{"id":98993,"date":"2026-04-12T21:21:14","date_gmt":"2026-04-12T21:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98993\/"},"modified":"2026-04-12T21:21:14","modified_gmt":"2026-04-12T21:21:14","slug":"jay-weinberg-ueber-slipknot-rauswurf-wurde-zum-suendenbock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/98993\/","title":{"rendered":"Jay Weinberg \u00fcber Slipknot-Rauswurf: \u201eWurde zum S\u00fcndenbock\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/7e2de0032ae049ccaa65c711fcbb126d.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/><a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/slipknot-trennen-sich-von-drummer-jay-weinberg-2662475\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jay Weinberg<\/a> war gerade 18 Jahre alt, als <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/bruce-springsteen-the-clash-clampdown-cover-2014-3129443\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bruce Springsteen<\/a> ihm die unglaubliche Chance bot, f\u00fcr seinen Vater, E-Street-Band-Drummer <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/exklusiv-e-street-band-ueber-born-in-the-u-s-a-2728099\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Max Weinberg<\/a>, auf einer Stadiontournee durch Europa einzuspringen. F\u00fcr den j\u00fcngeren Weinberg, der kaum Erfahrung au\u00dferhalb kleiner Bars hatte, war das eine Feuertaufe \u2013 und der Beginn einer 17-j\u00e4hrigen Karriere, in der er bei Madball, Against Me! und <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.com\/music\/music-features\/jay-weinberg-slipknot-scapegoat-1235544387\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Slipknot<\/a> spielte.<\/p>\n<p>Glatt lief es dabei nicht immer. Er trennte sich von allen drei Bands mit unterschiedlich viel Bitterkeit, und der Abgang bei Slipknot war besonders schmerzhaft: Weinberg hatte ein Jahrzehnt seines Lebens in die Metal-Band investiert, bevor sie ihn 2023 mit dem Verweis auf eine \u201ekreative Entscheidung\u201c vor die T\u00fcr setzten.<\/p>\n<p>In den vergangenen zwei Jahren tourte Weinberg mit Suicidal Tendencies, nahm mit Fuming Mouth auf, gr\u00fcndete die neue Band Portraits of an Apparition und ver\u00f6ffentlichte seine ersten Solosongs. Au\u00dferdem kooperierte er mit Reverb, um Equipment aus seiner Vergangenheit zu verkaufen \u2013 darunter Schlagzeuge, die er bei der E Street Band und Slipknot benutzt hatte.<\/p>\n<p>An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram<\/p>\n<p>Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.<\/p>\n<p>\tSoziale Netzwerke aktivieren<\/p>\n<p>Gear, Nachwuchs und Neuanfang<\/p>\n<p>Wir sprachen per Zoom mit Weinberg \u00fcber den Reverb-Verkauf und seine Zeit bei all den Bands. \u00dcber die Slipknot-Situation hat er in den vergangenen zwei Jahren weitgehend geschwiegen \u2013 doch jetzt schilderte er uns die gesamte Geschichte in aller Ausf\u00fchrlichkeit.<\/p>\n<p>Wo treffe ich Sie gerade an?<br \/>Ich bin zu Hause in Nashville. Das Wetter wird langsam w\u00e4rmer, und in meinem Leben passiert gerade eine Menge. Meine Frau und ich erwarten unser erstes Kind. Dazu kommen all die Dinge, die sich automatisch ergeben, wenn so etwas passiert \u2013 die ganze Welt ver\u00e4ndert sich, der gesamte Lebensraum ver\u00e4ndert sich. Ich baue gerade ein richtiges Heimstudio in meinem Garten, damit ich endlich einen ordentlichen Ort habe, um gute Aufnahmen zu machen.<\/p>\n<p>Fangen wir mit dem Reverb-Verkauf an. Warum f\u00fchlte sich jetzt der richtige Zeitpunkt an, einen Teil davon loszuwerden?<br \/>Ich hatte das Gear, das ich in 17 Jahren gesammelt habe, immer sehr gerne. Es sind Werkzeuge, die mir in all meinen k\u00fcnstlerischen Vorhaben \u00fcber fast zwei Jahrzehnte geholfen haben. Aber jetzt nehme ich eine Bestandsaufnahme vor \u2013 was habe ich, was brauche ich wirklich \u2013, w\u00e4hrend ich dieses Heimstudio aufbaue. Kennen Sie die Marie-Kondo-Methode, nach der man seinen Besitz aussortiert? Sie hat diesen wunderbaren Satz: \u201eWenn etwas keine Freude mehr macht, trenn dich davon.\u201c<\/p>\n<p>Ein neues Kapitel beginnt<\/p>\n<p>Ich merke, dass ich vieles neu bewertet \u2013 besonders durch die Augen von jemandem, der zum ersten Mal Vater wird. Was bedeutet es mir wirklich, was in meinem Zuhause steht, und was w\u00fcrde mehr bewirken, wenn es da drau\u00dfen in der Welt w\u00e4re? Ich m\u00f6chte, dass diese gro\u00dfartigen Werkzeuge ihr kreatives Leben weiterf\u00fchren \u2013 nur eben nicht mehr mit mir. Damit bin ich im Reinen. Ich sehe das auch als Gelegenheit, etwas Gutes zu tun: Ein Teil des Erl\u00f6ses geht an MusiCares, eine Organisation, die ich sehr sch\u00e4tze und die gro\u00dfartige Arbeit f\u00fcr Musiker in Not leistet.<\/p>\n<p>Feuertaufe bei der E Street Band<\/p>\n<p>Lassen Sie uns jetzt zur\u00fcckgehen und einige wichtige Momente Ihrer Karriere nachzeichnen \u2013 beginnend mit Ihrer Zeit bei der E Street Band 2009. Wie haben Sie sich als Drummer in dieser Zeit entwickelt?<br \/>Die Entwicklung war eine absolut senkrechte Lernkurve. Ich hatte damals drei Jahre lang Schlagzeug gespielt. Und meine Verbindung zu dieser Band l\u00e4uft \u00fcber meinen Vater, \u00fcber meine Onkel und Tanten von der E Street Band und nat\u00fcrlich \u00fcber Bruce. Witzigerweise haben Steve [Van Zandt] und ich erst letztes Jahr dar\u00fcber gesprochen. Er erz\u00e4hlte mir von einem Gespr\u00e4ch zwischen ihm und Bruce, von dem ich bis dahin nichts gewusst hatte.<\/p>\n<p>Steve hatte mich in Handsome Dick Manitobas Bar auf der Lower East Side in New York mit meiner Schulband spielen sehen. Ich hatte damals ein paar Jahre gespielt, und wir waren von Mastodon und Slayer inspiriert \u2013 wahnsinnig komplizierte Musik f\u00fcr Teenager damals.<\/p>\n<p>Er sagte Bruce, als sie versuchten, diesen Terminkonflikt zu l\u00f6sen: \u201eWas ist mit Max\u2018 Sohn? Ich hab ihn in einer Bar spielen sehen, dieses verr\u00fcckte Zeug. Er kennt uns, wir kennen ihn. Er ist bei uns aufgewachsen. Vertrau mir: Die Musik, die er h\u00f6rt, wird deine Songs klingen lassen wie \u201aMary Had a Little Lamb\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Das war Steves Pitch. Sie haben meinen Vater konsultiert, weil es ja um seinen Platz in der Band geht. Und er meinte so: \u201eDas k\u00f6nnte gro\u00dfartig sein.\u201c Es hielt die Sache in der Familie. Jake Clemons ist ja auch seit \u00fcber einem Jahrzehnt dabei. Familiarit\u00e4t ist ihnen sehr wichtig \u2013 Bruce eingeschlossen.<\/p>\n<p>Das sind Menschen in meinem Leben, die ich auf keinen Fall entt\u00e4uschen wollte. Und dass sie einen v\u00f6llig unerprobten Menschen komplett ins Blaue hinein nehmen, hat mir sehr viel bedeutet. Ich wusste, dass ich einiges zu beweisen hatte. Es erforderte viel \u00dcbung, Disziplin und Konzentration. Und diese Angst packte mich einfach \u2013 als 18-J\u00e4hriger, der sich das aufb\u00fcrdete.<\/p>\n<p>Spontane Songs und B\u00fchnenmagie<\/p>\n<p>Genau. Bruce konnte jederzeit einen Song ansagen oder ein Schild aus dem Publikum nehmen und etwas verlangen, das Sie noch nie gespielt hatten.<br \/>Das ist viele, viele Male passiert. Das war ein zentrales Element der Show, das ich lieben gelernt hatte. Ich wusste also, als ich diese Herausforderung annahm, dass ich dem E-Street-Erlebnis nicht gerecht werden konnte, wenn ich Abstriche machte. Bruce konnte mich durch diese Landschaft f\u00fchren und coachen, ganz ohne Worte. Das alles war neu f\u00fcr mich. Ich hatte bis dahin nie vor mehr als 50 Menschen gespielt.<\/p>\n<p>Dass es mit Familie war, mit Blut und mit Menschen, die einem so nah sind, wie man ohne Blutsverwandtschaft nur sein kann \u2013 so habe ich diese Erfahrung navigiert. Als sie zu ihrem nat\u00fcrlichen Ende kam, wollte ich diese Energie, diese Konzentration und diesen Antrieb mitnehmen \u2013 in alles, was ich danach f\u00fcr mich selbst finden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie war Ihre Zeit bei Madball?<br \/>Zu dem Zeitpunkt hatte ich viele Jahre in Heavy-Metal-, Punk- und Hardcore-Bands gespielt. Kleine, nat\u00fcrlich. Aber als sie mich anschrieben \u2013 so nach dem Motto: \u201eWir brauchen einen Drummer f\u00fcr eine Tour, die in zwei Wochen losgeht. Kennst du jemanden?\u201c \u2013 fragten sie mich nicht mal, ob ich selbst Lust oder Zeit h\u00e4tte. Ich sagte: \u201eIch w\u00fcrde das liebend gerne machen.\u201c<\/p>\n<p>Ich durfte mit einer legend\u00e4ren Hardcore-Band spielen, die ich zutiefst respektiere, und in einem Bus leben. Es war eine Tour von etwa einem Monat, vielleicht etwas l\u00e4nger, mit 31 Leuten in einem einzigen Bus. Wild, aber ich war hei\u00df auf diese Gelegenheit.<\/p>\n<p>Als Sie die Band verlie\u00dfen, sprachen Sie von \u201ebeunruhigenden Vorf\u00e4llen innerhalb der Band\u201c. Was war da los?<br \/>Wir hatten gerade ein Album fertiggestellt, und ich war wirklich aufgeregt. Es war so etwas wie meine erste richtige Aufnahmeerfahrung, und ich freute mich darauf, die Songs, die wir erarbeitet hatten, live zu spielen. Aber ich hatte das Gef\u00fchl, dass es einfach nicht ganz die richtige Passung war \u2013 ob das nun Generationsunterschiede waren oder wie auch immer man das nennen will.<\/p>\n<p>Madball, Against Me! und Toxizit\u00e4t<\/p>\n<p>Ich habe mit den Jungs geredet: \u201eIch glaube, es w\u00e4re besser f\u00fcr euch, nach diesen Sachen einen Drummer zu finden, der besser zu euch passt.\u201c Das war im Wesentlichen das ganze Gespr\u00e4ch. Und es war leider ungl\u00fccklich, wie sich alles entwickelt hat. Aber letztes Jahr hatte Suicidal Tendencies die tolle Gelegenheit, beim Black N Blue Bowl zu spielen, der ma\u00dfgeblich von Freddy [Cricien] von Madball und seinen Leuten organisiert wird. Ich hatte Freddy seit etwa 15 Jahren nicht gesehen. Wir haben uns umarmt und es gab eine Ann\u00e4herung, bei der es einfach hie\u00df: \u201eHey, ich war 19 und hab herausgefunden, was ich in der Musik machen will \u2013 und das war halt nicht Madball.\u201c<\/p>\n<p>Ich glaube, wir erkennen viele Jahre sp\u00e4ter, dass all das wirklich Kleinigkeiten sind im Vergleich zum gro\u00dfen Ganzen.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlen Sie mir von Ihrer Zeit bei Against Me!.<br \/>Na, das ist ein Name, den ich lange nicht geh\u00f6rt habe. Mein guter Freund Andrew Seward war lange bei Against Me!. Und als ich Madball verlassen hatte und wieder zur Schule gegangen war, lebte ich einfach wieder als normaler Student. Andrew meldete sich bei mir: \u201eHey, wir brauchen schnell jemanden.\u201c<\/p>\n<p>Eine unglaubliche Gelegenheit, \u00fcber die ich wirklich begeistert war. Ich dachte, es w\u00fcrden nur ein paar Shows sein. Aber am ersten Tag, den wir zusammen im Proberaum verbrachten, spielten wir an die 40 Songs durch. Danach luden sie mich ein, l\u00e4nger zu bleiben.<\/p>\n<p>Wir waren etwa neun Monate auf Tour. Die Z\u00e4hne in etwas so Hartes zu schlagen war wunderbar und eine tolle Herausforderung. Und dann, wie es so kommt, wurde mir klar, dass auch dieses Umfeld eine Dunkelheit hatte, mit der ich nicht ganz \u2026 Der besondere Funke erlosch gegen Ende meiner Zeit dort. Es ist sehr schwer, die Entscheidung zu treffen: \u201eIch glaube nicht, dass das hier ein Ort ist, an dem es mir guttut, zu bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Ich hatte die Schule pausiert, w\u00e4hrend ich bei Against Me! war, weil ich dachte, ich k\u00f6nnte beides halbherzig machen \u2013 oder ich commit mich einfach zu einem. Ich wollte wirklich verfolgen, was es bedeutet, ein Vollzeit-Tourmusiker zu sein, wohlwissend, dass ich immer noch das erreichen wollte, was ich mir als Student vorgenommen hatte.<\/p>\n<p>Meine Mutter war in meiner fr\u00fchen Kindheit Geschichtslehrerin. Die Bedeutung von Bildung wurde mir immer eingesch\u00e4rft. In genau diesem Moment erkannte ich die Dunkelheit und eine gewisse Toxizit\u00e4t, die sich abzeichnete. Also traf ich die Entscheidung: \u201eIch glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auf die Bremse zu treten und zur\u00fcck zur Schule zu gehen.\u201c Und das war alles.<\/p>\n<p>Laura Jane Grace und der Abgang<\/p>\n<p>Als Sie gingen, hat Laura Jane Grace Sie in sozialen Medien mehrfach hart angegangen. Sie haben nie reagiert.<br \/>Mein grunds\u00e4tzlicher Ansatz bei so etwas ist: Es ist mir wichtig, dass ich meine Seite der Stra\u00dfe sauber halte. Das gilt f\u00fcr meine Arbeit, in jedem Kontext einer Band, oder eben im Nachklang meiner Beziehung zu Against Me! und Laura. Ich habe ihren Namen seit Ewigkeiten nicht geh\u00f6rt. Was macht sie heutzutage so?<\/p>\n<p>Sie macht Musik und tourt solo.<br \/>Okay. Also: Aus meiner Sicht war es immer so \u2013 jeder in dieser Position kann sagen, was er will. Aber ich selbst kenne die Wahrheit, und ich bin damit im Reinen, das einfach so stehen zu lassen. Ich muss nicht im Schmutz w\u00fchlen, um Schlagzeilen zu machen. Das war noch nie meine Art, mit meinen Angelegenheiten umzugehen. Ich lege Wert auf Professionalit\u00e4t. Wenn jemand einen anderen Weg einschlagen will, ist das seine Sache. Das kann ich nicht kontrollieren.<\/p>\n<p>Sie hat Sie im Grunde als verw\u00f6hnten Wichtigtuer bezeichnet. Das einfach hinzunehmen war sicher nicht leicht.<br \/>[Lacht] Stimmt. Ich meine, es ist ehrlich gesagt fast schon komisch, wenn man daran denkt \u2026 Das ist ja jetzt wie lange her, 14 Jahre. Und dazu sage ich: Wenn jemand 14 Jahre lang vor dem Computer sitzt und auf Twitter-Refresh dr\u00fcckt, um einen ehemaligen Bandkollegen in den Dreck zu ziehen, sagt das eigentlich mehr \u00fcber diese Person aus als \u00fcber mich.<\/p>\n<p>Es muss ein unglaublicher Moment gewesen sein, als Sie den Slipknot-Job bekamen.<br \/>Ja. Ich war 23 Jahre alt. Zehn Jahre in der Band zu sein \u2013 das ist fast ein Drittel meines Lebens und der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil meines kreativen Lebens.<\/p>\n<p>Masken, Mystik und Mitgliedschaft<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Jahren war es ein Geheimnis, dass Sie \u00fcberhaupt in der Band waren. Ihre Identit\u00e4t blieb verborgen.<br \/>Ich konnte es nicht mal engen Branchenkontakten sagen. Die Leute, die meine Schlagzeuge herstellen \u2013 ich konnte ihnen nicht erkl\u00e4ren, warum ich zwei riesige Doppelbass-Drumsets und all das brauche. Ich sagte: \u201eIhr m\u00fcsst mir einfach vertrauen. Ich werde daf\u00fcr sorgen, dass es sich lohnt.\u201c<\/p>\n<p>Ich verstand diese Dynamik der Band, weil ich mich noch daran erinnerte, 2000 ein Fan gewesen zu sein \u2013 vor Smartphone-Kameras, weitgehend vor dem Internet. Es gab dieses Mysterium rund um eine Band wie diese. Man konnte keine Details \u00fcber die Mitglieder herausfinden. Man konnte nicht rausfinden, wie irgendjemand aussah. Man konnte kaum den echten Namen von jemandem ermitteln.<\/p>\n<p>Diese Mystik war zweifellos anziehend und hat viele Menschen hineingezogen \u2013 mich eingeschlossen, in sehr jungen Jahren. Diese Energie des Unbekannten einzufangen, gerade im Zeitalter von Social Media und Smartphone-Kameras, war ein beeindruckendes Unterfangen. Und wir haben es etwa ein Jahr lang unter Verschluss gehalten.<\/p>\n<p>Ist es schwer, mit Maske Schlagzeug zu spielen?<br \/>Kurz gesagt: ja, es ist schwierig. Aber gleichzeitig \u2013 wenn man genau diese Songs spielt, wuchs das irgendwann zu einem Punkt, wo es sich seltsam anf\u00fchlte, diese Songs ohne Maske zu spielen.<\/p>\n<p>Haben Sie sich als vollwertiges Mitglied gef\u00fchlt, als angeheuerten Profi, oder irgendwo dazwischen?<br \/>Wenn man als Neuer in eine Band kommt, die seit 15 Jahren existiert und ihre Identit\u00e4t und Dynamik entwickelt hat, ist man immer der Neue.<\/p>\n<p>Ich hatte vorgespielt, bevor die Welt erfuhr, dass sie sich von <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/slipknot-erben-von-schlagzeuger-joey-jordison-verklagen-band-2684761\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joey Jordison<\/a> trennten. Wir spielten einen Tag zusammen, probten die alten Songs \u2013 und das war eine Sache: \u201eOkay, er kann die alten Songs spielen. Was bringt er aber beim Erschaffen von neuem Material mit?\u201c<\/p>\n<p>Ob man \u201ein der Band\u201c oder ein angeheuerter Musiker ist \u2013 das sind nur Schubladen. Damit bin ich im Reinen. Was z\u00e4hlt, ist die Arbeit selbst, die kreativen Prozesse, auf die man sich einl\u00e4sst. Ich erkenne meine Verantwortung darin, Beitr\u00e4ge zur Entstehung eines Songs oder Albums zu leisten. Diese Verantwortung liegt bei mir, egal ob ich \u201ein der Band\u201c bin oder nicht. Es ist dieselbe Arbeit.<\/p>\n<p>Songwriting mit Jim Root<\/p>\n<p>Mein wichtigster Schreibpartner w\u00e4hrend meiner Zeit in der Band war weitgehend Jim Root, der Gitarrist. Er kam mit Gitarrenriffs, und ich brachte meinen Beitrag, meine Begeisterung, meinen Einsatz und meine Energie ein, um dem Song eine Richtung zu geben. Das war das Bedeutsame f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Das leuchtet ein.<br \/>All das tritt in den Hintergrund, wenn man die eigentlich wichtige Sache tut: im Studio etwas erschaffen und es auf der B\u00fchne spielen. Und ich merkte, dass mit zunehmender Tiefe unserer Zusammenarbeit auch mein Anteil an diesen Aufgaben und Verantwortlichkeiten wuchs.<\/p>\n<p>Beim ersten gemeinsamen Album \u201eThe Gray Chapter\u201c zum Beispiel hatte Jim 14 Songs oder so. Lose Arrangements-Skizzen. Ich habe einiges erg\u00e4nzt, weil sie mich gebeten hatten, das Ganze ein bisschen mehr \u201enach Slipknot klingen zu lassen\u201c. Ich dachte: \u201eDas sind meine Marschbefehle, und das bringe ich mit.\u201c<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rten wir uns unsere Arbeit an und fragten uns: \u201eWas f\u00fcr ein Album haben wir hier eigentlich? Uns fehlt diese bestimmte Stimmung. Jay und Jim, geht in den Raum. Schaut, was ihr aus dem Nichts heraus hinbekommt.\u201c<\/p>\n<p>Und es war ziemlich bemerkenswert: In etwa zwei Stunden schufen Jim und ich die Grundger\u00fcste von \u201eThe Negative One\u201c und \u201eCuster\u201c \u2013 beide wurden f\u00fcr Grammys nominiert und waren feste Bestandteile unseres Sets. F\u00fcr einen 23-J\u00e4hrigen war das ein Traum, der wahr wurde: in einem gemeinsamen Sch\u00f6pfungsprozess mit einem anderen Menschen zu sein und das Ergebnis in Songs zu sehen, auf die man stolz ist.<\/p>\n<p>Wie lief es beim zweiten Album, \u201eWe Are Not Your Kind\u201c?<br \/>Wir hatten gar nichts als Ausgangspunkt. V\u00f6llig wei\u00dfe Leinwand. Das war eine ziemlich au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrung, bei der Jim und ich uns alle paar Monate f\u00fcr drei oder vier Wochen trafen und Ideen herausarbeiteten \u2013 immer auf der Suche nach diesem Blitz in der Flasche, den wir mit \u201eThe Negative One\u201c und \u201eCuster\u201c eingefangen hatten.<\/p>\n<p>Es gab nat\u00fcrlich auch andere Beitr\u00e4ge, die parallel entstanden, aber das Album wurde ma\u00dfgeblich so erschaffen. Wenn ich also diese Verantwortlichkeiten skizziere: Egal wie man meine Stellung in der Band definierte \u2013 ich machte denselben L\u00e4rm, wie er von mir erwartet wurde, ganz gleich, wie man es nannte.<\/p>\n<p>Der Rauswurf bei Slipknot<\/p>\n<p>Sie wurden 2023 entlassen. Was ist passiert?<br \/>Um ein bisschen weiter zur\u00fcckzugehen: Seit 2018 bemerkte ich beim Sport erhebliche Schmerzen in meiner linken H\u00fcfte. Ich informierte das Management: \u201eIch habe dieses Problem mit meiner H\u00fcfte. Ich wei\u00df nicht, was es ist, aber ich beobachte es.\u201c Es hinderte mich nicht am Spielen, aber ich hatte es im Blick. Anfang 2020, als wir \u00fcberhaupt nicht tourten \u2013 alle im Covid-Lockdown \u2013, lie\u00df ich ein MRT machen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Ich habe ein sogenanntes femoroacetabul\u00e4res Impingement, kurz FAI \u2013 das bedeutet, ich hatte durch Laufen und Kickboxen das Labrum in meiner H\u00fcfte gerissen. Ich konnte nicht mehr als f\u00fcnf Minuten laufen, ohne danach tagelang kaum gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Also informierte ich meine Bandkollegen und das Management \u00fcber das, was mir mein Arzt gesagt hatte. Ich war damals 30, und er meinte: \u201eMach das, solange du jung bist. Du hast bessere Chancen, dich schnell zu erholen \u2013 rechne mit f\u00fcnf, sechs Monaten.\u201c<\/p>\n<p>Ich wandte mich also an die Band: \u201eHey, wir machen gerade nichts. Die Erholung w\u00fcrde sechs Monate dauern. Kann ich das machen?\u201c Und man bat mich, diese korrigierende Operation nicht durchf\u00fchren zu lassen, weil wir ein Album aufnehmen und auf Tour gehen m\u00fcssten. Ich d\u00fcrfe die Operation nicht aufhalten.<\/p>\n<p>\u00dcber Jahre war mir eingetrichtert worden, dass ich jederzeit gefeuert und ersetzt werden k\u00f6nnte. Mit dieser st\u00e4ndig pr\u00e4senten Drohung im Hinterkopf ist es schwer, Entscheidungen zu treffen, die der eigenen Gesundheit dienen \u2013 man denkt: \u201eIch \u00fcberschreite diese Grenzen nicht, weil ich den Frieden nicht st\u00f6ren und nicht ersetzt werden will.\u201c<\/p>\n<p>Ein paar Jahre vergingen, und die Schmerzen wurden durch Touren und Spielen gl\u00fccklicherweise nicht schlimmer \u2013 aber besser wurden sie auch nicht. Im September 2023 sah ich in unserem Tourplan, dass wir Shows bis November hatten und unser n\u00e4chster Auftritt danach erst im April des folgenden Jahres war. Ich entwickelte einen Plan: die Operation im November 2023, direkt nach der letzten Show des Jahres.<\/p>\n<p>Ich erkl\u00e4rte der Band: \u201eWir haben dieses Zeitfenster. Ich werde rechtzeitig vor der n\u00e4chsten Show wieder fit sein. Wenn wir in dieser Zeit kreativ sein wollen, habe ich mit einer Firma namens MixWave zusammengearbeitet und ein virtuelles Instrument erstellt, damit meine eigenen Drumkl\u00e4nge zur Verf\u00fcgung stehen. Wenn ich an Kr\u00fccken bin und nicht spielen kann, kann ich trotzdem programmieren und kreativ bleiben.\u201c Ich hatte alles abgesichert, und es wurde abgenickt. \u201eJa, alles gut. Geh zur Operation.\u201c<\/p>\n<p>Und dann wachte ich am Morgen nach meiner Heimreise von unserer letzten gemeinsamen Show auf und erhielt einen Anruf vom Manager der Band. Er teilte mir mit, dass die Band beschlossen habe, meinen Vertrag Ende des Jahres nicht zu verl\u00e4ngern. Ich war schockiert und voller Fragen. \u201eWarum? Was ist passiert?\u201c<\/p>\n<p>Es fand statt, um ehrlich zu sein, am Ende eines sehr schwierigen Jahres innerhalb der Band. Das hing vielleicht mit einigen dieser bereits bestehenden Spannungen zusammen, die schon vor meiner Zeit existierten und nun wieder aufbrachen. Aber mir blieb keine Erkl\u00e4rung \u2013 nur: \u201eEs ist eine kreative Entscheidung, und du bist nicht mehr der Drummer von Slipknot.\u201c Und dann sagte er: \u201eWir w\u00fcrden gerne morgen eine gemeinsame Erkl\u00e4rung mit Ihnen ver\u00f6ffentlichen. Nehmen Sie sich den Rest des Tages Zeit, dar\u00fcber nachzudenken. Ich bin den ganzen Tag f\u00fcr Sie erreichbar, wenn Sie reden m\u00f6chten.\u201c<\/p>\n<p>Verrat und Neuorientierung<\/p>\n<p>Meine Welt brach einfach unter mir zusammen. Diese Sache, der ich mich mit vollst\u00e4ndiger Konzentration, Antrieb, Aufmerksamkeit und Liebe gewidmet hatte \u2013 an einem Traum festgehalten hatte, trotz der Schwierigkeiten, trotz allem, was passiert, wenn man in ein so aufgew\u00fchltes und dunkles Umfeld eintritt \u2013, und jetzt nur noch Fragen. Ich ging mit meiner Frau spazieren, um den Kopf freizubekommen und zu verarbeiten, was gerade passiert war. Und 20 Minuten sp\u00e4ter posteten sie ihre eigene Erkl\u00e4rung online.<\/p>\n<p>Wie haben Sie das aufgenommen?<br \/>Ich meine, wie w\u00fcrde sich das jemand f\u00fchlen? Es fasst die Verwirrung dieser ganzen Sache perfekt zusammen. Und wie gesagt: Es kam nach einem au\u00dferordentlich angespannten Jahr f\u00fcr die Band, Dinge, die ich nur als Au\u00dfenstehender in Beziehungen wahrnehmen konnte, die 25 Jahre tief gehen. Es kam ohne Erkl\u00e4rung, ohne Begr\u00fcndung. Es war damals verwirrend. Wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist immer noch verwirrend.<\/p>\n<p>Als Newcomer, glaube ich, ger\u00e4t man zwischen diese bereits bestehenden Spannungen und versucht, das so gut wie m\u00f6glich zu navigieren. Einer will die Dinge so, ein anderer will sie anders \u2013 und das multipliziert man mit acht weiteren Personen, um all dem gerecht zu werden. Das war mein einziger Fokus f\u00fcr 10 Jahre. Ich habe mich in jeder Hinsicht eingebracht. Als Newcomer \u2013 und wie Sie sagten: \u201eBist du in der Band oder nicht?\u201c \u2013 wie definiert man das nach 10 Jahren? Das ist keine kurze Zeit. Aber es ist leicht, als Newcomer ins Kreuzfeuer zu geraten. Vielleicht wurde ich zum S\u00fcndenbock f\u00fcr bestimmte Dinge.<\/p>\n<p>In der Verarbeitung der letzten zwei Jahre wollte ich diese Erfahrung nehmen und nat\u00fcrlich daraus lernen. Ich m\u00f6chte diese neuen Dinge erleben, die ich jetzt angehe \u2013 diese vielen Kollaborationen, mit so vielen Menschen wie m\u00f6glich zu spielen und diese Beziehungen zu finden, in denen alles so neu f\u00fcr mich ist. Ich trete in kreative Umgebungen ein \u2013 ein Studio oder Live-Auftritte \u2013, wo es Liebe f\u00fcreinander gibt und gegenseitigen Respekt, auf eine Art, die ich so noch nie erlebt habe.<\/p>\n<p>Da ist eine gro\u00dfartige Band, die Sie vielleicht kennen: King Gizzard &amp; the Lizard Wizard. Ich habe in den letzten anderthalb Jahren Freundschaft mit denen geschlossen. Ihr Drummer Cavs kam zu einer Show, die ich mit Infectious Grooves spielte. Diese Jungs haben mir die Augen ge\u00f6ffnet, wie sich ein positives kreatives Umfeld mit gegenseitigem Respekt anf\u00fchlen kann. Es ist wie Wasser in der W\u00fcste finden. All diese neuen Beziehungen, die ich in den letzten zwei Jahren oder so gekn\u00fcpft habe, f\u00fchlen sich so an \u2013 Suicidal Tendencies f\u00e4llt definitiv in diese Kategorie.<\/p>\n<p>Das ist sch\u00f6n zu h\u00f6ren.<br \/>Der Abgang von Slipknot war nat\u00fcrlich schwer. Er setzt den Punkt hinter einen Satz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jay Weinberg war gerade 18 Jahre alt, als Bruce Springsteen ihm die unglaubliche Chance bot, f\u00fcr seinen Vater,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98994,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[36576,46,42,1994,7532,147,17900,153,154,44,17903,148],"class_list":{"0":"post-98993","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-against-me","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-bruce-springsteen","12":"tag-e-street-band","13":"tag-entertainment","14":"tag-jay-weinberg","15":"tag-music","16":"tag-musik","17":"tag-oesterreich","18":"tag-slipknot","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116393835498784423","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98993","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98993"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98993\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98994"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98993"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98993"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98993"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}