{"id":95072,"date":"2026-04-10T16:01:07","date_gmt":"2026-04-10T16:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/95072\/"},"modified":"2026-04-10T16:01:07","modified_gmt":"2026-04-10T16:01:07","slug":"die-usa-und-der-iran-koennten-sich-auf-eine-gemeinsame-maut-in-der-strasse-von-hormus-einigen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/95072\/","title":{"rendered":"Die USA und der Iran k\u00f6nnten sich auf eine gemeinsame Maut in der Stra\u00dfe von Hormus einigen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Bis zuletzt soll Donald Trump \u00fcberlegt haben, ob er tats\u00e4chlich seinen Vizepr\u00e4sidenten J.D. Vance nach Islamabad schicken soll, um mit dem Iran zu verhandeln. Einerseits gab es von US-Seite massive Sicherheitsbedenken. Andererseits stand die Frage im Raum, ob Washington wenige Tage nach Vereinbarung\u00a0einer ohnehin wackeligen Waffenruhe\u00a0dem Iran das h\u00f6chstrangige diplomatische Treffen seit 1979 gew\u00e4hren sollte.<\/p>\n<p>Letztlich gaben das Wei\u00dfe Haus und die Sicherheitsdienste gr\u00fcnes Licht und die Air Force Two hob am Freitag von Camp Springs im Bundesstaat Maryland in Richtung Islamabad ab &#8211; obwohl sich beide Seiten bereits einen Bruch der Feuerpause vorwarfen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner wird Vance bei den am Samstag beginnenden Verhandlungen die US-Positionen vertreten. Aus Teheran sollen sich unter anderem Au\u00dfenminister Abbas Araqchi und Parlamentspr\u00e4sident Mohammad-Bagher Ghalibaf in die pakistanische Hauptstadt aufgemacht haben. Zu den logistischen Details hielten sich beide Seiten ebenso bedeckt wie zu vielen inhaltlichen Fragen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Mullah-Regime zirkulierte im Vorfeld erneut seinen aus zehn Punkte bestehenden Plan, den die USA in dieser Form keinesfalls annehmen werden. Er umfasst unter anderem einen Abzug der US-Streitkr\u00e4fte aus der Region, die Aufhebung aller Sanktionen, eine Waffenruhe im Libanon sowie die fortbestehende iranische Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus. Vance wies die meisten iranischen Forderungen im Vorfeld zur\u00fcck, betonte aber, dass die USA mit \u201eausgestreckten H\u00e4nden in die Verhandlungen gehen\u201d.<\/p>\n<p>In der Tat sprechen bei derartigen Gespr\u00e4chen beide Parteien im Vorfeld oft Maximalforderungen aus, um sich dann anzun\u00e4hern. Laut Vance gibt \u201ees mindestens drei verschiedene Zehnpunkte-Pl\u00e4ne des Iran\u201d, wobei das Regime den extremsten ver\u00f6ffentlicht habe. Trump wiederum sprach zuletzt von einem US-Vorschlag, der 15 Punkte umfassen soll. Ver\u00f6ffentlicht hat das Wei\u00dfe Haus diese Forderungen vor dem Treffen in Islamabad nicht.<\/p>\n<p>Sowohl die USA als auch der Iran gaben sich nach au\u00dfen hin \u00fcberzeugt, dem Kriegsgegner Zugest\u00e4ndnisse abringen zu k\u00f6nnen. Hinter vorgehaltener Hand sind beide L\u00e4nder daran interessiert, dass der Krieg ein Ende findet. Analysten zufolge k\u00f6nnte der Iran davon abr\u00fccken, einen Abzug der US-Truppen zu fordern und sich mit einem teilweisen Abbau der Sanktionen zufriedengeben. Washington wiederum \u00fcbt bereits jetzt im Hintergrund Druck auf Israel aus, im Libanon einen Gang zur\u00fcckzuschalten. Eine v\u00f6llige Waffenruhe im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz ist unwahrscheinlich. Das Regime in Teheran k\u00f6nnte sich jedoch mit einer Reduktion der Kampfhandlungen zufriedengeben.<\/p>\n<p>Es bleiben die Stra\u00dfe von Hormus und das Thema der Urananreicherung als zentrale Streitpunkte. Obwohl Trump im Zuge der Waffenruhe angek\u00fcndigt hatte, dass der Iran die Stra\u00dfe von Hormus \u201esofort und vollst\u00e4ndig\u201d \u00f6ffnen werde, war davon bislang wenig zu sehen. Teheran l\u00e4sst scheinbar nur ausgew\u00e4hlte Tanker passieren und soll eine Geb\u00fchr von zwei Millionen Dollar einheben. Trump kritisierte das scharf. \u201eIran macht einen sehr schlechten Job, unehrenhaft w\u00fcrden manche sagen, \u00d6l durch die Stra\u00dfe von Hormus zu lassen. Das ist nicht die Vereinbarung, die wir hatten!\u201d, schrieb der US-Pr\u00e4sident auf Truth Social.<\/p>\n<p>Als Folge der Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe kam es zu einem \u00d6lpreisschock, der sich auch an den Benzinpreisen in den USA zeigt. Das setzt Trump politisch unter Druck, weshalb er unter Umst\u00e4nden auch einer L\u00f6sung, die eine Art Maut beinhaltet, zustimmen k\u00f6nnte. Kritiker verweisen darauf, dass die Stra\u00dfe vor Beginn des Krieges frei passierbar war. Das Wei\u00dfe Haus k\u00f6nnte versuchen, jede Vereinbarung trotzdem als Erfolg zu verkaufen \u2014 mit dem Verweis darauf, dass die milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten Teherans durch die Raketenangriffe dezimiert wurden.<\/p>\n<p>Unklar war zu Beginn der Verhandlungen, wie das Thema der Urananreicherung gel\u00f6st werden kann. Bei den US-Angriffen im vergangenen Jahr wurden die iranischen Atomanlagen zwar schwer besch\u00e4digt. Allerdings d\u00fcrfte Teheran noch \u00fcber 400 Kilogramm an angereichertem Uran verf\u00fcgen, das es aller Voraussicht nach nicht aufgeben will. Trump wiederum spricht davon, dass dieses verbliebene Material, das den Iran m\u00f6glicherweise innerhalb von Monaten nahe an eine Atombombe br\u00e4chte, beseitigt werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran ist in Islamabad nahezu ausgeschlossen. Beide Parteien r\u00e4umen den Verhandlungen bis zu zwei Wochen ein, ehe der br\u00fcchige Waffenstillstand ausl\u00e4uft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bis zuletzt soll Donald Trump \u00fcberlegt haben, ob er tats\u00e4chlich seinen Vizepr\u00e4sidenten J.D. 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