{"id":98494,"date":"2026-04-12T15:05:05","date_gmt":"2026-04-12T15:05:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98494\/"},"modified":"2026-04-12T15:05:05","modified_gmt":"2026-04-12T15:05:05","slug":"trump-kuendigt-blockade-der-strasse-von-hormus-durch-us-marine-an-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98494\/","title":{"rendered":"Trump k\u00fcndigt Blockade der Stra\u00dfe von Hormus durch US-Marine an \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Nikosia\/Islamabad. Es hat nicht gereicht. Rund 21 Stunden dauerte das historische Treffen der Delegationen unter US-Vizepr\u00e4sident JD Vance und dem iranischen Parlamentspr\u00e4sidenten Mohammad Baker Kalibaf in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Spitzenvertreter des Iran und der USA verhandelten nach f\u00fcnf Wochen Krieg \u00fcber Frieden zwischen ihren L\u00e4ndern. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/20760258\/keine-einigung-erzielt-trump-vize-vance-verlaesst-islamabad\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Doch der Versuch einer Einigung scheiterte.<\/a> Weder die USA noch der Iran k\u00fcndigten die seit einigen Tagen geltende Waffenruhe auf, doch sie k\u00f6nnten nun in eine neue Eskalation im Streit um die Stra\u00dfe von Hormus schlittern. US-Pr\u00e4sident \u200bDonald Trump k\u00fcndigte am Sonntag an, f\u00fcr de Iran die \u200cMeeresstra\u00dfe durch \u200bdie US-Marine zu blockieren. Zudem \u200bwerde jedes \u2060Schiff \u200cin internationalen \u200bGew\u00e4ssern abgefangen, das eine \u200bGeb\u00fchr an den Iran f\u00fcr die Durchfahrt gezahlt habe, \u200bschreibt Trump \u2060auf der Plattform Truth \u200bSocial.<\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident hatte die Seeblockade gegen den Iran in der Nacht auf Sonntag in einem Beitrag in sozialen Medien bereits angedeutet. Damit k\u00f6nnten alle iranischen \u00d6lausfuhren unterbunden und eine Haupteinnahmequelle des Regimes trockengelegt werden.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht sei, dass die US-Vertreter substanzielle Gespr\u00e4che mit den Iranern gef\u00fchrt h\u00e4tten, sagte Vance nach dem Ende der Verhandlungen am fr\u00fchen Sonntagmorgen im Luxushotel Serena in Islamabad. \u201eDie schlechte Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben.\u201c<\/p>\n<p>Vance sprach von einem \u201eletzten und besten Angebot\u201c an die Iraner, dessen Inhalt er f\u00fcr sich behielt. Nun m\u00fcsse man abwarten, ob Teheran darauf eingehe, sagte er. Der Vizepr\u00e4sident warf den Iranern vor, sie wollten sich nicht auf einen eindeutigen Verzicht auf Atomwaffen und auf die Technologie zu deren Entwicklung festlegen. Das aber sei der Kern der US-Forderungen an die Islamische Republik.<\/p>\n<p>Kalibaf gab den USA die Schuld am Scheitern der Gespr\u00e4che. Amerika habe sich \u201ein dieser Verhandlungsrunde\u201c nicht das Vertrauen der iranischen Delegation erwerben k\u00f6nnen, schrieb Kalibaf auf X. Mit der Formulierung lie\u00df er die M\u00f6glichkeit weiterer Treffen offen. Der iranische Au\u00dfenamtssprecher Esmaeil Bakaei teilte mit, es habe in Islamabad Teil-Einigungen gegeben, doch bei \u201ezwei oder drei wichtigen Themen\u201c h\u00e4tten die Differenzen nicht ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen. Eine umfassende Einigung bei diesem ersten Treffen sei ohnehin nicht zu erwarten gewesen.<\/p>\n<p>Vermittler Pakistan rief beide Seiten dazu auf, sich weiter an die Waffenruhe zu halten. Am Sonntag gab es keine neuen Gefechte. Allerdings gab es auch keine Verabredung f\u00fcr ein Folgetreffen.<\/p>\n<p>Iranischen und amerikanischen Medienberichten zufolge scheiterten die Gespr\u00e4che am Streit um die iranische Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus, der US-Forderung nach Herausgabe von 440 Kilogramm hochangereichertem Uran aus dem Iran und der iranischen Bedingung, dass die USA rund 27 Milliarden Dollar an eingefrorenen Auslandsguthaben des iranischen Staates freigeben sollen.<\/p>\n<p>Das iranische Regime sagt, es wolle keine Atombombe bauen, die Kernenergie aber friedlich nutzen. Sollten die USA in Islamabad einen Verzicht auf jede Art von Atomprogramm gefordert haben, sei die Ablehnung der Iraner unvermeidlich gewesen, kommentierte der Nahost-Experte Ali Alfoneh vom Arab Gulf States Institute in Washington. Der Iran sei sicher, bis zu den US-Kongresswahlen im Herbst weiter Druck auf die US-Regierung aus\u00fcben zu k\u00f6nnen, sagt Alfoneh zur \u201ePresse\u201c.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump ist wegen seiner Konzeptlosigkeit im Iran-Krieg und der steigenden Benzinpreise innenpolitisch in die Defensive geraten. Kalibaf und seine Delegation waren selbstbewusst nach Islamabad gereist. Das iranische Regime hat die amerikanisch-israelischen Luftangriffe \u00fcberlebt und sich im Laufe des Krieges die Kontrolle \u00fcber den weltwirtschaftlich wichtigen Tankerverkehr in der Meerenge von Hormus gesichert. Teheran will diese Kontrolle auch nach dem Krieg behalten, w\u00e4hrend die USA die sofortige Freigabe der Meerenge verlangen.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend Vance, Kalibaf und die anderen Unterh\u00e4ndler zusammensa\u00dfen, eskalierte der Streit um die Wasserstra\u00dfe. Die USA begannen nach Milit\u00e4rangaben mit der R\u00e4umung iranischer Seeminen, der Iran drohte mit Angriffen auf die US-Kriegsschiffe. Einen offenen Konflikt mit den Amerikanern will Teheran aber vermeiden.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht des US-Senders NBC passierten am Samstag mindestens 16 Schiffe die Meerenge, mehr als an den meisten Tagen seit Inkrafttreten der Waffenruhe am Mittwoch. Das ist nur etwa ein Zehntel der Tanker, die vor dem Krieg mit ihren Ladungen von \u00d6l und Gas durch die Wasserstra\u00dfe zu den Weltm\u00e4rkten fuhren \u2013 f\u00fcr die USA ist das viel zu wenig. <\/p>\n<p>Auch der israelische Krieg gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon k\u00f6nnte die Suche nach einer L\u00f6sung torpedieren. Pakistan und der Iran verlangen ein Ende des israelischen Feldzugs im Rahmen der geltenden Waffenruhe, doch die USA und Israel lehnen das ab. Bei einem israelischen Luftangriff im S\u00fcden des Libanon am Sonntagmorgen starben f\u00fcnf Menschen.<\/p>\n<p>Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu h\u00e4lt sich zudem die M\u00f6glichkeit offen, die Luftangriffe auf den Iran wieder aufzunehmen. Der Krieg sei noch nicht vorbei, erkl\u00e4rte er am Wochenende. Israel habe \u201enoch mehr zu tun\u201c, sagte Netanjahu.<\/p>\n<p>Damit steigt die Gefahr, dass die Kriegsparteien die Waffenruhe nicht zu weiteren Friedensgespr\u00e4chen, sondern zur Vorbereitung auf eine neue Runde der Auseinandersetzungen nutzen werden. US-Geheimdienste wollen laut dem Sender CNN beobachtet haben, dass China die Lieferung neuer Luftabwehrsysteme an den Iran vorbereitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nikosia\/Islamabad. Es hat nicht gereicht. 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