Bei Demo in Berlin

Xavier Naidoo sorgt mit «Menschenfresser»-Aussagen für Wirbel

18.02.2026 – 13:01 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der umstrittene Soul-Musiker Xavier Naidoo (Archivbild): Er hat bei einer Demo in Berlin mit Aussagen zu «Menschenfressern» irritiert. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-bilder)

Xavier Naidoo hat auf einer Veranstaltung gegen Kindesmissbrauch mit bizarren Behauptungen irritiert. Gegen den Sänger laufen noch zwei Verfahren.

Der umstrittene Musiker Xavier Naidoo hat bei einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Aussagen über «Menschenfresser» für Aufsehen gesorgt. Der 54-jährige Mannheimer äußerte sich auf der Veranstaltung «Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen» mit Bezug zu den Epstein-Akten.

«Wir reden von Menschenfressern», sagte Naidoo bei der Demonstration. «Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys.» Bei der Veranstaltung machte er weitere verstörende Aussagen.

«Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben», erklärte der Sänger vor Teilnehmern und Reportern. Zudem behauptete er: «Ich bin mir sicher, wir haben alle schon Menschenfleisch gegessen, ja. Ja. Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen.»

Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume bewertet Naidoos Wortwahl als radikalisierend. «In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie «Tothschild» die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet», sagte Michael Blume. «Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe «Kinderfresser» und «Menschenfresser» als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen.» Dies sei sehr gefährlich.

Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen. Im April 2022 hatte der Musiker aus Mannheim mit einem Video überrascht, in dem er sich von extremen Positionen distanzierte. Er sei von Verschwörungserzählungen «geblendet» gewesen, erklärte er damals. Naidoo zog sich daraufhin von den großen Bühnen zurück.

Erst im Dezember feierte er sein Comeback. Das Auftaktkonzert seiner Tour in Köln war nach Angaben der Veranstalter mit 16.000 Tickets ausverkauft. Ende Januar veröffentlichte er eine Single, die erste seit 2019.

Am Landgericht Mannheim sind derzeit zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo anhängig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es dabei um Inhalte mit Holocaust leugnendem und antisemitischem Charakter, die über einen Telegram-Kanal verbreitet wurden. Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen. Naidoos Anwälte bestreiten die Vorwürfe und beteuern die Unschuld des Musikers.