{"id":96617,"date":"2026-04-11T11:54:09","date_gmt":"2026-04-11T11:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/96617\/"},"modified":"2026-04-11T11:54:09","modified_gmt":"2026-04-11T11:54:09","slug":"vor-wahl-in-ungarn-mehr-als-100-000-besucher-bei-konzert-gegen-orban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/96617\/","title":{"rendered":"Vor Wahl in Ungarn: Mehr als 100.000 Besucher bei Konzert gegen Orban"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/buehne-festival-illustration-orban-100.jpg\" alt=\"Eine Rap-Gruppe tritt auf einem Open-Air-Festival auf. Ein Backdrop zeigt eine Illustration Viktor Orb\u00e1ns.\" title=\"Eine Rap-Gruppe tritt auf einem Open-Air-Festival auf. Ein Backdrop zeigt eine Illustration Viktor Orb\u00e1ns. | Denes Erdos\/AP\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.04.2026 \u2022 11:46 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Sie traten auf f\u00fcr einen Systemwechsel: Dutzende Bands haben in Ungarns Hauptstadt Budapest ein Protestkonzert gegen Ministerpr\u00e4sident Orban gespielt. Mehr als 100.000 Menschen kamen.\n    <\/p>\n<p>Von Leon Wohlleben, ARD-Studio Wien\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine der mehr als 50 Bands, die bei dem Protestkonzert in der ungarischen Hauptstadt spielen, ist die Alternative-Rockband Fels\u00f6 Tizezer mit ihrem Frontmann L\u00e1szl\u00f3 Sallai. Am Freitagmittag macht er einen Soundcheck auf der B\u00fchne am noch ziemlich leeren Budapester Heldenplatz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Organisatoren meinten, wenn der Platz hier voll ist, dann sind es mehr als 100.000 Leute&#8220;, sagt Sallai. &#8222;Darauf hoffe ich sehr.&#8220; Bislang haben er und seine Bandmitglieder vor h\u00f6chstens 2.000 Menschen gespielt. Zwei Tage vor der ungarischen Parlamentswahl treten sie nun bei dem Gro\u00dfkonzert hier in Budapest auf, das &#8211; \u00fcbersetzt ins Deutsche &#8211; &#8222;Systemwechsel&#8220; als Titel hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jede der mehr als 50 Musikgruppen spielt einen regierungskritischen Song gegen Ministerpr\u00e4sident Viktor Orban und seine Fidesz-Partei. Organisator R\u00f3bert Puzs\u00e9r erkl\u00e4rt: &#8222;Das Ziel ist es, dass diejenigen, die wegen einer bestimmten Band hierhergekommen sind, politisiert werden. Und nat\u00fcrlich, dass sie w\u00e4hlen gehen und jeden, den sie kennen, zum W\u00e4hlen mitnehmen.&#8220;<\/p>\n<p>    Opposition liegt in Umfragen vorne<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit Jahren hat es in Ungarn kein Konzert in diesem Ausma\u00df gegeben &#8211; die erhofften mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher werden im Laufe des Abends erreicht. Die Hoffnung von Organisator Puzs\u00e9r und den K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern liegt darin, dass sich viele Menschen im Land hinter Orbans st\u00e4rksten Gegenkandidaten Peter Magyar von der Tisza-Partei stellen &#8211; auch wenn er nicht ihre Meinung vertritt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Orban k\u00f6nnte sein Amt tats\u00e4chlich nach 16 Jahren in Folge verlieren. Unabh\u00e4ngige Umfragen variieren zwar stark in den genauen Prozentpunkten. H\u00e4ufig haben Magyar und seine Tisza-Partei aber mehr als zehn Prozentpunkte Vorsprung gegen\u00fcber Orbans Partei Fidesz.<\/p>\n<p>    Sichtbarkeit der Opposition<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei dem Konzert am Heldenplatz geht es aber nicht um Prozentzahlen, sondern um Bilder. Die Veranstalter wollen sichtbar machen, wie viele Menschen sich gegen Orban richten. Denn Gr\u00fcnde daf\u00fcr h\u00f6rt man rund um den Platz reichlich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zum Beispiel bei Musiker L\u00e1szl\u00f3 Sallai, der bis vor zwei Jahren noch Lehrer war, aber nicht mehr zur\u00fcck ins Bildungssystem will. Er beschwert sich \u00fcber die Lernbedingungen f\u00fcr die Kinder und Jugendlichen an den \u00f6ffentlichen Schulen. &#8222;Das sind alte Geb\u00e4ude, die dringend renoviert werden m\u00fcssen&#8220;, sagt Sallai.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch auch an den gesetzlichen Vorgaben f\u00fcr die Lehrpl\u00e4ne st\u00f6rt sich Sallai. Diese h\u00e4tten in den vergangenen Jahren stark zugenommen, sagt der Musiker. Und: &#8222;Bei der Unterrichtslekt\u00fcre dr\u00fccken sie uns immer mehr rechte Autoren in den Lehrplan &#8211; die auch nicht wirklich gut schreiben.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Meine Freunde haben schon ihre Koffer gepackt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um 16 Uhr beginnt das Konzert, der Heldenplatz ist mittlerweile gut zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt. Sallai und seine Band m\u00fcssen aber noch etwas warten, ihr Auftritt ist erst am fr\u00fchen Abend. Noch sind ein paar andere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler dran.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Publikum ist im Durchschnitt jung &#8211; im Schnitt zwischen 20 und 30 Jahre alt. Angesprochen darauf, warum sie hier sind, spricht eine Frau dar\u00fcber, dass sich Ungarn von der EU entfremde und sie Angst habe, dass stattdessen Russland immer wichtiger werde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Mann mit Familie sagt: &#8222;Meine Freunde haben alle gesagt, dass sie schon ihre Koffer gepackt haben. Wenn die Fidesz gewinnt, werden alle nach Deutschland oder \u00d6sterreich gehen.&#8220; Und eine Jugendliche erz\u00e4hlt: &#8222;Ich finde es sehr wichtig, dass daraus ein richtiges Gemeinschaftserlebnis wird. Dass die Menschen Lust bekommen, w\u00e4hlen zu gehen und dass sie mit ihrer Meinung nicht allein sind.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Zahlreiche Menschen haben sich zu dem Protestkonzert auf dem Budapester Heldenplatz versammelt.\n                    <\/p>\n<p>    Erwartungen der Veranstalter \u00fcbertroffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gegen 18 Uhr ist dann auch L\u00e1szl\u00f3 Sallai mit seiner Band dran. Er hat seine Gitarre schon in der Hand, noch zwei Schritte sind es bis auf die B\u00fchne. Da sagt er: &#8222;Ich bin wirklich aufgeregt. Ich habe noch nie vor so vielen Menschen gespielt.&#8220; Ein paar Sekunden sp\u00e4ter steht er vor dem komplett gef\u00fcllten Heldenplatz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch wenn es keine offiziellen Zahlen gibt, \u00fcbertreffen die Menschenmengen die Erwartungen der Veranstalter. Die Szene ist vergleichbar mit der Berliner Fanmeile auf der Stra\u00dfe des 17. Juni. Das Publikum staut sich sogar \u00fcber den Heldenplatz hinaus &#8211; noch einige hunderte Meter entlang einer Budapester Prachtstra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.04.2026 \u2022 11:46 Uhr Sie traten auf f\u00fcr einen Systemwechsel: Dutzende Bands haben in Ungarns Hauptstadt Budapest&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":96618,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[786,40,41,13584,3339,39,38,2066],"class_list":{"0":"post-96617","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-konzert","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-orban","12":"tag-protest","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-ungarn"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116385943563911851","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96617"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96617\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/96618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}