
AUDIO: Premiere von neuem Rostocker «Polizeiruf 110» beim FISH Festival (3 Min)
Stand: 29.04.2026 15:23 Uhr
Ein Fernsehbestseller zum Finale: Das FiSH Festival in Rostock ist mit der Premiere einer neuen Folge von «Polizeiruf 110» mit Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann zu Ende gegangen. In «Sie haben einen Namen» geht es um Zwangsprostitution.
Der neue Polizeiruf aus Rostock ist düster. Es geht um das Schicksal Zehntausender Frauen in Deutschland, die Tag für Tag ihren Körper verkaufen müssen, um zu überleben. Da gibt es dunkle Straßen, heruntergekommene Unterkünfte, Gewalt und Demütigung. Oft kommen die Frauen aus Osteuropa, so wie Natasha (Anastasiia Mazhara).

Das Filmteam des neuen «Polizeirufs» inklusive der Produzentin Nikola Bock (2. v. r.) und Regisseurin Franziska Schlotterer (3. v.r.)
Sie trifft ihre Freier in Rostock zum Beispiel im Hotel Neptun in Warnemünde. Einer von ihnen ist der Anwalt Bastian Hoyer (Christian Erdmann), der ihr verspricht, ihr zur Freiheit zu verhelfen. Eines Tages taucht die Leiche einer vermutlich minderjährigen Prostituierten auf. Die Ermittlungen von Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und ihrer Kollegin Melly Böwe (Lina Beckmann) führen auch zu Natasha.
Keine Verklärung der Prostitution
Inszeniert wurde diese neue Folge von Regisseurin Franziska Schlotterer. Insgesamt 22 Drehtage standen ihr dafür zur Verfügung. Vorher wurden das Drehbuch finalisiert, die Schauspieler gecastet und Motivorte in Rostock und Hamburg ausgesucht.
Der Berlinerin war es wichtig, beim Thema Zwangsprostitution nichts zu verklären oder zu beschönigen. Mit grobkörnigen Bilder hätten sie versucht, dies zu erreichen, so die Regisseurin. Außerdem hätten sie viel mit der Handkamera gedreht. «Und auch im Szenenbild haben wir versucht zu zeigen, wie die Prostituierten da leben in ihren Unterkünften, nämlich wie Tiere.»

In der neuen Folge der ARD Krimireihe muss sich Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) mit Zwangsprostitution auseinandersetzen.
Neben dem Hotel Neptun am Ostseestrand tauchen auch andere Orte in Rostock mit hohem Wiedererkennungswert auf. Zum Beispiel der Doberaner Platz, ein Knotenpunkt des Bus- und Straßenbahnverkehrs in Rostock. «Dort haben wir mit unserer Hauptdarstellerin gedreht und zeigen sie in einem völlig aufgelösten Zustand. Hier war viel los. Wir haben das alles so mitgenommen und haben versucht, das Lebendige für uns zu nutzen.» Die Straßenbahnen seien wie gewohnt gefahren und sie hätten die übliche Beleuchtung dort genutzt. «Das Ganze hat für eine lebendige und authentische Atmosphäre gesorgt.»
Große Verbundenheit zu Charakteren
In diesem Jahr feierte der «Polizeiruf» zum Abschluss des FiSH Festivals seine Premiere – in gleich zwei nahezu ausverkauften Kinosälen. «So etwas wie der Polizeiruf ist auch ein bisschen Lokalpatriotismus», sagt Veranstalterin Hella Rihl. Die Menschen sähen ihre eigene Stadt gern im Fernsehen oder wie jetzt auf der großen Leinwand. «Sie haben eine große Verbundenheit zu den Charakteren und den Protagonistinnen. Ich glaube, so in Kombination scheint das ganz gut zu funktionieren.»
Das Premierenpublikum gibt ihr Recht. Das ist nach der Vorführung restlos begeistert. «Sehr ergreifend. Große Tiefe, und so als Rostocker siehst du auch relativ viel, wo gedreht wird», sagt ein Besucher. Und eine Frau ergänzt: «Also ich fand, das war der beste Polizeiruf von den beiden Kommissarinnen bis jetzt. Bin gespannt, wie es weitergeht.»
Ausstrahlungstermin im November
Erst einmal besteht nun beim Filmkunstfest MV in der kommenden Woche die nächste Gelegenheit, den «Polizeiruf 110 – Sie haben einen Namen» auf der großen Leinwand zu sehen – bevor er dann am 1. November im Ersten zur gewohnten Zeit um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.
Mit Informationen von Carolin Beyer.

Der 30. Rostocker «Polizeiruf 110 – Tu es!» ist in der ARD Mediathek zusehen. Max Gleschinski hat Regie geführt.

«Die Prinzessin und der Stalljunge» heißt das Weihnachtsmärchen. Gedreht wird in Hamburg, Schwerin und in der Nähe von Itzehoe.

Am 27. Juni 1971 zeigt das DDR-Fernsehen den ersten Polizeiruf. Dabei soll es Verbrechen im Sozialismus eigentlich nicht geben.

Intendantin Karin Beier präsentiert in Hamburg mit «Fremde Sonne» die Argonauten-Saga um Medea und das Goldene Vlies mit Starbesetzung.