{"id":91858,"date":"2026-04-09T00:41:06","date_gmt":"2026-04-09T00:41:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/91858\/"},"modified":"2026-04-09T00:41:06","modified_gmt":"2026-04-09T00:41:06","slug":"alzheimer-sind-einige-symptome-reversibel-gedaechtnisverluste-gehen-zum-teil-auf-gestoerte-nicht-zerstoerte-hirnnetzwerke-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/91858\/","title":{"rendered":"Alzheimer: Sind einige Symptome reversibel? &#8211; Ged\u00e4chtnisverluste gehen zum Teil auf gest\u00f6rte \u2013 nicht zerst\u00f6rte &#8211; Hirnnetzwerke zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>St\u00f6rung statt Zerst\u00f6rung?<\/p>\n<p>Bei Alzheimer nahm man bisher an, dass die Ged\u00e4chtnisverluste prim\u00e4r durch die Zerst\u00f6rung der Hirnsubstanz verursacht werden \u2013 gerade im Hippocampus gehen im Zuge der Demenz oft besonders viele Neuronen zugrunde. Doch D\u00fczel und sein Team haben anhand der aktuellen Forschungslage ein neues Modell aufgestellt. Nach diesem \u201eCircuit Utilization Framework\u201c geht zumindest ein Teil der Ged\u00e4chtnisprobleme \u2013 vor allem zu Beginn der Demenz \u2013 nicht auf Hirnzellverluste zur\u00fcck, sondern nur auf eine gest\u00f6rte Zusammenarbeit der Hirnnetzwerke.<\/p>\n<p>Ein Teil der Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen k\u00f6nnte demnach darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass bestehende Verbindungen nicht mehr optimal aktiviert oder koordiniert werden. Die Neuronen und funktionellen Verkn\u00fcpfungen des episodischen Ged\u00e4chtnisnetzwerks sind demnach noch vorhanden. Aber die Synapsen, die die n\u00f6tigen Signale weiterleiten, sind dereguliert: Einige reagieren zu schwach, andere dagegen zu stark, wie die Forscher berichten. Die Folge ist eine Dysbalance, die die Funktion des Ged\u00e4chtnisses st\u00f6rt.\n<\/p>\n<p>\u201eWir sehen Hinweise darauf, dass noch erhaltene Funktionskapazit\u00e4ten im Gehirn nicht mehr zuverl\u00e4ssig genutzt werden k\u00f6nnen\u201c, sagt D\u00fczel. \u201eDas er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, gezielt an der Funktionsweise dieser Netzwerke und Schaltkreise anzusetzen.\u201c\n<\/p>\n<p>Wo Therapien ansetzen k\u00f6nnten<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Teams sollten Alzheimer-Therapien daher nicht allein darauf ausgelegt sein, die fortschreitende Zerst\u00f6rung der Hirnzellen zu stoppen. Zus\u00e4tzlich sei es sinnvoll, auch die noch vorhandenen, nur in ihrer Funktion gest\u00f6rten Hirnnetzwerke und Kapazit\u00e4ten zu st\u00e4rken. Solche Therapien k\u00f6nnten helfen, einige Symptome der Demenz zu bessern und in Teilen sogar wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, wie D\u00fczel und seine Kollegen erkl\u00e4ren.\n<\/p>\n<p>Konkret k\u00f6nnte man beispielsweise an der Funktion der Synapsen ansetzen, indem man deren \u00fcbersteigerte oder zu geringe Aktivit\u00e4t durch Medikamente reguliert. Auch eine gezielte Stimulation bestimmter Hirnareale durch elektrische oder magnetische Verfahren k\u00f6nnte die Alzheimer-bedingten Dysbalancen mindern, so die Wissenschaftler. Erste klinische Studien mit Patienten in fr\u00fchen Alzheimer-Stadien haben bereits gezeigt, dass eine solche Stimulation insbesondere des Hippocampus das Ged\u00e4chtnis wieder messbar verbessern kann.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen dieses Wissen besser klinisch nutzen\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas Gehirn hat mehr M\u00f6glichkeiten, als wir lange gedacht haben\u201c, sagt D\u00fczels Kollege Michael Kreutz. \u201eAber wir verstehen erst ansatzweise, wie wir dies gezielt f\u00f6rdern k\u00f6nnen.\u201c Einige Verfahren werden bereits im Rahmen von Studien untersucht. Allerdings ist noch offen, in welchem Umfang sich Ged\u00e4chtnisleistungen im Alltag verbessern lassen und bei wem. Auch Fragen zu Kosten und Verf\u00fcgbarkeit solcher Behandlungen sind noch offen.\n<\/p>\n<p>Dennoch sehen die Forscher in ihren Erkenntnissen einen vielversprechenden Ansatz. \u201eWir m\u00fcssen dieses Wissen besser klinisch nutzen\u201c, sagt D\u00fczel. \u201eEs ist Zeit, Ged\u00e4chtnisprobleme bei Alzheimer auf der Ebene von Schaltkreisen und Rechenprozessen zu betrachten. So k\u00f6nnen wir besser verstehen, welche Prozesse im Gehirn gest\u00f6rt sind und gezielter Interventionen entwickeln und einsetzen.\u201c Das k\u00f6nnte helfen, noch erhaltene Ressourcen des Gehirns zu mobilisieren und zu st\u00e4rken. (Nature Reviews Neurology, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41582-026-01189-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41582-026-01189-9<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>9. April 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"St\u00f6rung statt Zerst\u00f6rung? Bei Alzheimer nahm man bisher an, dass die Ged\u00e4chtnisverluste prim\u00e4r durch die Zerst\u00f6rung der Hirnsubstanz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":91859,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[3626,46,42,1765,9860,20293,124,123,34457,34458,44,30209],"class_list":{"0":"post-91858","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alzheimer","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-demenz","12":"tag-erinnerung","13":"tag-gedaechtnis","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-hirnnetzwerk","17":"tag-hirnschaltkreis","18":"tag-oesterreich","19":"tag-synapsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116371972683861651","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91858"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91858\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}