{"id":93914,"date":"2026-04-10T02:31:17","date_gmt":"2026-04-10T02:31:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/93914\/"},"modified":"2026-04-10T02:31:17","modified_gmt":"2026-04-10T02:31:17","slug":"ddr-die-groessten-bands-des-undergrounds-sandow-die-art-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/93914\/","title":{"rendered":"DDR: Die gr\u00f6\u00dften Bands des Undergrounds \u2013 Sandow, Die Art &#038; mehr"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">Die Art: Waviger Post-Punk<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;I want to see the wide wide world&#8220; \u2013 dieser Song dr\u00fcckte Ende der 80er-Jahre in der untergehenden DDR die Sehnsucht so vieler unangepasster Jugendlicher aus. Gesungen wurde er von der Leipziger Band Die Art, die wegen ihres markanten Postpunk-Sounds bald republikweit verehrt wurde. Ihre ersten Tapes mit Hits wie &#8222;I love you Marian\u201c oder &#8222;Das Schiff&#8220; wurden der Band auf ihren Konzerten aus den H\u00e4nden gerissen. Ihr zweites Kassetten-Album &#8222;Dry&#8220; gilt als das meistverkaufte der DDR. Bei einem legend\u00e4ren Konzert 1989 in der Turnhalle der Leipziger Thomas-EOS, wo Die Art gemeinsam mit der Berliner Band die anderen aufttrat, bestand der Hausmeister darauf, dass die schweren Schuhe der hunderten Fans drau\u00dfen bleiben mussten. Wahrscheinlich das einzige Mal, dass die Underground-Szene Leipzigs in Socken Pogo tanzte\u2026\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBis heute hat die \u00e4u\u00dferst produktive Band mehr als ein Dutzend Alben ver\u00f6ffentlicht und damit ein musikalisches Oeuvre geschaffen, dass in Deutschland seinesgleichen sucht. Im Westen der Republik ist die Band nur Kennern ein Begriff, doch im Osten konnte sie ihren Kult-Status bis heute immer wieder erneuern. Neben den Skeptikern ist Die Art die einzige der wichtigen &#8222;anderen&#8220; DDR-Bands, die bis heute regelm\u00e4\u00dfig aktiv geblieben ist.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung3\" class=\"jumpLabel\">Die Vision: Indiepop mit Teen-Appeal<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAls die DDR-Plattenfirma AMIGA in ihrer Samplerreihe &#8222;Kleeblatt&#8220; die 23. Ausgabe mit Musik von WK13, Feeling B, Hard Pop und Sandow ver\u00f6ffentlichte, war der Begriff &#8222;die anderen Bands&#8220; in der Welt. Ein einheitlicher Stil verband diese Bands allerdings nicht. Als &#8222;andere Band&#8220; galten von nun an alle, die sich musikalisch nicht in die Schubladen Rock, Pop oder Heavy Metal einordnen lie\u00dfen und deren Auftreten von dem der etablierten DDR-Bands unterschied. So passte dieses Etikett auch auf Die Vision aus Berlin. Sie spielten synthielastigen Indiepop gemischt mit Folk-Anleihen und w\u00e4ren optisch in der Jugendzeitschrift &#8222;Bravo&#8220; nicht weiter aufgefallen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIhr selbstproduziertes Kassetten-Album &#8222;No Popstars&#8220; war ein Szene-Hit, ihr Song &#8222;Love by wire&#8220; besang eine Liebe \u00fcber Grenzen hinweg. Zu ihrem Kultstatus trug auch bei, dass der Westberliner Szenepapst Mark Reeder sie am 9. April 1988 als Vorband f\u00fcr ein illegales Konzert der Toten Hosen in Pankow buchte. Pikantes Detail: Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Die Vison-S\u00e4nger Niels von Geyer schon als IM f\u00fcr die Stasi. Die Band zerbrach nach zwei Alben Mitte der 90er-Jahre. Kurz darauf moderierte von Geyer im MDR-Fernsehen dann die Sendung &#8222;Dance haus&#8220;, Sprungbrett f\u00fcr Euro-Dance-Acts wie Bl\u00fcmchen oder Scooter.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung4\" class=\"jumpLabel\">Sandow: S\u00e4gende Gitarren und theatralischer Gestus<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nWie Die Skeptiker spielen die aus Cottbus stammenden Sandow am 19. Juni 2026 in Neuruppin beim &#8222;Klassentreffen der Ostmusik&#8220;. Das Einzige, was (fast) alle auftretenden K\u00fcnstler dort eint: Sie alle sind &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KVjaT4Mz8bI\" title=\"Interview mit Kai-Uwe Kohlschmidt von Sandow\" data-ctrl-link=\"{&#039;id&#039;: &#039;ac77acb6-8dcc-435f-9e30-2b20be018219&#039;,&#039;type&#039;:&#039;external&#039;,&#039;window&#039;:{&#039;type&#039;:&#039;blank&#039;,&#039;config&#039;:{&#039;title&#039;:&#039;Interview mit Kai-Uwe Kohlschmidt von Sandow&#039;,&#039;top&#039;:&#039;0&#039;,&#039;left&#039;:&#039;0&#039;,&#039;width&#039;:&#039;0&#039;,&#039;height&#039;:&#039;0&#039;,&#039;status&#039;:&#039;0&#039;,&#039;menubar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;location&#039;:&#039;0&#039;,&#039;scroll&#039;:&#039;0&#039;,&#039;toolbar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;resizable&#039;:&#039;0&#039;}}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Born in the GDR&#8220;<\/a>. Dieses Lied war 1989 f\u00fcr Sandow ein veritabler Hit und nimmt Bezug auf das ber\u00fchmte Konzert von Bruce Springsteen in Berlin-Wei\u00dfensee, wo \u00fcber 100.000 Menschen sehnsuchtsvoll dessen &#8222;Born in the U.S.A.&#8220; mitsangen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit ihrem Frontmann Kai-Uwe Kohlschmidt und dessen an Blixa Bargeld geschulten, exzentrisch-manieristischen Gesangsstil waren Sandow aber schon vorher eine feste Gr\u00f6\u00dfe im DDR-Underground. Der Rockreport <a href=\"https:\/\/www.defa-stiftung.de\/filme\/filme-suchen\/fluestern-schreien\/\" title=\"&quot;fl\u00fcstern &amp; schreien&quot; im DEFA-Archiv\" data-ctrl-link=\"{&#039;id&#039;: &#039;8da4369c-5b47-47e8-a9f1-2810fb882fe3&#039;,&#039;type&#039;:&#039;external&#039;,&#039;window&#039;:{&#039;type&#039;:&#039;blank&#039;,&#039;config&#039;:{&#039;title&#039;:&#039;fl\u00fcstern &amp; schreien im DEFA-Archiv&#039;,&#039;top&#039;:&#039;0&#039;,&#039;left&#039;:&#039;0&#039;,&#039;width&#039;:&#039;0&#039;,&#039;height&#039;:&#039;0&#039;,&#039;status&#039;:&#039;0&#039;,&#039;menubar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;location&#039;:&#039;0&#039;,&#039;scroll&#039;:&#039;0&#039;,&#039;toolbar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;resizable&#039;:&#039;0&#039;}}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;fl\u00fcstern &amp; schreien&#8220;<\/a>, in der sie mitwirkten und in der ihr Song &#8222;Er ist anders&#8220; prominent auftaucht, sahen 1988 eine Million Kinozuschauer. Ihr erstes Album &#8222;Stationen einer Sucht&#8220; erschien im letzten Jahr der DDR und vereint einige ihrer wichtigsten Songs wie &#8222;Schweigen und Parolen&#8220; oder &#8222;Kinder des Verbrechens&#8220;. <\/p>\n<p>Bis heute produziert Kai-Uwe Kohlschmidt Musik f\u00fcr Filme (u.a. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/kino-und-film\/tatort-polizeiruf-schauspieler-kommissare-osten-102.html\" title=\"Tatort &amp; Polizeiruf: 18 Schauspieler aus dem Osten, die den Krimi pr\u00e4gen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tatort und Polizeiruf 110<\/a>) und H\u00f6rspiele. Die Band tritt nur noch sporadisch und bei ausgew\u00e4hlten Ereignissen auf. Unter anderem ist sie am 25. Mai 2026 beim <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/wgt\/wave-gotik-treffen-pfingsten-108.html\" title=\"WGT 2026 Leipzig: Die wichtigsten Infos zum Wave-Gotik-Treffen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wave-Gotik-Treffen (WGT) Leipzig<\/a> im Parkschloss Markkleeberg zu erleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Art: Waviger Post-Punk &#8222;I want to see the wide wide world&#8220; \u2013 dieser Song dr\u00fcckte Ende der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93915,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[35078,35077,10239,46,42,3657,3072,35071,35075,35076,147,10242,10244,35074,208,8431,152,10240,10241,4705,1132,10237,10243,10245,10246,2139,1036,10238,10236,153,154,805,44,3099,35073,1169,35072,148],"class_list":{"0":"post-93914","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-80er-jahre","9":"tag-ag-geige","10":"tag-artour","11":"tag-at","12":"tag-austria","13":"tag-buehne","14":"tag-ddr","15":"tag-die-anderen-bands","16":"tag-die-art","17":"tag-die-skeptiker","18":"tag-entertainment","19":"tag-erlebnis-musik","20":"tag-feature","21":"tag-feeling-b","22":"tag-film","23":"tag-hoerspiele","24":"tag-kino","25":"tag-kino-royal","26":"tag-kinoroyal","27":"tag-klassik","28":"tag-kultur","29":"tag-kulturfernsehen","30":"tag-lebenslaeufe","31":"tag-lesezeit","32":"tag-lesung","33":"tag-literatur","34":"tag-mdr","35":"tag-mdr-figaro","36":"tag-mdr-kultur","37":"tag-music","38":"tag-musik","39":"tag-oper","40":"tag-oesterreich","41":"tag-radio","42":"tag-sandow","43":"tag-theater","44":"tag-underground","45":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116378067441353499","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93914\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}