{"id":99545,"date":"2026-04-13T06:32:10","date_gmt":"2026-04-13T06:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/99545\/"},"modified":"2026-04-13T06:32:10","modified_gmt":"2026-04-13T06:32:10","slug":"leo-in-algier-eindruecke-unseres-korrespondenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/99545\/","title":{"rendered":"Leo in Algier: Eindr\u00fccke unseres Korrespondenten"},"content":{"rendered":"<p>Erster Tag der Papstreise nach Afrika: Leo XIV. verbringt diesen Montag in Algier, der algerischen Hauptstadt. Dort sprachen wir mit unserem Korrespondenten, Stefan v. Kempis.&#13;\n<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-04\/algerien-papst-leo-xiv-besuch-kirche-maertyrer-tibhirine.html\" title=\"Algerien: Der Papst besucht eine Kirche der M\u00e4rtyrer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2025\/agosto\/23\/monastero-Tibhirine_2.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Algerien: Der Papst besucht eine Kirche der M\u00e4rtyrer\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      In Algerien, der ersten Etappe seiner Afrikareise, wird Papst Leo XIV. auf eine Kirche der M\u00e4rtyrer treffen. Beispiel: Die sieben Trappistenm\u00f6nche von Tibhirine.\n     <\/p>\n<p>Wie ist denn die Stimmung in der Stadt?<\/p>\n<p>Turbulent wie wahrscheinlich immer! Die \u201ewei\u00dfe Stadt\u201c \u2013 so nennt man Algier wegen seiner vielen wei\u00dfen H\u00e4user \u2013 ist ausgesprochen quirlig, eine Mittelmeer-Hafenstadt mit kolonialen Bauwerken, wahnsinnigem Verkehr, Muezzinen die zum Gebet rufen, Marktgeschrei. Dass der Papst gerade in der Stadt ist, interessiert wahrscheinlich die meisten nicht; weit \u00fcber neunzig Prozent der Einwohner sind ja Muslime. Sie werden wohl vor allem an den vielen Stra\u00dfensperren merken, dass gerade irgendwas Besonderes los ist. Poster von Leo XIV. oder Vatikanf\u00e4hnchen habe ich in der Stadt nicht gesehen. Hier wei\u00df ja auch kaum jemand, was ein Papst eigentlich ist; vielleicht ist der heilige Augustinus etwas bekannter bei den Muslimen, denn viele Menschen hier sind stolz darauf, dass Augustinus ein Algerier war \u2013 auch wenn sie sonst wenig oder nichts \u00fcber diesen Augustinus wissen. Bei den Menschen, die informiert sind \u00fcber den Papstbesuch, sind die meisten froh \u00fcber die internationale Aufmerksamkeit, die ihr Land dadurch erf\u00e4hrt; so oft steht Algerien nicht in den Schlagzeilen.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/aprile\/12\/IMG_1679_rsz.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Ikone des hl. Augustinus in der Kapelle des Frauenzentrums von Bab El-Oued\" title=\"Ikone des hl. Augustinus in der Kapelle des Frauenzentrums von Bab El-Oued\"\/><\/p>\n<p>\n   Ikone des hl. Augustinus in der Kapelle des Frauenzentrums von Bab El-Oued\n  <\/p>\n<p>\u201eAlgerien hat noch nie einen Papstbesuch erlebt und muss sich an manche Aspekte einer solchen Visite erst einmal gew\u00f6hnen\u201c<\/p>\n<p>Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen?<\/p>\n<p>Die sind schon sehr sp\u00fcrbar: Polizei und Stra\u00dfensperren \u00fcberall. Der Regierung war sehr unwohl bei dem Gedanken, dass jetzt Journalisten frei in der Stadt herumspazieren und alle m\u00f6glichen Leute interviewen k\u00f6nnten; darum wurde die Bewegungsfreiheit von uns Journalisten etwas eingeschr\u00e4nkt, alles findet unter der Aufsicht von Sicherheitsleuten statt, und man darf h\u00f6chstens Kirchenvertreter interviewen, aber auf keinen Fall die \u201enormalen\u201c Algerier. Man kann diese Aufregung der Tatsache zugutehalten, dass Algerien eben noch nie einen Papstbesuch erlebt hat und sich an manche Aspekte einer solchen Visite erst einmal gew\u00f6hnen musste. Dem Vernehmen nach hat die Regierung schon im September letzten Jahres darauf gedrungen, ihr Namenslisten der anreisenden Journalisten zukommen zu lassen \u2013 da war die Reise noch gar nicht offiziell vom Vatikan angek\u00fcndigt. Andererseits ist aber auch sehr viel guter Wille sp\u00fcrbar: Die Beh\u00f6rden wollen sichtlich, dass der Besuch ein Erfolg wird. Man hat uns Journalisten gegen\u00fcber betont, dass der Pr\u00e4sident pers\u00f6nlich das Vorbereitungskomitee der Reise geleitet hat, und das ist tats\u00e4chlich etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches; und sehr gro\u00dfz\u00fcgig ist au\u00dferdem die Geste der Regierung, die Berichterstatter nach Annaba, also die Stadt des hl. Augustinus, einzuladen \u2013 Flug und Hotel. Auch das gibt es bei Papstreisen nicht so h\u00e4ufig\u2026<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/aprile\/12\/IMG_4026_rsz.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Die Basilika Unsere Liebe Frau von Afrika\" title=\"Die Basilika Unsere Liebe Frau von Afrika\"\/><\/p>\n<p>\n   Die Basilika Unsere Liebe Frau von Afrika\n  <\/p>\n<p>\u201eDie Mudschahedin, die auf Augustinus-Tourismus setzen\u201c<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-04\/kardinal-vesco-algerien-papst-leo-xiv-im-herzen-beruehrt-sein.html\" title=\"Kardinal Vesco: \u201eAlgerier werden von Leo XIV. im Herzen ber\u00fchrt sein\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>         <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/cem\/2024\/vesco-ok.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Kardinal Vesco: \u201eAlgerier werden von Leo XIV. im Herzen ber\u00fchrt sein\u201c\"\/><\/p>\n<p>       <\/a><\/p>\n<p>\n       Papst Leo XIV. beginnt seine erste apostolische Reise auf dem afrikanischen Kontinent mit einem Besuch in Algerien. Kardinal Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier, bezeichnet den &#8230;\n      <\/p>\n<p>Was schreiben die Zeitungen, was sagt die Presse?<\/p>\n<p>In den Zeitungen am Sonntag \u2013 der hier ein normaler Werktag ist \u2013 wurde noch nicht sehr viel Aufhebens vom Kommen des Papstes gemacht. Ein franz\u00f6sischsprachiges Blatt, \u201eLe Soir\u201c, hatte immerhin Leo XIV. auf seiner Titelseite \u2013 und schrieb dazu: \u201eDie franz\u00f6sische Presse im Delirium\u201c. Der dazugeh\u00f6rige Artikel auf S. 3 nahm franz\u00f6sische Berichte zur Papstreise unter die Lupe und behauptete, ganz Frankreich einschlie\u00dflich der Regierung und der \u201eGeneralst\u00e4be\u201c sei besorgt und \u00e4rgerlich dar\u00fcber, dass Algerien jetzt vor aller Welt als gastfreundliches Land auftreten kann. Ein Artikel, der einen tiefen Blick in das gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis Algeriens zur fr\u00fcheren Kolonialmacht Frankreich erlaubt. Auf der letzten Seite des Blattes fordert ein Meinungsartikel, die sterblichen \u00dcberreste des hl. Augustinus, die einst vor dem Ansturm der Muslime nach Italien gerettet wurden, sollten aus dem norditalienischen Pavia zur\u00fcck\u00fcberf\u00fchrt werden nach Annaba, seine Wirkungsst\u00e4tte als Bischof. Schlie\u00dflich sei Augustinus ja Algerier gewesen, ob das nun jedem so passe oder nicht. Eine Zeitung mit dem etwas beunruhigenden Namen \u201eLe Mudschahid\u201c (Der Mudschahid) freut sich angesichts des Papstbesuchs \u00fcber einen schon seit Jahren wachsenden Tourismus nach Annaba \u2013 erst recht seit dort auch Kreuzfahrtschiffe anlegen k\u00f6nnten. Dieses Jahr werde mit mehr als 56.000 ausl\u00e4ndischen Touristen in Annaba gerechnet, auf sie warte unter anderem ein ausgeschildeter Rundgang auf den Spuren des hl. Augustinus. Wer das jetzt war, erkl\u00e4rt der Artikel nicht eigens\u2026 aber vielleicht kennen die Mudschahedin ja alle schon ihren Augustinus.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/aprile\/12\/IMG_4014_rsz.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Im Innern der Basilika\" title=\"Im Innern der Basilika\"\/><\/p>\n<p>\n   Im Innern der Basilika\n  <\/p>\n<p>\u201eEs kommt vor, dass Muslime zum Christentum \u00fcbertreten\u201c<\/p>\n<p>Christen gibt es in ganz Algerien nur ein paar tausend \u2013 wer sind sie, welche Gesichter haben sie?<\/p>\n<p>Da will ich mit zwei Eindr\u00fccken antworten: Am Sonntag war ich in der Basilika Notre-Dame d\u2019Afrique (Unsere Liebe Frau von Afrika), die wie ein Adlernest auf einem Berg hoch \u00fcber dem Hafen steht; da waren der Rektor und einige Frauen gerade dabei, alles f\u00fcr das Kommen des Papstes vorzubereiten. Der Rektor war Ghanaer, die Frauen stammten ganz offensichtlich aus dem subsaharischen Afrika. Und der Rektor sagte mir: Stimmt schon, dass die Christen nur wenige sind \u2013 aber sie sind sehr aktiv. Und \u00fcbrigens komme es auch immer wieder mal vor, dass sich Algerier, fr\u00fchere Muslime, taufen lassen. Ich fragte: Wie werden die denn auf die Kirche aufmerksam? Und er meinte: \u00dcber das Internet, vor allem unsere Facebook-Seite. Oder weil sie die Basilika hier gesehen haben und sich die mal anschauen wollten. \u00dcberhaupt \u2013 so sagte er \u2013 h\u00e4tten die Christen viele \u201eSympathisanten\u201c unter den Muslimen; viele Muslime k\u00e4men, um in der Basilika zu beten, weil sie dort Frieden sp\u00fcrten.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/aprile\/10\/WhatsApp-Image-2026-04-10-at-15.04.34-1.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Im Frauenzentrum von Bab El-Oued\" title=\"Im Frauenzentrum von Bab El-Oued\"\/><\/p>\n<p>\n   Im Frauenzentrum von Bab El-Oued\n  <\/p>\n<p>\u201eDiesen Ort hier h\u00e4tte auch Papst Franziskus aufgesucht&#8230;\u201c<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2018-12\/algerien-seligsprechung-tibhirine-terrorismus-islamismus-becciu.html\" title=\"Algerien: Seligsprechung als Signal gegen Terrorismus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>         <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/media.vaticannews.va\/media\/content\/dam-archive\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2018\/12\/05\/00\/algeria-religion-vatican-conflict-1543964636210.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Algerien: Seligsprechung als Signal gegen Terrorismus\"\/><\/p>\n<p>       <\/a><\/p>\n<p>\n       Der Vatikan setzt ein Signal angesichts von islamistischem Terrorismus: Die sieben 1996 ermordeten Trappisten von Tibhirine und zw\u00f6lf weitere algerische M\u00e4rtyrer werden an diesem &#8230;\n      <\/p>\n<p>Und der zweite Eindruck?<\/p>\n<p>Der zweite Eindruck, das ist das Frauen-Fortbildungszentrum von Bab El-Oued, einem \u00e4rmeren, aber zentral gelegenen Viertel. Der Papst ist an diesem Montag zum dritten Mal dort, er war vor etwa 15, 20 Jahren schon zweimal als Augustiner-Generaloberer zu Besuch in diesen eher engen R\u00e4umen. Das Zentrum wird von ein paar ausl\u00e4ndischen Ordensfrauen geleitet (Augustiner-Missionarinnen); sie geben dort Nachhilfe, bieten N\u00e4hkurse an, oder Kurse, wie man Schmuck verfertigt. 150 Frauen kommen regelm\u00e4\u00dfig, die Kursleiterinnen sind in der Regel Musliminnen aus Algier. Missioniert wird da nicht, stattdessen geht es ums Miteinander in Freundschaft zwischen den Christinnen und muslimischen Frauen aus dem Viertel. Zwei Ordensfrauen, die hier arbeiteten, wurden 1993 w\u00e4hrend des algerischen B\u00fcrgerkriegs von Islamisten ermordet; 2018 hat man sie zusammen mit 17 weiteren katholischen M\u00e4rtyrern, darunter den Trappisten von Tibhirine, in Oran feierlich seliggesprochen. Das ist schon eine stolze Geschichte \u2013 und heute f\u00fchrt einen eine kleine, d\u00fcnne Inderin, Sister Julie, durch die R\u00e4ume. Und dann gibt es noch Schwester Lourdes, Spanierin, aber l\u00e4ngst mit algerischem Pass, sie ist 77 Jahre alt, davon hat sie \u00fcber f\u00fcnfzig in Algerien verbracht; dem Mordanschlag der Islamisten 1993 ist sie nur durch einen Zufall entgangen. Man m\u00f6chte fast wetten: Diesen Ort hier h\u00e4tte auch Papst Franziskus aufgesucht, wenn er mal nach Algerien gekommen w\u00e4re\u2026<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erster Tag der Papstreise nach Afrika: Leo XIV. verbringt diesen Montag in Algier, der algerischen Hauptstadt. 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