Selenskij offen für Referendum zu Frontlinie Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij zeigt sich offen für ein Referendum über ein Einfrieren des Krieges entlang der aktuellen Frontlinie. «Ich denke, dass die Menschen das in einem Referendum akzeptieren würden. Das ist meine Meinung», sagte Selenskij dem US-Nachrichtenportal Axios. Ein solcher Volksentscheid könnte parallel zu Präsidentschaftswahlen abgehalten werden. Selenskij zufolge haben seine Regierung und Washington vereinbart, dass jedes Abkommen eine Zustimmung der ukrainischen Bevölkerung per Referendum erfordert.

Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des Krieges scheinen jedoch auf der Stelle zu treten. Der erste von zwei Verhandlungstagen in Genf endete am Abend ohne greifbare Ergebnisse. Die Gespräche fanden unter Vermittlung des US-Sondergesandten Steve Witkoff statt und sollen heute fortgesetzt werden. Russische Staatsmedien beschrieben die Atmosphäre als «sehr angespannt». Der Journalist Barak Ravid schrieb unter Berufung auf Quellen, die politischen Gespräche seien in einer «Sackgasse».

Ohne vorherige Ankündigung waren diesmal auch Vertreter der europäischen Bündnispartner der Ukraine in die Gespräche einbezogen. Zugegen waren die nationalen Sicherheitsberater aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow bestätigte gesonderte Treffen mit Vertretern der USA und europäischer Partner. «Es ist wichtig, eine gemeinsame Sicht und eine Koordination des Vorgehens zwischen der Ukraine, den USA und Europa zu wahren», schrieb Umjerow bei Telegram.

Einen von Russland geforderten Abzug der ukrainischen Truppen aus noch gehaltenen Teilen der östlichen Gebiete Luhansk und Donezk lehnt Selenskij weiter ab. «Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen», sagte er. Der ukrainische Staatschef will die strittigen Gebietsfragen bevorzugt bei einem direkten Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin lösen. Der Kreml lässt jedoch kein Interesse an konkreten Vorbereitungen erkennen.