Gegen 1 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag (25. auf 26. April) rollte Flug LX147 vom Gate am Terminal 3 zur Piste des Flughafens Delhi. Der Airbus A330-300 von Swiss mit dem Ziel Zürich nahm den Startlauf auf. Doch dann brach die Crew den Start ab.

Die Zeitung Blick berichtete zuerst über den Startabbruch in Indien. Passagiere erzählten dem Boulevardblatt von Funken, die sie aus dem Fenster sahen, von einem Knall, von einem Feuerwehreinsatz an einem der Triebwerke, von einer Evakuierung und Panik dabei.

Vier Fluggäste ins Krankenhaus gebracht

«An Bord befanden sich 228 Passagierinnen und Passagiere sowie 4 Kleinkinder und 13 Crewmitglieder», erklärte Swiss anschließend in einem Statement. Beim Start sei ein Problem an einem Triebwerk aufgetreten. «Die Crew hat den Start abgebrochen und sich nach einer Situationsanalyse vorsorglich dazu entschieden, das Flugzeug zu evakuieren.»

Die Reisenden und die Crew hätten das Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-JHK über die Notrutschen verlassen. Zuerst sprach die Lufthansa-Group-Tochter von sechs Passagieren in medizinischer Untersuchung. In einem Update erklärte die Fluggesellschaft dann, es seien nur vier Personen verletzt, bei den anderen beiden handele es sich umverletzte Begleitpersonen. Die «vier Passagiere befinden sich weiterhin im Krankenhaus», so Swiss.

Flugbegleiterin am Fußgelenk verletzt

«Unsere Mitarbeitenden sind auch dort vor Ort und stehen ihnen eng zur Seite – so lange, wie es die Situation erfordert», schreibt die Airline. «Eine Flugbegleiterin hat sich ein gestauchtes Fußgelenk zugezogen.» Die anderen Crewmitglieder seien wohlauf.

Gegenüber der Zeitung Blick hatte zuvor ein Passagier berichtet, dass sich zwei ältere Damen bei der Evakuierung verletzt hätten, und vermutete Beinbrüche.

Swiss schickt Technik-Team nach Delhi

Swiss erklärte, alle Fluggäste würden von einem Team vor Ort betreut und begleitet. «Uns ist bewusst, dass ein solches Ereignis für die betroffenen Menschen belastend und erschütternd sein kann», schreibt die Fluggesellschaft. «Wir haben sie in Hotels untergebracht und auf alternative Verbindungen umgebucht.» Man bedauere die Unannehmlichkeiten sehr und unterstütze die Reisenden auch über die unmittelbare Situation hinaus.

Swiss teilte zudem mit, sie arbeite eng mit den Behörden zusammen und habe eine Taskforce ins Leben gerufen. «Wir wollen detailliert wissen, was zum Vorfall geführt hat», so die Fluggesellschaft. «Technische Spezialistinnen und Spezialisten von Swiss werden nach Delhi reisen, um das Flugzeug zu überprüfen und die nächsten Schritte einzuleiten.»

Airbus A330 ist 14 Jahre alt und hat 236 Plätze

Der betroffene Airbus A330-300 mit der Kennung HB-JHK ist 14 Jahre alt und hatte nie eine andere Betreiberin als Swiss. Das Langstreckenflugzeug hat Platz für bis zu 236 Reisende, davon 8 in der First Class, 45 in der Business Class und 183 in der Economy Class.

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