{"id":94760,"date":"2026-04-10T12:44:13","date_gmt":"2026-04-10T12:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/94760\/"},"modified":"2026-04-10T12:44:13","modified_gmt":"2026-04-10T12:44:13","slug":"es-hat-eine-grosse-kraft-und-verwirrung-sophie-abraham-und-ingmar-jenner-radio-string-quartet-im-mica-interview-mica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/94760\/","title":{"rendered":"\u201eEs hat eine gro\u00dfe Kraft und Verwirrung\u201c \u2013 Sophie Abraham und Ingmar Jenner (radio.string.quartet) im mica-Interview &#8211; mica"},"content":{"rendered":"<p>Das radio.string.quartet ist u.a. f\u00fcr seine gro\u00dfe musikalische Bandbreite bekannt. Seit 2004 schon bewegt sich das Ensemble so spielerisch wie gekonnt zwischen Klassik, Jazz, World Music und Neuer Musik. Sein neues Album \u201eaERO \u2013 four seasons VOL.1\u201c ist Teil einer Tetralogie, deren vierter Teil nach Erde, Feuer und Wasser \u2013 wenig \u00fcberraschend \u2013 der Luft gewidmet ist. Warum das Album trotzdem die eine oder andere \u00dcberraschung bereith\u00e4lt, wie es zum unverwechselbaren \u201eradio.string-Klang\u201c kam und weshalb die Aufnahmen zum aktuellen Album \u201egemeinsamer\u201c denn je stattfanden \u2013 dar\u00fcber sprachen die Cellistin Sophie Abraham und der Geiger Ingmar Jenner mit Markus Deisenberger.<\/p>\n<p>Euer Album \u201eaERO \u2013 four seasons VOL.1\u201c bildet den Schlusspunkt einer Tetralogie \u00fcber die Elemente, aber eigentlich auch nicht, den Vol. 1 impliziert, dass es noch ein Vol. 2 geben wird, oder?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Wir haben mit der Erde begonnen, mit Roland Neuwirth. Dann kam das Wasser, dann das Feuer (\u201eLes couleurs du feu\u201c, mit den M\u00fcnchner Symphonikern; Anm.). Und jetzt ist die Luft dran. Wir betrachten die Luft aus der Perspektive der vier Jahreszeiten, im ersten Teil (Vol.1) den Fr\u00fchling und den Sommer.<\/p>\n<p>Herbst und Winter folgen also noch. Wie kamt ihr \u00fcberhaupt auf die vier Jahreszeiten?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Das hat sich ganz nat\u00fcrlich ergeben, weil wir angefangen haben, zu verschiedenen Zeiten im Jahr Wind aufzunehmen. Bernie (Mallinger, Anm.) ist auf die Idee gekommen, und wir haben daf\u00fcr extra ein Mikrofon besorgt, sind zu unterschiedlichen Jahreszeiten in den Wald und an den See gegangen und haben dort den Wind und die damit verbundenen sehr unterschiedlichen Stimmungen aufgenommen. Im Anschluss daran haben wir damit herumexperimentiert und versucht, uns von dem, was da entstanden war, inspirieren zu lassen. Da wir sehr unterschiedliche, durch die jeweilige Jahreszeit gepr\u00e4gte Aufnahmen hatten, lag der Gedanke nahe, es mit den Jahreszeiten zu verbinden.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ihr seid inspiriert von dieser Idee des formalen Aufbaus, kommt aber ohne direkte Zitate aus?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Genau. Es hat jetzt eigentlich nicht direkt etwas mit den vier Jahreszeiten, d.h. mit den Kompositionen von Vivaldi oder Piazzolla zu tun. Es kommen keine Zitate oder dergleichen vor, nur ein paar versteckte Hinweise. Aber da muss man schon sehr genau hinh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Aber es ist nicht nur die Luft des Windes, auch die Luft des Atems spielt eine Rolle, wenn ich das richtig verstanden habe?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Es ist \u00fcberhaupt die Luft, ja, und es sind auch die Wesen, die sich in der Luft bewegen. Und neben Wind und Atem spielt die Luft auch als architektonischer bzw. physischer und musikalischer Raum eine Rolle. Auf dem Album ist immer wieder viel Platz. Es ist nicht so gedr\u00e4ngt mit Harmonie wie sonst oft, sondern es gibt viel musikalischen Raum.<\/p>\n<p>K\u00f6nnt ihr mit dem Begriff der \u201eKlangreise\u201c etwas anfangen?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: In dem Sinn vielleicht, dass wir versucht haben, alles, was da musikalisch passiert, sehr transparent zu gestalten.<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Ich kann mit dem Begriff nicht so viel anfangen, weil es eigentlich eher ein Ankommen in einem bestimmten Zustand und weniger die Reise dorthin ist. Das bewegt sich nat\u00fcrlich schon durch verschiedene Stimmungen durch, aber wir haben bei der Konzipierung des Albums und auch dann bei der Produktion von Anfang an versucht, einen bestimmten Klang zu haben, der diese Luftigkeit suggeriert, eben nicht das Dichte, Komprimierte, sondern das Offene. Und das, glaube ich, ist uns ganz gut gelungen. Fr\u00fcher haben wir immer wieder mal sehr dicht geschrieben und auch sehr dicht gemischt. Das haben wir dieses Mal ganz bewusst nicht gemacht.<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Wenn ich da noch kurz einhaken darf: Der Sommer ist f\u00fcr mich schon auch, was die Titel betrifft, eine Reise. Wir gehen wirklich durch den Wald, \u201ethrough the woods\u201c hinauf und erleben dann dieses und jenes und irgendwann einmal bekommen wir einen H\u00f6henrausch, kommen \u201einto thin air\u201c, wo wir dann \u201ehigh altitude euphoria\u201c haben, wo wir dann in unseren K\u00f6pfen auch, nachdem wir diesen Gipfel erreicht haben, wieder ein bisschen runtergehen und dann eine H\u00f6hle entdecken\u2026 Das ist, finde ich, schon auch eine Reise. Ingmar hat trotzdem recht mit dem, was er \u00fcber Transparenz und Stimmung gesagt hat. Er hat das auch alles gemischt, und so wirklich daf\u00fcr gesorgt, dass man diese Transparenz h\u00f6ren kann, was wir \u00fcbrigen Mitglieder des Quartetts unglaublich finden.<\/p>\n<p>In eurem letzte mica-Interview, das Michael Ternai mit euch f\u00fchrte, habt ihr gesagt, ihr h\u00e4ttet es euch abgew\u00f6hnt, beim Schreiben eurer Musik in der Besetzung Streichquartett zu denken. Das fand ich sehr interessant. Wie habt ihr das in Zusammenhang mit diesem konkreten Klang auf diesem Album gemacht? Woran habt ihr gedacht?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Das hat bei \u201eIn Between Silence\u201c angefangen. Da haben wir zum ersten Mal nicht mehr vier Notenzeilen gehabt, die wir mit Material aufgef\u00fcllt haben, so wie das \u00fcblicherweise passiert, wenn man f\u00fcr Streichquartett schreibt, sondern wir haben einfach entweder ganz wenig oder ganz viel \u00fcbereinandergeschichtet \u2013 je nachdem, was wir gerade wollten. Manche St\u00fccke gerieten sehr minimalistisch, manche sehr voll und sehr dicht und \u00fcberschreiten bei Weitem das, was ein Streichquartett in Echtzeit eigentlich machen k\u00f6nnte. Bei \u201cB:A:C:H \u2022 like waters\u201d ist das dann weitergegangen. Da haben wir uns dann auf der B\u00fchne mit Elektronik verst\u00e4rkt. Sp\u00e4ter bei \u201eLes couleurs du feu\u201c haben wir das Quartett durch das Orchester erweitert und mit Effekten gearbeitet. Das passiert bei diesem Album eigentlich nicht mehr. Wir sind wieder mehr zur\u00fcck zu einem sehr klaren Quartettklang gegangen. Es gibt zwar immer wieder mal Stellen, wo das Quartett sich quasi durch sich selbst erweitert, indem wir manche Sachen als Loop weiterlaufen lassen, aber im Gro\u00dfen und Ganzen ist es eigentlich wieder mehr so wie vor zehn, f\u00fcnfzehn Jahren ein reines Quartettalbum, das vom Klang der Instrumente lebt und ab und zu vom Klang der Stimmen. In den letzten Jahren hat sich das erfreulicherweise in die Richtung entwickelt, dass wir eigentlich immer machen, was wir wollen. Wenn irgendwas physikalisch unm\u00f6glich wird, dann machen wir es einfach anders. Dann lassen wir uns was einfallen, wie wir es technisch so umsetzen k\u00f6nnen. Trotzdem ist dieses Album wieder viel intimer und viel mehr Quartettklang als die vorherigen Alben. Wir haben wieder mehr f\u00fcr die Instrumente und f\u00fcr unsere Besetzung geschrieben.<\/p>\n<p>Oft liegt in der Einfachheit ja auch die Schwierigkeit, und das Simple wird wirklich sophisticated.<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Eben, ja. Bei \u201eIn Between Silence\u201c war es tats\u00e4chlich so, dass manche St\u00fccke sehr simpel sind und wahrscheinlich m\u00f6glicherweise auch in einem Trio oder Duo funktioniert h\u00e4tten. In dem Fall jetzt ist es \u00e4hnlich. Die Musik hat nicht wirklich nach mehr Material verlangt als jetzt drinnen ist. An der Idee, wie wir komponieren, wird sich, glaube ich, auch nicht mehr viel \u00e4ndern. Wir haben jetzt die M\u00f6glichkeiten, zu machen, was wir wollen und das machen wir auch.<\/p>\n<p>Wie funktioniert das? Jeder von euch kommt mit Ideen und mit Kompositionen und ihr arbeitet dann gemeinsam am Arrangement? Ver\u00e4ndert sich das St\u00fcck dann noch im Prozess?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Das ist ganz unterschiedlich.<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Wir haben seit einigen Jahren einen Jour fix, wo wir uns vier, f\u00fcnf Tage am Ossiacher See treffen und einfach mal gemeinsam spielen und danach Bilanz ziehen, was an Material gesammelt worden ist. \u201eSommer\u201c ist zu einem Gro\u00dfteil so entstanden. Wir haben Ideen gesammelt. Es kommen auch einige von uns und bringen schon kleine oder gr\u00f6\u00dfere Ideen. Dann arbeiten wir dran, lassen uns was einfallen und erg\u00e4nzen es um das, was uns dann nach mehrmaligem H\u00f6ren noch fehlt. In anderen F\u00e4llen ist es wirklich so, dass einer von uns mit fertigen St\u00fccken kommt, wir proben die, wir bessern Dinge aus, wir schauen, ob uns irgendwas einf\u00e4llt, um das noch zu verbessern. Also es ist entweder so oder so. Wir machen tats\u00e4chlich beides. Also immer im Quartett entwickeln, und wenn jemand Lust hat, setzt er sich hin und schreibt wirklich fertige St\u00fccke, die dann nur noch geprobt werden und manchmal tats\u00e4chlich unver\u00e4ndert aufs Album kommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Bikd des radio.string.quartets\" class=\"wp-image-174927\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/radio.string.quartet-\u00a9-Sven-Christian-Wolf-2-1024x681.jpg\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/radio.string.quartet-\u00a9-Sven-Christian-Wolf-2-1024x681.jpg\" alt=\"Bikd des radio.string.quartets\" class=\"wp-image-174927\"  \/>radio.string.quartet \u00a9 Sven Christian Wolf<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, manches ist wirklich fertig, manches entwickelt sich noch stark?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Genau. Aber es ist nicht so, dass alles quasi einzeln fertig gemacht wird und dann nur mehr geprobt und auf die B\u00fchne gebracht wird. Gerade beim aktuellen Album ist der ganze zweite Teil tats\u00e4chlich zu 90% gemeinsam entstanden. Das ist glaube ich eine Premiere. Das hatten wir in der Form noch nie.<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Die H\u00e4lfte von Fr\u00fchling und die H\u00e4lfte des Sommers ist dort entstanden<\/p>\n<p>Das klingt sehr intensiv, diese Zeit am Ossiacher See, oder?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Ja, das ist schon auch sehr intensiv, weil es nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Kraft hat, wenn vier Leute gleichzeitig an etwas arbeiten, aber es hat auch eine gro\u00dfe Verwirrung, weil man gute Ideen haben muss. Das ist alles nicht so einfach. Es ist eine Art zu komponieren, die ich nicht stresslos finde, wenn ich ehrlich bin, aber auch spannend. Herausfordernd, aber auch sehr cool, weil dabei etwas entsteht, was bei den einzelnen Personen sehr wahrscheinlich nicht entstehen w\u00fcrde. Und man kann dann, das ist das Gute, zu Hause alleine daran weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Wie erzielt man diese schwebende Leichtigkeit oder Schwerelosigkeit, die man mit Luft assoziiert und die auf dem Album immer wieder gut r\u00fcberkommt? Ist das bewusst oder entsteht das im Klangk\u00f6rper?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Teilweise ist das sehr bewusst und es passiert auch oft dadurch, dass wir Sachen weglassen. Nach dem \u201eKill-Your-Darlings\u201c-Prinzip.<\/p>\n<p>Welche Darlings werden gekillt?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Ich zupfe zum Beispiel so gerne. Zupf, zupf, zupf\u2026 Und dann sagen die Kollegen manchmal: \u201eHey, das ganze St\u00fcck ist doch schon gezupft. Bitte lass das hier doch mal weg!\u201c Dann denke ich mir im ersten Moment: \u201eNein, ich will doch so gerne!\u201c Aber im Endeffekt ist es nat\u00fcrlich viel besser ohne dem Gezupfe.<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Der Klang der Instrumente bietet sich f\u00fcr Luft geradezu an. Alles, was bewegte Luft ist, hat ein ganz breites Klangspektrum. Und jedes Streichinstrument kann das ideal abbilden. Wir spielen sehr selten mit diesem klassischen, fokussierten Klang, der ganz viel an Spektrum von dem, was eigentlich in unserer Umgebung passiert, wieder wegnimmt. \u00a0Wenn man genau draufschaut, was um die Aussage, den Grundton herum passiert, dann h\u00f6rt man sehr viel. Es geht gar nicht um Imitieren, sondern darum, diese Stimmung zu erzeugen. Der Wind, den man am Anfang des Albums h\u00f6rt, ist gespielt. Urspr\u00fcnglich haben wir gedacht, wir w\u00fcrden die Aufnahmen verwenden, die in der Natur passiert sind. Aber wir haben dann alles mit den Instrumenten gemacht. Diese ersten paar Akkorde, die man h\u00f6rt, sind zwar nur einzelne T\u00f6ne, die wir mehr oder weniger gemeinsam spielen. Aber f\u00fcr mich ist da so viel Bewegung drin, so viel Information, weil die ganzen Kl\u00e4nge rundherum h\u00f6rbar sind. Das gef\u00e4llt vielleicht nicht jedem, aber f\u00fcr mich hat es schon eine sehr spezielle \u00c4sthetik.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, die Field-Recordings dienten letztlich nur der Inspiration?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Genau. Urspr\u00fcnglich haben wir gedacht, mit den Rhythmen, die sich da ergeben \u2013 man h\u00f6rt teilweise, wie \u00c4ste aneinanderschlagen \u2013 zu arbeiten. Die urspr\u00fcngliche Idee war, in diesen Bewegungen und in diesen Ger\u00e4uschen, die man da h\u00f6rt, Musik und Struktur zu finden und die dann zu \u00fcbersetzen. Aber irgendwann hat es sich dann wegentwickelt von dieser Idee.<\/p>\n<p>Was hat euch sonst noch inspiriert?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Wir haben schon mit sehr offenen Ohren andere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler geh\u00f6rt und versucht herauszufinden, was die mit Luft machen. Ich pers\u00f6nlich habe da viel Inspirierendes geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Bild des radio.string.quartets\" class=\"wp-image-174926\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/radio.string.quartet-\u00a9-Sven-Christian-Wolf-1-1024x681.jpg\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/radio.string.quartet-\u00a9-Sven-Christian-Wolf-1-1024x681.jpg\" alt=\"Bild des radio.string.quartets\" class=\"wp-image-174926\"  \/>radio.string.quartet \u00a9 Sven Christian Wolf<\/p>\n<p>Zum Beispiel?<\/p>\n<p>Sophie Abraham: Ich finde, Hania Rani hat auf vielen ihrer Alben viel Raum, aber auch Giacometti finde ich in dieser Hinsicht toll.<\/p>\n<p>Wir haben es beim Album jetzt mit Vol. 1 zu tun. Das bedeutet: Vol. 2 ist in Planung?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Jetzt konzentrieren wir uns erst mal auf den Release von Vol. 1, aber Vol. 2 wird sicher kommen, ja. Es wird auch ziemlich sicher wieder so eine Ossiacher See-Session geben. Herbst und Winter werden noch vertont, d.h. die Luft aus der Perspektive des Herbstes und des Winters.<\/p>\n<p>Weil du, Ingmar, vorher gesagt hast, dass ihr eure Produktionsweise als Quartett sehr ver\u00e4ndert habt. Wann begann dieser Prozess der Ver\u00e4nderung?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Die gro\u00dfe Ver\u00e4nderung trat ein, als Sophie in die Band kam und wir mit \u201eIn Between Silence\u201c anfingen. Da begannen Bernie und ich gemeinsam zu schreiben, und wir hatten ziemlich verr\u00fcckte Ideen. Und dann kam noch der Buge Wesseltoft als Produzent dazu und gab dem Album den Feinschliff. Das war damals auch das erste Mal, dass die Produktion ein Work in Progress war. Das war auch das Album, wo wir erstmals v\u00f6llig ignoriert haben, aus welchen Instrumenten unser Quartett besteht und wie viele Leute wir auf der B\u00fchne sind, sondern einfach gemacht haben, was uns eingefallen ist.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, es ist offener und experimenteller geworden?<\/p>\n<p>Ingmar Jenner: Ja, genau. Wir haben das Klangspektrum vom Cello in Bereiche unterhalb des Kontrabasses, und obwohl es nur zwei Leute in der Band gibt, die singen k\u00f6nnen, haben wir bei einem St\u00fcck einen Chor eingebaut, den wir dann auf der B\u00fchne mittels Loops herstellen. Wir haben begonnen, herumzuspielen, was wie erreichen k\u00f6nnen und uns davon verabschiedet statisch zu sein. Mit Computer und Loopger\u00e4ten l\u00e4sst sich viel machen, nur stellt sich da irgendwann immer der Moment ein, an dem es langweilig wird. Den haben wir zu umgehen versucht, und das ist uns, glaube ich, auch recht gut gelungen. Und seitdem ist es so geblieben. Aber angefangen hat der Wahnsinn, als Sophie in die Band kam. Alle waren offen und haben gesagt: \u201eNa gut, probieren wir es halt!\u201c<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Markus Deisenberger<\/p>\n<p>++++<\/p>\n<p>radio.string.quartet live<br \/>24.04. Kulturpark, Traun<\/p>\n<p>++++<\/p>\n<p>Links:<br \/><a href=\"https:\/\/www.radiostringquartet.net\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">radio.string.quartet<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/radio.string.quartet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">radio.string.quartet (Facebook)<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/artist\/4QUaCfPKt7ui7uOl4tznoA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">radio.string.quartet (Spotify)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das radio.string.quartet ist u.a. f\u00fcr seine gro\u00dfe musikalische Bandbreite bekannt. 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