{"id":98011,"date":"2026-04-12T09:11:11","date_gmt":"2026-04-12T09:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98011\/"},"modified":"2026-04-12T09:11:11","modified_gmt":"2026-04-12T09:11:11","slug":"pionier-der-moderne-bildband-entdeckt-cezannes-spaetwerk-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98011\/","title":{"rendered":"Pionier der Moderne: Bildband entdeckt C\u00e9zannes Sp\u00e4twerk neu"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/covercezanne-102.webp.webp\" alt=\"Cover: C\u00e9zanne (Ausstellungskatalog Fond. Beyeler)\" title=\"Cover: C\u00e9zanne (Ausstellungskatalog Fond. Beyeler) | Ulf K\u00fcster f\u00fcr die Fondation Beyeler\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Bildsch\u00f6ne B\u00fccher: &#8222;Cezanne&#8220; (4 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 12.04.2026 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">In der &#8222;Fondation Beyeler&#8220; nahe Basel findet derzeit eine gro\u00dfe C\u00e9zanne-Ausstellung statt. F\u00fcr alle, die diese Reise nicht schaffen, gibt es den passenden Katalog dazu mit dem schlichten Titel &#8222;Cezanne&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/guido-pauling,pauling108.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Guido Pauling<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Ein fl\u00fcchtig hingestricheltes Dreieck, mit nur wenigen hellblauen Linien: ganz klar ein Berg. Dazu zwei, drei Tupfen &#8211; angedeutete B\u00e4ume. Einige Flecken darunter, ein breiter Klacks in Gelb: ein Kornfeld. In Olivgr\u00fcn: Buschwerk oder eine Weide. Der Gro\u00dfteil der Leinwand aber bleibt unbemalt, farblos. Und doch zeigt sich unverkennbar der H\u00f6henzug Sainte-Victoire in der Provence, gesehen von Westen, vom Atelierhaus des Malers Paul C\u00e9zanne.<\/p>\n<p class=\"\">Der malte das 1.000 Meter hohe Kalksteingebirge immer wieder aufs Neue; genau 44 Mal in \u00d6l, 43 Mal mit Aquarellfarben. Allein zehn Bilder dieser Serie enth\u00e4lt der feine Ausstellungskatalog der Fondation Beyeler und l\u00e4sst die Betrachter vergleichen: Naturnah realistisch zeigt ein \u00d6lgem\u00e4lde von 1887 die d\u00f6rfliche Landschaft. Nur ein Jahr sp\u00e4ter erscheint die gleiche Szenerie als ein hellgraues Trapez (das Gebirge), mit horizontalen gr\u00fcnen Linien davor (die Ebene) und einzelnen ocker-braunen Flecken. Ein drittes Bild, ein Aquarell von 1888, lebt vor allem von Kreisen und Kurven: Baumkronen, H\u00fcgel, Felsmassive sind nur angedeutet.<\/p>\n<p>    Wie C\u00e9zanne Picasso und Matisse pr\u00e4gte<\/p>\n<p class=\"\">Komplett abstrakt wird keines der Bilder &#8211; doch C\u00e9zanne wagt sich nahe an diesen Stil heran. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum er bis heute als &#8222;Pionier der Moderne&#8220; bezeichnet wird. Ein Pionier ist kein Vollender, eher ein Wegbereiter, w\u00f6rtlich: &#8222;Pfostenstecker&#8220;, der f\u00fcr sein Vorausgehen viel Kritik, H\u00e4me und Unverst\u00e4ndnis einstecken muss. &#8222;Es ist bestimmt ein Augenfehler im Spiele&#8220;, war noch einer der harmlosen Kritiker-Kommentare.<\/p>\n<p class=\"\">Der Ruhm kam sp\u00e4t, allenfalls in seinen letzten Lebensjahren nach 1895. Es ist vor allem der Nachruhm, der den Namen C\u00e9zanne heutzutage so gro\u00df macht. &#8222;Unser aller Vater!&#8220; nannte ihn Pablo Picasso. Henri Matisse ging noch weiter, als er \u00fcber ein Gem\u00e4lde C\u00e9zannes schrieb: &#8222;Es hat mich in den kritischen Momenten meines k\u00fcnstlerischen Schaffens moralisch gest\u00e4rkt. Ich habe daraus meinen Glauben und meine Ausdauer gesch\u00f6pft.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Die Badenden&#8220;, die es Matisse derart angetan hatten, finden sich in zahlreichen Varianten im Bildband: Das Lieblingsmotiv C\u00e9zannes wandelte sich im Laufe der Jahre &#8211; \u00e4hnlich wie das Sainte-Victoire-Gebirge &#8211; von einem klassischen Motiv zu einer hingestrichelten Komposition aus Formen und Farben, bei der Gegenst\u00e4ndliches immer unwichtiger wurde.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/wissenschaft113.webp.webp\" alt=\"Aufgeschlagene B\u00fccher\" title=\"Aufgeschlagene B\u00fccher | Vladimir Melnikov fotolia, Vladimir Melnikov\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bildb\u00e4nde \u00fcber Architektur, Menschen oder Landschaften sind immer ein Genuss f\u00fcr die Augen. NDR Kultur stellt immer wieder herausragende Neuerscheinungen im Programm vor.<\/p>\n<p>    C\u00e9zannes radikale Technik der Modulation<\/p>\n<p class=\"\">Der Maler \u00c9mile Bernard war einer der wenigen, der C\u00e9zannes Arbeitsweise verstand: &#8222;Er begann mit den Schattenteilen und mit einem Fleck, auf den er einen zweiten, gr\u00f6\u00dferen setzte, dann einen dritten, bis alle diese Farbt\u00f6ne, einander deckend, mit ihrem Kolorit den Gegenstand modellierten. Da begriff ich, dass (\u2026) diese Modulationen eine im Voraus (\u2026) festgesetzte Richtung hatten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Schatten, farbige Flecken, neben- und \u00fcbereinander gepinselt: Das Titelmotiv des Bildbands macht diese Maltechnik anschaulich. Am deutlichsten wird sie in den Aquarellen, die C\u00e9zanne nach 1900 in seinen 60ern malte. Sie und die Arbeiten mit Grafitstift sind wohl der bemerkenswerteste Teil des Buches.<\/p>\n<p>    C\u00e9zannes Sp\u00e4twerk: bahnbrechend und doch schnell \u00fcberholt<\/p>\n<p class=\"\">Dieser Ausstellungskatalog bietet keine komplette Werkschau; es geht Museum und Verlag um das Sp\u00e4twerk, das am besten zeigt, wie weit der Eigenbr\u00f6tler neue, moderne Sehweisen wagte &#8211; und dann doch nicht so weit ging wie Kubisten oder Abstrakte. In seiner Zeit war er Avantgarde: absolut bahnbrechend. Und doch bald nach seinem Tod 1906 von anderen \u00fcberholt.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/covercezanne-102.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/covercezanne-102.webp.webp\" alt=\"Cover: C\u00e9zanne (Ausstellungskatalog Fond. Beyeler)\" title=\"Cover: C\u00e9zanne (Ausstellungskatalog Fond. Beyeler) | Ulf K\u00fcster f\u00fcr die Fondation Beyeler\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>        <\/a><\/p>\n<p>      Cezanne<\/p>\n<p>von Ulf\u00a0K\u00fcster (Hg.)<\/p>\n<p>            Seitenzahl:<br \/>\n            200 Seiten<\/p>\n<p>            Genre:<br \/>\n            Bildband<\/p>\n<p>            Verlag:<br \/>\n            Hatje Cantz<\/p>\n<p>            ISBN:<br \/>\n            978-3-7757-6229-8<\/p>\n<p>            Preis:<br \/>\n            58 \u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Bildsch\u00f6ne B\u00fccher: &#8222;Cezanne&#8220; (4 Min) Stand: 12.04.2026 06:00 Uhr In der &#8222;Fondation Beyeler&#8220; nahe Basel findet derzeit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98012,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[158,157,46,42,15088,15084,11503,36225,159,147,161,160,44,148],"class_list":{"0":"post-98011","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art","9":"tag-art-and-design","10":"tag-at","11":"tag-austria","12":"tag-bildband","13":"tag-bildbaende","14":"tag-buch","15":"tag-cezanne","16":"tag-design","17":"tag-entertainment","18":"tag-kunst","19":"tag-kunst-und-design","20":"tag-oesterreich","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116390964988243428","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98011\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}