{"id":93814,"date":"2026-04-10T00:25:13","date_gmt":"2026-04-10T00:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/93814\/"},"modified":"2026-04-10T00:25:13","modified_gmt":"2026-04-10T00:25:13","slug":"was-wurde-eigentlich-aus-sky-shield-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/93814\/","title":{"rendered":"Was wurde eigentlich aus \u201eSky Shield\u201c? \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Monatelang war der Begriff in aller Munde: \u201eSky Shield\u201c. \u00d6VP und FP\u00d6 stritten im Nationalratswahlkampf 2024 um \u00d6sterreichs Teilnahme an der Initiative. Die Blauen sahen dadurch \u00d6sterreichs Neutralit\u00e4t gef\u00e4hrdet, die \u00d6VP kritisierte die freiheitliche Ablehnung als \u201eSicherheitsrisiko\u201c. In den blau-t\u00fcrkisen Koalitionsverhandlungen galt das Projekt dann gar als ein ma\u00dfgebliches Hindernis. Seither ist es <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/19519840\/bundesheer-stratege-warnt-bedrohung-kommt-nicht-nur-aus-russland\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">um \u201eSky Shield\u201c<\/a> ruhiger geworden. Ist die Initiative eingeschlafen? Wie steht es derzeit um \u00d6sterreichs Luftabwehr? Die \u201ePresse\u201c sprach dar\u00fcber mit dem Fachjournalisten Martin Rosenkranz von \u201eMilit\u00e4r Aktuell\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIn ,Sky Shield\u2018 ist wei\u00df Gott was hineininterpretiert worden. Es ist aber keine milit\u00e4rische Organisation, die \u00fcber ein Hauptquartier, einen Kommandanten und einen Stab verf\u00fcgt. Es gibt da also auch niemanden, der Befehle erteilt\u201c, sagt Rosenkranz. Vielmehr habe Deutschland mit seiner \u201eEuropean Sky Shield Initiative\u201c eine Vermarktungsplattform schaffen wollen: \u201eDie Deutschen wollten damit ihre Fliegerabwehr-Systeme verkaufen.\u201c Konkret handelt es sich um zwei Systeme. Erstens der Fliegerabwehr-Turm Skyranger 30 von Rheinmetall und zweitens Iris-T-SLM von Diehl Defence \u2013 ein bodengebundenes Luftabwehrsystem f\u00fcr die mittlere Reichweite (bis zu 50 Kilometer Reichweite in einer H\u00f6he von bis zu 25 Kilometern). <\/p>\n<p>\u201eDie Idee war, eine Gruppe von Staaten zu bilden, damit sie gemeinsam die Systeme kaufen und einen besseren Preis bekommen. Zugleich wird bei der Ausbildung, Wartung und bei \u00dcbungen kooperiert\u201c, sagt Rosenkranz. Insgesamt traten 23 Staaten der Initiative bei \u2013 auch \u00d6sterreich schloss sich 2024 an. Nicht dabei sind hingegen Frankreich und Italien: \u201eF\u00fcr die war das uninteressant, weil sie es nur als deutsches Verkaufsvehikel gesehen haben.\u201c <\/p>\n<p>Durch den Beitritt wird den Staaten erm\u00f6glicht, die deutschen Systeme billiger zu bekommen. Sie sind aber nicht verpflichtet, sie zu kaufen. Vielmehr zeigt sich, dass die L\u00e4nder unterschiedlich vorgehen und ein Kauf \u00fcber \u201eSky Shield\u201c nur eine von mehreren Optionen ist. \u201eViele L\u00e4nder, die Teil der Initiative sind, haben ganz andere Systeme gekauft. Finnland, Tschechien, die Slowakei und Rum\u00e4nien haben israelische Systeme beschafft. Die sind bei Sky Shield dabei, f\u00fcr sie hat das Ganze aber keine Auswirkungen\u201c, sagt Rosenkranz. Andere Staaten wie D\u00e4nemark, Slowenien und die Schweiz haben \u00fcber die Initiative hingegen Iris-T-Systeme gekauft. In \u00d6sterreich ist die Entscheidung f\u00fcr ein System noch nicht gefallen: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (\u00d6VP) hat angek\u00fcndigt, dass es heuer so weit sein soll.<\/p>\n<p>Welche Waffen k\u00f6nnte \u00d6sterreich kaufen?<\/p>\n<p>Dass \u00d6sterreich das deutsche System Iris-T-SLM \u00fcber die \u201eSky Shield\u201c-Initiative kauft, ist gut m\u00f6glich. So erkl\u00e4rte Tanner bereits im September 2023, dass \u00d6sterreich plane, diese Systeme zu beschaffen. Sp\u00e4ter hie\u00df es jedoch, dass keine Typentscheidung gefallen sei. Dieses Vorgehen kritisierte im vergangenen Jahr <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/20020482\/bundesheer-pruefer-orten-maengel-bei-beschaffungen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Beschaffungs-Pr\u00fcfkommission des Bundesheeres,<\/a> denn dadurch werde das Vergabeverfahren \u201epr\u00e4judiziert\u201c. Das Verteidigungsministerium wies das zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Rosenkranz verweist darauf, dass neben Iris-T-SLM andere Systeme au\u00dferhalb von \u201eSky Shield\u201c infrage kommen \u2013 darunter SAMP\/T oder CAMM-ER des europ\u00e4ischen Konsortiums MBDA oder die israelischen Systeme Barak-MX oder Spyder. Im Verteidigungsressort werden die Systeme derzeit analysiert; danach entscheidet die Politik. Finanziert werden kann die Beschaffung nur, wenn, wie vorgesehen, die Milit\u00e4rausgaben im Doppelbudget 2027\/2028 deutlich ansteigen.\u00a0<\/p>\n<p>Wie ist das Bundesheer derzeit ausger\u00fcstet?<\/p>\n<p>Derzeit sind die F\u00e4higkeiten des Bundesheeres bei der bodengebundenen Luftabwehr eingeschr\u00e4nkt. Ziele lassen sich nur in einer sehr kurzen Reichweite bek\u00e4mpfen. Etwa durch die Fliegerabwehrlenkwaffen Mistral, die modernisiert werden. Sie k\u00f6nnen Ziele in einer Entfernung von bis zu 6000 Metern und 3000 Metern H\u00f6he treffen. Die 35-Millimeter-Fliegerabwehrkanonen werden ebenso modernisiert, weiters werden 36 Skyranger-Fliegerabwehrt\u00fcrme gekauft. \u201eMan kann sie gegen fast alles einsetzen, was in deren kurze Reichweite kommt\u201c, erkl\u00e4rt Rosenkranz. So lassen sich einzelne Objekte oder Truppen im Einsatz sch\u00fctzen.  <\/p>\n<p>Um gr\u00f6\u00dfere Bereiche zu verteidigen, braucht es Systeme f\u00fcr die mittlere Reichweite. Sie k\u00f6nnten Gefahren wie Kampfjets und Marschflugk\u00f6rper bek\u00e4mpfen: \u201eLetztere fliegen in einer niedrigen H\u00f6he von 20 Metern und in hoher Unterschallgeschwindigkeit von 700 bis 1000 km\/h. \u00dcblicherweise kosten sie pro St\u00fcck mehrere Millionen Euro\u201c, so Rosenkranz. Eine Abwehrrakete f\u00fcr die Systeme mittlerer Reichweite koste ein \u201epaar hunderttausend Euro\u201c, die Abwehr von Marschflugk\u00f6rpern sei also produktionstechnisch und finanziell machbar. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Abwehr kosteng\u00fcnstiger Drohnenschw\u00e4rme und von ballistischen Raketen sind diese Systeme hingegen nicht geeignet. F\u00fcr die Raketenabwehr w\u00e4ren Systeme f\u00fcr die hohe Reichweite erforderlich (mehr als 50 Kilometer Reichweite in einer H\u00f6he von bis zu 35 Kilometern). Solche Systeme sind derzeit nicht Teil des Angebots der \u201eSky Shield\u201c-Initiative. \u00d6sterreichs Bundesregierung hat sich zwar in einem Ministerratsvortrag 2023 dazu bekannt, auch diese Systeme zu beschaffen. \u00dcber dem Vorhaben stehen aber viele Fragezeichen \u2013 vor allem die bisher vollkommen ungekl\u00e4rte Finanzierung. Rosenkranz verweist auch darauf, dass \u00d6sterreich f\u00fcr den Einsatz solcher Systeme auf die Daten der US-Amerikaner angewiesen w\u00e4re: \u201eSo etwas funktioniert nur gut, wenn man eine Vorwarnzeit hat. Und derzeit haben nur die US-Amerikaner die Infrarot-Satelliten, durch die sie Raketenstarts auf der ganzen Welt feststellen k\u00f6nnen.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Welche Pl\u00e4ne w\u00e4lzt die EU bei der Luftabwehr?<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von den Waffenk\u00e4ufen und der \u201eSky Shield\u201c-Initiative, ist f\u00fcr \u00d6sterreich der Plan der EU zum Aufbau eines \u201eEuropean Air Shield\u201c relevant. \u201eDas Projekt soll heuer im zweiten Quartal aus der Taufe gehoben werden und ein richtiger, milit\u00e4rischer Flug- und Raketenabwehrverbund werden\u201c, sagt Rosenkranz. Im Gegensatz zur Verkaufsplattform \u201eSky Shield\u201c gehe es hier schon darum, eine operative Komponente zu schaffen: \u201eEine eigenst\u00e4ndige europ\u00e4ische Handlungsf\u00e4higkeit soll in diesem Bereich etabliert werden.\u201c Allerdings: Wie der \u201eAir Shield\u201c ausgestaltet werde, welche Rolle die Nato spiele und inwieweit \u00d6sterreich mitwirke, sei unklar. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Monatelang war der Begriff in aller Munde: \u201eSky Shield\u201c. \u00d6VP und FP\u00d6 stritten im Nationalratswahlkampf 2024 um \u00d6sterreichs&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93815,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[46,42,52,44,43,45],"class_list":{"0":"post-93814","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-oesterreich","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-bundesheer","11":"tag-oesterreich","12":"tag-republic-of-austria","13":"tag-republik-oesterreich"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93814"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93814\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}