Die Schweiz meint es gut mit dem Kosovo: 65,5 Millionen Franken zahlen die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) dem Balkanstaat für die Jahre 2026 bis 2029. «Wir investieren weiter in die Stabilität, die Sicherheit und die nachhaltige Entwicklung eines Landes, mit dem uns gegenseitige Interessen verbinden», schwärmte Deza-Direktorin Patricia Danzi am Montag in Pristina, als sie das neue «Kooperationsprogramm Kosovo» vorstellte.

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Ignazio Cassis und Deza-Direktorin Patricia Danzi in Bern

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Mit dem Engagement will die Schweiz «demokratische Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung sowie chancengerechte menschliche Entwicklung» im Kosovo unterstützen, heisst es von den Behörden.

Die offizielle Schweiz behauptet seit Jahrzehnten, durch ihr Engagement im Kosovo das Land auf Vordermann zu bringen, etwa durch die Stärkung der «Mechanismen zur Korruptionsbekämpfung». Doch zwischen dem PR-Sprech aus Bundesbern und der Realität klaffen Welten. Tatsächlich zählt die Republik Kosovo zu den korruptesten Ländern in der Balkanregion.

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«Korruption und organisierte Kriminalität bestehen praktisch weiterhin auf allen Ebenen der staatlichen Organisation und in der öffentlichen Wahrnehmung», so die Einschätzung von Transparency International.

Die Schweiz, die 2008 als eines der ersten Länder die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt hat, pumpt seit Jahrzehnten kolossale Geldsummen in Richtung Pristina. 86 Millionen Franken betrug das Budget für den Balkanstaat, mit dem die Schweiz eine Migrationspartnerschaft unterhält, für den Zeitraum 2022 bis 2025. An der Vetternwirtschaft und der generellen Instabilität, die im Kosovo vorherrschen, haben die früheren Zahlungen bisher nichts geändert.

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Während Bundesbern dermassen viel Geld in den Kosovo schickt, zückt der Bund hierzulande den Taschenrechner, wenn es um die finanzielle Unterstützung der eigenen Landsleute geht. Man denke an die Opfer der Naturkatastrophe von Blatten 2025 oder das Unglück von Crans-Montana zu Beginn dieses Jahres. Rund 13 Millionen Franken hat Bundesbern für sie aufgebracht – ein Klacks im Vergleich zum Kosovo-Engagement.