverkehr durch die Meerenge sofort und vollst\u00e4ndig freigeben. Doch nach iranischer Darstellung d\u00fcrfen Schiffe nur \u201enach Koordination mit den iranischen Streitkr\u00e4ften\u201c die Meeresstra\u00dfe passieren. Zudem will der Iran Mautgeb\u00fchren in H\u00f6he von zwei Millionen Dollar pro Schiff erheben.\u00a0<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Verlierer sind die arabischen Golfstaaten. Sie hatten auf den Schutz der USA vor iranischen Angriffen gehofft und wurden entt\u00e4uscht. Sie haben durch iranische Angriffe wirtschaftliche Milliardenverluste erlitten, und ihr Ruf als stabiler Investitionsstandort und als sicheres Urlaubsziel ist nachhaltig ersch\u00fcttert. Zudem m\u00fcssen sie ab sofort mit einem selbstbewussteren Iran umgehen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis des Krieges sei \u201eeine gewaltige strategische Niederlage f\u00fcr die USA\u201c, schrieb der Politologe Robert Pape von der Universit\u00e4t Chicago auf X: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Niederlage seit Vietnam.\u201c Dagegen steige der Iran in die Riege der Weltm\u00e4chte auf. Man m\u00fcsse fragen, was mit diesem Krieg eigentlich bezweckt werden sollte, kommentierte der Iran-Experte und fr\u00fchere Mitarbeiter des israelischen Milit\u00e4rgeheimdienstes, Danny Citrinowicz, ebenfalls auf X. <\/p>\n<p>Sollte der Iran nach den nun anstehenden Verhandlungen immer noch \u201enukleare Kapazit\u00e4ten\u201c besitzen, werde die neue Realit\u00e4t im Nahen Osten aus Sicht von USA und Israel schlechter aussehen als vorher.<\/p>\n<p>Viel h\u00e4ngt davon ab, inwieweit sich Israel an die Absprachen gebunden f\u00fchlt. Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu bezeichnet es als seine Lebensaufgabe, das iranische Regime zu st\u00fcrzen. Laut Medienberichten versuchte er noch in den vergangenen Tagen, Trump von einer Waffenruhe abzubringen. <\/p>\n<p>Die tiefe Feindschaft zwischen Israel und dem Iran besteht weiter. Zudem ist das radikalisierte Regime in Teheran entschlossen, auch weiterhin anti-israelische Gruppen wie die Hisbollah zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Konflikt k\u00f6nnte deshalb trotz der zweiw\u00f6chigen Waffenruhe wieder aufflammen. Die geplanten Verhandlungen in den kommenden zwei Wochen \u201ebedeuten nicht das Ende des Krieges\u201c, erkl\u00e4rte der iranische Sicherheitsrat. Der Iran gehe mit \u201eabsolutem Misstrauen\u201c gegen\u00fcber den USA in die Gespr\u00e4che. \u201eUnsere Finger sind am Abzug.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der mehr als f\u00fcnfw\u00f6chige Krieg von USA und Israel gegen den Iran hat neue Realit\u00e4ten im Nahen Osten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":91360,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[1493,40,41,39,38],"class_list":{"0":"post-91359","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116370568871695259","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91359\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}