{"id":92964,"date":"2026-04-09T14:24:07","date_gmt":"2026-04-09T14:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92964\/"},"modified":"2026-04-09T14:24:07","modified_gmt":"2026-04-09T14:24:07","slug":"kunstkenner-erklaert-warum-menschen-viel-geld-fuer-gemaelde-zahlen-leben-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/92964\/","title":{"rendered":"Kunstkenner erkl\u00e4rt: Warum Menschen viel Geld f\u00fcr Gem\u00e4lde zahlen | Leben &#038; Wissen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>\u201eDas h\u00e4tte ich doch auch malen k\u00f6nnen.\u201c Dieser Gedanke stellt sich erstaunlich oft ein, wenn man vor einem Kunstwerk steht. Gefolgt von: \u201eUnd daf\u00fcr ein paar Tausend Euro oder Millionen?\u201c Preise auf dem Kunstmarkt wirken bisweilen absurd. Der Direktor Thomas K\u00f6hler (60) von der Berlinischen Galerie versucht, sie zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst r\u00e4umt K\u00f6hler mit einer naheliegenden Annahme auf: <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/lifestyle\/kultur\/kunst\/thema-kunst-alle-infos-80204542.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kunst<\/a> sei nicht deshalb teuer, weil sie schwer herzustellen ist. \u201eIch habe gro\u00dfen Respekt vor k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeiten\u201c, sagt er. \u201eAber der Preis eines Werkes hat am Ende wenig mit Material oder Aufwand zu tun.\u201c Jedem Werk gehe ein Prozess voraus \u2013 eine Auseinandersetzung, oft auch eine Krise. Kunst sei Ausdruck von Haltung und Perspektive.<\/p>\n<p>Thomas K\u00f6hler leitet seit 2010 die Berlinische Galerie. Der Kunsthistoriker arbeitete zuvor unter anderem am Museum f\u00fcr Moderne Kunst Frankfurt und am Whitney Museum in New York.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Thomas K\u00f6hler (60) ist Direktor der Berlinischen Galerie in Berlin\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/7c3d1deaf0c4db543ed9f567af166d72,2ae4dc4e.webp\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Thomas K\u00f6hler (60) ist Direktor der Berlinischen Galerie in Berlin<\/p>\n<p>Foto: Harry Schnitger<\/p>\n<p>Millionenpreise und ihre Logik<\/p>\n<p>Doch wie l\u00e4sst sich erkl\u00e4ren, dass Werke wie \u201eSalvator Mundi\u201c von Leonardo da Vinci f\u00fcr rund 383,6 Millionen Euro oder das \u201eBildnis Elisabeth Lederer\u201c von Gustav Klimt f\u00fcr mehr als 204 Millionen Euro verkauft werden? \u201eSolche Summen bewegen sich fast schon im Reich der M\u00e4rchen\u201c, sagt der Kurator \u2013 und dennoch kommen sie zustande.<\/p>\n<p>\u201eKunst ist ein Statussymbol. Die Einzigartigkeit des Kunstwerks geht auf den Besitzer \u00fcber\u201c, so K\u00f6hler. \u201eEs l\u00f6st eine Emotion aus und l\u00e4sst einen Zauber entstehen.\u201c Und dieser Zauber f\u00fchrt dazu, dass Menschen bereit sind, Preise zu zahlen, die rational kaum zu rechtfertigen sind. Wer kauft, kauft nicht nur ein Objekt, sondern ein Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>Einfluss der \u00d6ffentlichkeit<\/p>\n<p>Doch das allein erkl\u00e4rt die Preise nicht. Entscheidend ist laut dem Kunsthistoriker auch, was andere bereit sind zu zahlen und wie die \u00d6ffentlichkeit auf das Kunstwerk reagiert. Auch der Kunstmarkt lebt von Angebot und Nachfrage. \u201eWenn es von einem K\u00fcnstler nur wenige Werke gibt, entsteht automatisch ein Wert, den man nicht wiederherstellen kann.\u201c Ein Bild ist dann nicht nur ein Gegenstand, sondern ein Unikat mit Geschichte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"Portr\u00e4t der Elisabeth Lederer von Gustav Klimt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/18552aed365ec8c44e9adcdf7f0296fd,fbcc03d0.jpeg\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Portr\u00e4t der Elisabeth Lederer von Gustav Klimt<\/p>\n<p>Foto: picture alliance\/Pacific Press<\/p>\n<p>\u201eEs gibt k\u00fcnstlerische Positionen, die sind total beliebt und erfahren enorme Preisanstiege\u201c, sagt K\u00f6hler. \u201eUnd dann \u00e4ndert sich der Blick wieder.\u201c Was heute gefeiert wird, kann morgen schon aus der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/lifestyle\/mode-beauty\/mode-und-beauty\/home-15720810.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mode<\/a> geraten. Wer in Kunst investieren m\u00f6chte, sollte sich laut K\u00f6hler an \u201eBlue-Chip-Art\u201c orientieren \u2013 also an K\u00fcnstlern, deren Werke als besonders wertstabil gelten. Namen wie Pablo Picasso, Andy Warhol, Claude Monet oder Gerhard Richter stehen f\u00fcr diese Kategorie. Ihre Werke sind rar, ihr Ruf gefestigt, ihre Preise durch Auktionen best\u00e4tigt. Doch der Einstiegspreis ist hoch und das Risiko, beim Verkauf nicht die gew\u00fcnschte Summe zu erhalten, bleibt.<\/p>\n<p>Vorsicht vor Hypes<\/p>\n<p>Denn auch im Kunstmarkt gibt es \u00dcbertreibungen. \u201eNicht alles, was kurzfristig im Trend liegt, hat langfristig Bestand. Wie in der Musik gibt es auch in der Kunst Hits, die kommen und wieder verschwinden\u201c, so K\u00f6hler.<\/p>\n<p>F\u00fcr Einsteiger mit begrenztem Budget gilt: Man sollte sich junger, noch nicht etablierter Kunst zuwenden. Ein gutes Gesp\u00fcr geh\u00f6rt ebenfalls dazu \u2013 und im besten Fall auch das richtige Gef\u00fchl. \u201eDas Investieren ist mir zu pragmatisch, zu kalt\u201c, sagt er. \u201eEs muss ein bisschen mehr brennen.\u201c Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort auf die Frage nach dem Wert der Kunst: Sie ist nicht nur das, was sie kostet \u2013 sondern das, was sie ausl\u00f6st.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen \u201eDas h\u00e4tte ich doch auch malen k\u00f6nnen.\u201c Dieser Gedanke stellt sich erstaunlich oft ein, wenn&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":92965,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[158,157,46,42,159,147,2876,161,160,5032,6852,44,210,148],"class_list":{"0":"post-92964","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art","9":"tag-art-and-design","10":"tag-at","11":"tag-austria","12":"tag-design","13":"tag-entertainment","14":"tag-geld","15":"tag-kunst","16":"tag-kunst-und-design","17":"tag-lifestyle","18":"tag-mein-geld","19":"tag-oesterreich","20":"tag-texttospeech","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116375208907776495","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92964\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}