{"id":92425,"date":"2026-04-09T08:44:09","date_gmt":"2026-04-09T08:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92425\/"},"modified":"2026-04-09T08:44:09","modified_gmt":"2026-04-09T08:44:09","slug":"signale-im-schlaf-deuten-frueh-auf-demenz-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92425\/","title":{"rendered":"Signale im Schlaf deuten fr\u00fch auf Demenz hin"},"content":{"rendered":"<p>N\u00e4chtliche Hirnwellen k\u00f6nnten mit Hilfe von KI fr\u00fch Hinweise auf ein erh\u00f6htes Demenzrisiko geben. Darauf deutet eine gro\u00dfe Studie unter Leitung der University of California in San Francisco (<a href=\"https:\/\/www.ucsf.edu\/news\/2026\/03\/431656\/your-brain-aging-faster-you-are-sleep-may-hold-key\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">UCSF<\/a>) und des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston hin. Im Schlaf zeigen sich demnach offenbar Muster, an denen sich ablesen l\u00e4sst, ob das Gehirn biologisch schneller altert als der Mensch selbst.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Die Signale tauchen offenbar Jahre vor einer m\u00f6glichen Diagnose auf. Viele Teilnehmer galten bei der Schlafmessung noch als kognitiv unauff\u00e4llig. Trotzdem zeigten ihre n\u00e4chtlichen Hirnsignale bereits Unterschiede. Ver\u00f6ffentlicht wurde die <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2846719\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Analyse<\/a> in JAMA Network Open.<\/p>\n<p>Gehirnalterung im Schlaf kann Jahre vorher auffallen<\/p>\n<p>F\u00fcr die Auswertung standen Daten von 7105 Erwachsenen aus f\u00fcnf gro\u00dfen Langzeitstudien zur Verf\u00fcgung. Entscheidend ist ein Messwert aus dem n\u00e4chtlichen EEG: das gesch\u00e4tzte Hirnalter. Er gibt an, ob die Hirnaktivit\u00e4t im <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/zu-spaete-essenszeit-kann-dem-herz-schaden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schlaf <\/a>eher zu einem j\u00fcngeren oder zu einem \u00e4lteren Gehirn passt.<\/p>\n<p>Lag das im Schlaf gemessene Hirnalter um zehn Jahre \u00fcber dem tats\u00e4chlichen Alter, war das sp\u00e4tere Demenzrisiko um 39 Prozent h\u00f6her. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn andere Einfl\u00fcsse herausgerechnet wurden \u2013 etwa Vorerkrankungen, Schlafapnoe oder der geistige Zustand zu Beginn der Untersuchung. Selbst unter Einbezug eines bekannten genetischen Alzheimer-Risikofaktors zeigte sich noch ein Plus von 22 Prozent.<\/p>\n<p>Auch statistisch fiel das Ergebnis robust aus. Die berechneten Werte sprechen daf\u00fcr, dass der Zusammenhang nicht zuf\u00e4llig zustande kam. Zudem \u00e4hnelten sich die Resultate der f\u00fcnf Langzeitstudien insgesamt deutlich, obwohl die Teilnehmergruppen unterschiedlich zusammengesetzt waren.<\/p>\n<p>\u00dcbliche Schlafdaten erfassen vor allem Dauer, Schlafphasen oder Schlafeffizienz. F\u00fcr diese Arbeit war das zu wenig. Entscheidend waren feinere Muster der Hirnaktivit\u00e4t, die in klassischen Schlafwerten kaum sichtbar werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Gehirnaktivit\u00e4t im Schlaf bietet ein messbares Fenster daf\u00fcr, wie gut das Gehirn altert\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/profiles.ucsf.edu\/yue.leng\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Yue Leng<\/a>, Professorin an der University of California in San Francisco.<\/p>\n<p>Aus 13 Hirnsignalen wird ein Alterswert<\/p>\n<p>Das Modell nutzte 13 Merkmale der n\u00e4chtlichen Hirnwellen. Dazu z\u00e4hlten langsame Delta-Wellen aus dem Tiefschlaf, Schlafspindeln \u2013 also kurze, schnelle Aktivit\u00e4tssch\u00fcbe im Gehirn \u2013 und weitere feine Signale, die mit Ged\u00e4chtnisleistung und der Qualit\u00e4t des Schlafs zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Aus diesen Merkmalen errechnete das Team einen einzigen Wert. Fiel er positiv aus, wirkte das <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/fett-funkt-ins-gehirn-gestoerte-signale-koennten-alzheimer-foerdern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Gehirn <\/a>im Schlafsignal \u00e4lter als es dem Lebensalter entsprach. Diese Abweichung hing mit einem h\u00f6heren sp\u00e4teren <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/5-wochen-gehirntraining-senken-demenz-risiko-noch-jahre-spaeter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Demenzrisiko <\/a>zusammen.<\/p>\n<p>Die Studie st\u00fctzt sich auf eine breite Datenbasis. Die Teilnehmer waren 40 bis 94 Jahre alt. Zu Beginn hatte niemand eine bekannte Demenz. Die Nachbeobachtung lief teils \u00fcber viele Jahre.<\/p>\n<p>Wichtige Eckdaten der Analyse:<\/p>\n<p>7105 Erwachsene aus f\u00fcnf Kohorten<\/p>\n<p>1082 sp\u00e4tere Demenzf\u00e4lle<\/p>\n<p>Nachbeobachtung je nach Studie zwischen 3,6 und 16,9 Jahren<\/p>\n<p>Viele Teilnehmer waren anfangs unauff\u00e4llig<\/p>\n<p>Die meisten Teilnehmer galten bei der Schlafmessung noch als kognitiv unauff\u00e4llig. Je nach Kohorte traf das auf 89,9 bis 99,6 Prozent zu. Das macht den Befund so relevant: In den n\u00e4chtlichen Hirnsignalen zeigten sich bereits Auff\u00e4lligkeiten, obwohl im Alltag noch keine klaren Anzeichen eines geistigen Abbaus erkennbar waren.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Alltag taugt das Verfahren noch nicht als fertiger Fr\u00fchtest. Die Autoren sprechen von einem vielversprechenden digitalen Marker, der weiter gepr\u00fcft werden muss. \u201eEs gibt keine einfache L\u00f6sung, um die Gehirngesundheit zu verbessern\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/research.bidmc.org\/human-sleep-and-inflammatory-systems-research-unit\/people\/haoqi-sun-phd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Haoqi Sun<\/a> vom Beth Israel Deaconess Medical Center.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>N\u00e4chtliche EEG-Daten k\u00f6nnen offenbar ein \u201eHirnalter\u201c berechnen, das mit dem sp\u00e4teren Demenzrisiko zusammenh\u00e4ngt: Lag dieses Hirnalter um zehn Jahre \u00fcber dem tats\u00e4chlichen Alter, stieg das Risiko in der Studie um 39 Prozent.<\/p>\n<p>Die Analyse st\u00fctzt sich auf 7105 Erwachsene aus f\u00fcnf Langzeitstudien, von denen 1082 sp\u00e4ter an Demenz erkrankten; die meisten Teilnehmer waren zu Beginn noch kognitiv unauff\u00e4llig.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Einsch\u00e4tzung waren nicht grobe Schlafwerte wie Schlafdauer entscheidend, sondern feine Muster der Hirnaktivit\u00e4t im Schlaf, die k\u00fcnftig als nichtinvasiver digitaler Marker f\u00fcr eine fr\u00fche Risikoerkennung dienen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Schlaf spielt wom\u00f6glich nicht nur beim Altern des Gehirns eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als gedacht \u2013 auch bei ADHS k\u00f6nnten kurze schlaf\u00e4hnliche Phasen mitten im Wachzustand den Fokus immer wieder aus dem Takt bringen. Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/adhs-gehirn-kippt-kurz-in-schlafmodus-konzentration-bricht-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de-de\/foto\/frau-schlaft-935777\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Pexels<\/a><\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00e4chtliche Hirnwellen k\u00f6nnten mit Hilfe von KI fr\u00fch Hinweise auf ein erh\u00f6htes Demenzrisiko geben. 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