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Banana Pi BPI-SM10

RISC-V-Board mit bis zu 32 GB RAM und 60 TOPS für KI-Anwendungen

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Der Hardwarehersteller Banana Pi hat mit dem BPI-SM10 ein neues Einplatinen-System vorgestellt, dieses Mal mit besonderem Fokus auf lokale KI-Anwendungen. Das kompakte Board basiert auf einer RISC-V-Architektur und kombiniert klassische Rechenkerne mit dedizierten KI-Einheiten, um Inferenzaufgaben direkt auf dem Gerät ausführen zu können.

Im Zentrum steht ein SoC mit acht 64-Bit-X100-Kernen für allgemeine Berechnungen sowie acht zusätzlichen A100-Kernen, die speziell für KI-Workloads ausgelegt sind. Diese Architektur erreicht laut Hersteller eine Rechenleistung von bis zu 60 TOPS für KI-Anwendungen. Unterstützt wird dies durch eine Vektorverarbeitung mit 1024 Bit Breite sowie einen gemeinsamen L2-Cache von 8 MB für die CPU-Kerne und zusätzliche Speicherbereiche für die KI-Einheiten. Das System folgt der RVA23-Spezifikation und nutzt eine Out-of-Order-Pipeline mit vier Ausführungseinheiten.

Für den Arbeitsspeicher kommt LPDDR5 mit bis zu 32 GB zum Einsatz, der mit 6.400 MT/s angebunden ist. Neben der Maximalausstattung sind auch Varianten mit 8 und 16 GB vorgesehen. Über zwei M.2-Schnittstellen lassen sich NVMe-SSDs anschließen, wodurch sich das System um schnellen Massenspeicher erweitern lässt.

Banana Pi BPI-SM10 Banana Pi BPI-SM10

Das BPI-SM10 zielt auf das lokale Ausführen großer KI-Modelle ab. So soll das Board in der Lage sein, Modelle mit bis zu 30 Milliarden Parametern mit einer Geschwindigkeit von über 10 Token pro Sekunde zu verarbeiten. Gleichzeitig bleibt der Energiebedarf mit etwa 18 bis 35 W vergleichsweise niedrig, was den Einsatz in Edge-Computing-Szenarien begünstigen soll.

Das Entwicklerkit umfasst neben dem Modul ein Referenz-Trägerboard, das eine breite Auswahl an I/O-Schnittstellen bereitstellt, darunter vier USB-3.0-Anschlüsse, USB-C, DisplayPort sowie einen Ethernet-Port mit bis zu 10 Gbit/s. Für Erweiterungen stehen 40 GPIO-Pins bereit. Zusätzlich sind Kameraanschlüsse über MIPI CSI sowie ein Display-Interface über MIPI DSI integriert.

Gleichzeitig ist die Platine hardwareseitig kompatibel zu Plattformen wie dem Nvidia Jetson Orin Nano. Die Softwareumgebung umfasst ein vollständiges Toolchain-Paket inklusive KI-Runtime und will die Migration bestehender Anwendungen ohne größere Anpassungen unterstützen.

In Benchmarks erreicht das System im Single-Core-Test von Geekbench sechs Werte, die in etwa auf dem Niveau eines Raspberry Pi 4 Model B liegen. In Bezug auf den Preis hat sich Banana Pi bisher noch nicht geäußert.