{"id":98460,"date":"2026-04-12T14:44:06","date_gmt":"2026-04-12T14:44:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98460\/"},"modified":"2026-04-12T14:44:06","modified_gmt":"2026-04-12T14:44:06","slug":"mit-einer-stimme-sprechen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98460\/","title":{"rendered":"Mit einer Stimme sprechen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Was ist wichtig, wenn ein Familienunternehmen auf die n\u00e4chste Generation \u00fcbergeht? Die Antwort ist f\u00fcr Lukas Minichmayr klar: \u201eDass mit einer Stimme gesprochen wird.\u201c Der 34-J\u00e4hrige wei\u00df, wovon er spricht, denn er hat die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Logistik-Unternehmens Frachtmeister von seinem Vater \u00fcbernommen. Beiden sei wichtig gewesen, dass \u201ealle dieselben Ziele verfolgen, Verwirrung vermieden wird und die Kollegen immer gewusst haben, an wen sie sich wenden k\u00f6nnen\u201c. <\/p>\n<p>Oder anders gesagt: Trotz manchmal unterschiedlicher Meinungen, die sich allein schon aus dem Generationsunterschied zwischen seinem Vater und ihm ergeben haben, achteten die beiden stets darauf, nach au\u00dfen hin geschlossen aufzutreten.<\/p>\n<p>Vater Peter (63) und Sohn Lukas Minichmayr gelang dabei etwas, was nicht allen Familien gelingt: die langfristige Planung des \u00dcbergangs. \u201eEs war ein schleichender Prozess, der sich \u00fcber Jahre erstreckt hat\u201c, sagt Lukas Minichmayr. Konkret war es 2022 geworden, als sein Vater anl\u00e4sslich seines 60. Geburtstages, die \u00dcbergabe als logischen Schritt auch \u00f6ffentlich kommunizierte und seinen Sohn zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer machte. 2014 war Lukas Minichmayr in das Unternehmen eingestiegen, als sein Vater erkrankt war.<\/p>\n<p>Erst im Controlling, sp\u00e4ter \u00fcbersiedelte er als \u201eL\u00fcckenf\u00fcller\u201c zur Kostenrechnung, danach durchlief er, sein Vater war in der Zwischenzeit wieder gesund, verschiedene Bereiche und gr\u00fcndete eine internationale Abteilung. Diese lange Einarbeitungszeit erm\u00f6glichte es ihm, sich intensiv mit den Prozessen und Abl\u00e4ufen des Unternehmens auseinanderzusetzen und einen flie\u00dfenden \u00dcbergang zu gew\u00e4hrleisten. \u201eDiese vielf\u00e4ltigen Erfahrungen haben mich auf meine heutige Rolle vorbereitet.\u201c<\/p>\n<p class=\"fm-quote__text\">\n        \u00bbDiese vielf\u00e4ltigen Erfahrungen haben mich auf meine heutige Rolle vorbereitet.\u00ab\n    <\/p>\n<p>        Lukas Minichmayr<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte er eine andere f\u00fcr sich vorgesehen gehabt und Technische Physik studiert. \u201eWeil ich immer schon sehr analytisch war und immer wissen wollte, warum etwas passiert: Warum ein Flugzeug fliegt oder man einen Regenbogen sieht.\u201c Diese Art zu denken pr\u00e4gte seine Herangehensweise an Probleme, wie er sagt.<\/p>\n<p>Die famili\u00e4re Bindung, sagt er, erm\u00f6gliche dabei eine sehr kurzfristige und unkomplizierte Abstimmung \u2013 im privaten Rahmen: \u201eDas erm\u00f6glicht es, unterschiedliche Ans\u00e4tze und Meinungen zu diskutieren, ohne dass die Mitarbeiter Partei ergreifen m\u00fcssen.\u201c W\u00e4hrend es feste Termine mit den Abteilungsleitern gibt, erfolgt die Kommunikation mit dem Vater, der nun beratend im Hintergrund t\u00e4tig ist, auf Zuruf.<\/p>\n<p>Eine strikte Trennung von Privat- und Berufsleben hingegen sei in einem Familienunternehmen dieser Gr\u00f6\u00dfe mit rund 100 Mitarbeitenden kaum m\u00f6glich. \u201eIch bin mit dem Unternehmertum der Familie aufgewachsen und habe die pers\u00f6nliche Verflechtung von Anfang an miterlebt.\u201c Auch wenn in anderen Unternehmen eine klare Trennung praktiziert werde, sei es oft notwendig, dass private und berufliche Aspekte miteinander verbunden sind, um nah an den Mitarbeitenden und Prozessen zu bleiben, sagt Minichmayr.<\/p>\n<p>Das sei m\u00f6glicherweise auch einer der Gr\u00fcnde, warum die Fluktuation im Unternehmen gering sei und sich haupts\u00e4chlich auf die ersten zwei bis drei Monate der Einarbeitung beschr\u00e4nke. Um langj\u00e4hrigen Mitarbeitern, die k\u00f6rperlich anspruchsvolle Umzugsarbeit nicht mehr leisten k\u00f6nnen, eine Perspektive zu bieten, wurde ein zweites Standbein in der K\u00fchllogistik aufgebaut. <\/p>\n<p>Dieser Bereich erfordert noch h\u00f6here Qualit\u00e4tsstandards und Prozessgenauigkeit und bietet gleichzeitig neue Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr erfahrene Mitarbeiter. So k\u00f6nnen sie ihre Expertise weiterhin im Unternehmen einbringen, was ihre Wertsch\u00e4tzung und Bindung zum Haus st\u00e4rke.\u00a0<\/p>\n<p>Zudem seien viele Mitarbeitende kontinuierlich entwickelt worden und w\u00fcrden heute Logistikprojekte planen. F\u00fcr diese  Projekte seien die Kundenanforderungen im \u00dcbrigen sp\u00fcrbar gestiegen: detaillierte Zeit- und Kostenplanung, Dokumentation und Kommunikation des Fortschritts mehr oder weniger in Echtzeit.<\/p>\n<p>        Zur Person<\/p>\n<p>Lukas Minichmayr (34) ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Logistikunternehmens Frachtmeister. Derzeit (noch) gemeinsam mit seinem Vater Peter (63). Urspr\u00fcnglich hatte Lukas Minichmayr Technische Physik studiert, war dann aber 2014 in das Unternehmen eingestiegen und hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Abteilungen durchlaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was ist wichtig, wenn ein Familienunternehmen auf die n\u00e4chste Generation \u00fcbergeht? 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