{"id":92192,"date":"2026-04-09T05:34:08","date_gmt":"2026-04-09T05:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92192\/"},"modified":"2026-04-09T05:34:08","modified_gmt":"2026-04-09T05:34:08","slug":"ungarn-wahl-doku-fruehlingswind-zeigt-magyars-aufstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92192\/","title":{"rendered":"Ungarn-Wahl: Doku &#8222;Fr\u00fchlingswind&#8220; zeigt Magyars Aufstieg"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Budapest im Februar 2024: W\u00e4hrend Ungarns Staatspr\u00e4sidentin Katalin Nov\u00e1k mit bewegter Stimme ihren R\u00fccktritt bekannt gibt, weil sie den Helfer eines Missbrauchst\u00e4ters begnadigt hatte, rollt ein dunkles Auto durch die abendliche Gro\u00dfstadt. Ein schlanker Mann mit wei\u00dfem Hemd steigt aus und geht die Stufen zum Studio des Online-Mediums &#8222;Partiz\u00e1n&#8220; hinauf. Ein Moment, der im Land alles ver\u00e4ndern wird, wie die omin\u00f6se Musik nahelegt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Mit diesem spielfilmreifen Einstieg beginnt der Dokumentarfilm &#8222;Tavaszi sz\u00e9l &#8211; Az \u00e9bred\u00e9s&#8220; (Fr\u00fchlingswind &#8211; Das Erwachen), der in Ungarn bereits nach wenigen Wochen zu den erfolgreichsten Filmen an der Kinokassa z\u00e4hlt. Er handelt vom politischen Aufstieg von P\u00e9ter Magyar, der nun bei den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag wom\u00f6glich Regierungschef Viktor Orb\u00e1n und dessen Fidesz-Partei nach 16 Jahren die Macht entrei\u00dfen k\u00f6nnte. Der Titel bezieht sich auf ein bekanntes ungarisches Volkslied, das h\u00e4ufig auf Kundgebungen der f\u00fchrenden Oppositionspartei TISZA gespielt wird.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Szene, mit der der Film beginnt, hat es freilich in dieser Form nicht gegeben. Magyar, Ex-Mann der fr\u00fcheren Justizministerin Judit Varga und langj\u00e4hriger Fidesz-Insider, trat erst am Tag nach dem R\u00fccktritt der Pr\u00e4sidentin an das Licht der \u00d6ffentlichkeit. Das Filmmaterial von der Fahrt zum &#8222;Partiz\u00e1n&#8220;-Interview stammt von einem sp\u00e4teren Besuch im gleichen Studio. Der Einstieg verdeutlicht aber schon die Erz\u00e4hlperspektive der Dokumentation: Hier hat einer den besonderen historischen Augenblick erkannt, um die Sehnsucht in der Bev\u00f6lkerung nach einem Ende von Orb\u00e1ns Herrschaft zu b\u00fcndeln. Und er opfert sein Leben daf\u00fcr, um diesen Wunsch wahr werden zu lassen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Das ist kein Wahlkampffilm&#8220;, bem\u00fchen sich dennoch die Macher, Claudia S\u00fcmeghy und Tam\u00e1s Yvan Topol\u00e1nszky, bei einem Podiumsgespr\u00e4ch des Veranstalters &#8222;KultPult&#8220; in Wien wenige Tage vor der Wahl zu betonen. Das Filmemacher-Ehepaar hatte sich Anfang 2025 an Magyars Team gewandt mit dem Angebot, dessen politische Karriere hautnah zu dokumentieren. Ein Jahr lang begleiteten sie den aufstrebenden Politiker in fast allen politisch relevanten Situationen. &#8222;Unsere Voraussetzung war: Lasst uns \u00fcberall hin&#8220;, berichtet S\u00fcmeghy vor einem Publikum von rund 100 Auslandsungarn, die sich an diesem Abend in einem Veranstaltungsraum in Wien-Neubau zusammengefunden haben, um den Film gemeinsam anzuschauen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Aufnahmen aus der Insiderperspektive machen dann auch den gr\u00f6\u00dften Reiz des Films aus. &#8222;Unsere Aufgabe war nicht, ihn auf der Leiste sympathisch-unsympathisch zu verorten, sondern auf der Leiste authentisch-unauthentisch&#8220;, betont Topol\u00e1nszky. So erlebt man Magyar im Film ebenso als gereizt, ungeduldig oder kontrollierend, wie m\u00fcde, traurig oder ersch\u00fcttert. Das mit seiner Pers\u00f6nlichkeit am h\u00e4ufigsten verbundene Adjektiv lautet im Film wie im Podiumsgespr\u00e4ch: &#8222;schwierig&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Gleichzeitig gibt es aber auch viele positiv wirkende Momente, etwa Magyars strahlende Augen, wenn er vor der Kamera von seinen drei S\u00f6hnen oder seiner Ex-Frau spricht. Die ehemalige Fidesz-Politikerin Varga bezeichnet ihren Ex-Mann im Gegenzug auf einer Archivaufnahme allerdings auch schon mal als &#8222;dieses Gebilde namens P\u00e9ter Magyar&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Ansonsten sieht man viele Bilder von jubelnden, hoffnungsfrohen Gesichtern und ungarischen Fahnen, unterlegt mit bombastischer Musik. Dazwischengeschnitten sind Interviews mit Wegbegleitern und Politik-Experten. Letztere bleiben jedoch blo\u00dfe Stichwortgeber f\u00fcr die gro\u00dfe Erz\u00e4hlung, die der Film vermitteln will. Der Mix scheint indes nicht nur an der Kinokassa zu funktionieren: Als der Streifen \u00fcber das Osterwochenende kurzzeitig gratis im Internet zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, wurde er mehr als drei Millionen Mal angeklickt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Ein Publizist der Wochenzeitung &#8222;hvg&#8220; hatte seine Kritik \u00fcber den Film (in ironischer Anspielung auf die verblichene Partei LMP &#8211; Politik kann anders sein) &#8222;Propaganda kann anders sein&#8220; betitelt. S\u00fcmeghy und Topol\u00e1nszky hatten sich wiederholt verbeten, ihr Werk als Propaganda verstanden zu wissen. In Wien r\u00e4umte die Filmemacherin indes ein: &#8222;Wenn es Propaganda ist, dann ist es eine Propaganda der Hoffnung.&#8220; Auf jeden Fall ist &#8222;Tavaszi sz\u00e9l&#8220; f\u00fcr Magyar und seine Partei TISZA eine willkommene Wahlkampfhilfe.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">(von Petra Edlbacher\/APA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Budapest im Februar 2024: W\u00e4hrend Ungarns Staatspr\u00e4sidentin Katalin Nov\u00e1k mit bewegter Stimme ihren R\u00fccktritt bekannt gibt, weil sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":92193,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2371,75,152,40,41,1434,7390,39,2066,7389,66,65,64],"class_list":{"0":"post-92192","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-budapest","9":"tag-europa","10":"tag-kino","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-newsticker","14":"tag-parlamentswahlen","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-ungarn","17":"tag-wahlen","18":"tag-welt","19":"tag-world","20":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116373124777069024","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92192"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92192\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}