{"id":99605,"date":"2026-04-13T07:12:08","date_gmt":"2026-04-13T07:12:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/99605\/"},"modified":"2026-04-13T07:12:08","modified_gmt":"2026-04-13T07:12:08","slug":"vom-oppositionsfuehrer-zum-orban-bezwinger-wer-ist-peter-magyar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/99605\/","title":{"rendered":"Vom Oppositionsf\u00fchrer zum Orb\u00e1n-Bezwinger: Wer ist P\u00e9ter Magyar?"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Budapest \u2013 Ungarns Oppositionsf\u00fchrer P\u00e9ter Magyar hat das Undenkbare geschafft: Der 45-J\u00e4hrige hat den seit 2010 regierenden Regierungschef Viktor Orb\u00e1n und dessen m\u00e4chtige Partei Fidesz am Sonntag in einer Parlamentswahl besiegt. Und nicht nur das: Er hat mit seiner Partei TISZA mit 138 der 199 Sitze im Parlament sogar eine komfortable Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Um die politische Leistung zu w\u00fcrdigen, die der bis vor rund zwei Jahren noch fast unbekannte Magyar vollbracht hat, muss man sich die Vorgeschichte vor Augen f\u00fchren. Orb\u00e1n, seit 1989 in der Spitzenpolitik und 1998-2002 schon einmal Ministerpr\u00e4sident, hatte nach seinem fulminanten Wahlsieg 2010 die Institutionen und das Wirtschaftsleben Ungarns systematisch mit seinen Leuten besetzt. Es wurde eine neue Verfassung verabschiedet, ebenso zahlreiche Gesetze nach politischem Gutd\u00fcnken, das Wahlsystem wurde umgebaut. Druck auf Medien und Gerichte war an der Tagesordnung, ebenso die Korruption und Selbstbereicherung, die auch in Orb\u00e1ns Familie hineinreichte. Orb\u00e1n, der noch weitere dreimal mit Zwei-Drittel-Mehrheit siegte, stieg zu einer internationalen Symbolfigur der \u201eilliberalen Rechten\u201c auf, der als Verb\u00fcndeter von Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin wie des US-Staatschefs Donald Trump galt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die politische Karriere Magyars kann man nur kometenhaft nennen. Der 1981 in Budapest geborene Jurist entstammt selbst einer Fidesz-nahen Familie und ist der Ex-Ehemann der ehemaligen Justizministerin Judit Varga, mit der er drei S\u00f6hne hat. Er verkehrte selbst in h\u00f6chsten Parteikreisen und war als Diplomat in Br\u00fcssel sowie in regierungsnahen Institutionen t\u00e4tig. Sein steiler politischer Aufstieg begann im Februar 2024 mit einem regierungskritischen Interview im Gefolge eines Begnadigungsskandals. Dieser hatte direkt zuvor zum erzwungenen R\u00fcckzug von Staatspr\u00e4sidentin Katalin Nov\u00e1k und Magyars Ex-Frau Varga \u2013 damals als Spitzenkandidatin von Fidesz f\u00fcr die EU-Wahl vorgesehen \u2013 aus der Politik gef\u00fchrt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Mit seiner Partei Respekt und Freiheit (TISZA) holte Magyar bei der EU-Wahl 2024 aus dem Stand sieben Mandate. Die Abk\u00fcrzung des Parteinamens entspricht dem ungarischen Namens des Flusses Thei\u00df, der im \u00e4rmeren Osten des Landes flie\u00dft und historisch f\u00fcr seine verheerenden \u00dcberschwemmungen bekannt war. Magyar zog selbst ins EU-Parlament ein und TISZA wurde Mitglied der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP), der auch die \u00d6VP angeh\u00f6rt. Seit Herbst 2024 f\u00fchrte die Partei durchgehend in den Umfragen aller regierungsunabh\u00e4ngigen Institute Ungarns.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Magyar hatte mit gutem Gesp\u00fcr die Frustration der regierungskritischen \u00d6ffentlichkeit mit der zersplitterten und zerstrittenen Opposition erkannt. Er kanalisierte die Unzufriedenheit in seiner Partei TISZA. Er erkl\u00e4rte auch, keine zuvor politisch aktiven Personen f\u00fcr TISZA kandidieren zu lassen. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die parlamentarischen Oppositionsparteien schmolz daraufhin dahin wie Butter in der Sonne. Magyar gab den Menschen bald das Gef\u00fchl, dass er als Einziger in der Lage war, Orb\u00e1n tats\u00e4chlich abzul\u00f6sen. Wie das Wahlergebnis zeigt, konnte er aber auch viele Menschen \u00fcberzeugen, die \u2013 wie er selbst \u2013 zuvor Fidesz gew\u00e4hlt hatten.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Magyar sprang vor allem an einer Stelle in die Bresche, die die fr\u00fchere Opposition str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt hatte: Bei den Anliegen der Menschen aus der Provinz. Der Sohn einer b\u00fcrgerlichen Budapester Juristenfamilie hatte keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit den W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern am Land. Mit enormem Stehverm\u00f6gen bereiste er fast ununterbrochen Ungarn, trat in Kleinst\u00e4dten und D\u00f6rfern auf, in vielen auch mehrfach. Das gro\u00dfe Interesse f\u00fcr seine Auftritte zeigten, dass nun auch die oft von Fidesz-B\u00fcrgermeistern und Regierungsbeh\u00f6rden abh\u00e4ngigen Menschen keine Angst mehr hatten, an einer oppositionellen Kundgebung teilzunehmen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Vor Magyar als voraussichtlichem Regierungschef stehen freilich enorme Herausforderungen angesichts der schlechten Wirtschaftslage im Inland wie in der Welt. Zumindest kann er hoffen, dass die Europ\u00e4ische Union bald die wegen Rechtsstaatsbedenken eingefrorenen EU-Gelder f\u00fcr Ungarn wieder freigibt. (APA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Budapest \u2013 Ungarns Oppositionsf\u00fchrer P\u00e9ter Magyar hat das Undenkbare geschafft: Der 45-J\u00e4hrige hat den seit 2010 regierenden Regierungschef&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":99606,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[6073,28170,40,41,15010,28175,12066,39,29900,38,2066,3984],"class_list":{"0":"post-99605","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-europapolitik","9":"tag-fidesz","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-parlamentswahl","13":"tag-peter-magyar","14":"tag-regierungswechsel","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-tisza","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-ungarn","19":"tag-viktor-orban"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116396159339643677","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99605","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=99605"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99605\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=99605"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}