«Aus dem von einem Jurassier als katholisches Antiquariat im protestantischen Bern gegründeten Laden entwickelte sich eine ökumenische Buchhandlung, die heute ein einzigartiges Sortiment mit deutschsprachigen Büchern zu monotheistischen Religionen und einem ausgewählten belletristischen Schwerpunkt führt», schreibt die Jury in ihrer Begründung auf der Website des Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verbands (SBBV). Der Verband vergibt den Preis für die Buchhandlung und den Verlag des Jahres jährlich.

Nominiert werden jeweils drei Buchhandlungen, die sich durch aussergewöhnliche Sortimentsgestaltung, innovative Konzepte oder eine besondere gesellschaftliche Verankerung auszeichnen. Ebenfalls nominiert sind die Buchhandlungen Forum in Liestal und BUK in Luzern sowie die Verlage Christoph Merian in Basel, Geparden in Zürich und der Autismusverlag aus St. Gallen. 

Mit kirchlicher Unterstützung

«Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung», schreibt das Team von Voirol in einer Medienmitteilung. «Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit als Ort der Begegnung und für unser spezialisiertes Sortiment, das weit über die Grenzen Berns hinaus geschätzt wird». Wie die Kandidatur zustande kam, weiss das Voirol-Team nicht. Mitglieder des SBVV hätten jeweils die Möglichkeit, Buchhandlungen zu nennen, eine Jury des SBVV stimme danach ab, wer es bis zur Nomination schaffe, sagt Buchhändlerin Séverine Decaillet auf Nachfrage. 

Paul Voirol gründete die Buchhandlung vor 99 Jahren mit finanzieller Unterstützung der katholischen Kirche der Stadt Bern (heute GKG). Seit 1997 beteiligen sich auch die evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde sowie die christkatholische Kirchgemeinde der Stadt Bern. 

Die Buchhandlung und der Verlag, die das Rennen machen, erhalten je 4000 Franken Preisgeld, die nominierten je 2000 Franken. Die Online-Abstimmung dauert bis am 29. Mai um 12.00 Uhr. Die Preisverleihung findet am 8. Juni im Rahmen Generalversammlung des SBVV in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern statt. sys

Weitere Infos und Link zur Abstimmung unter sbbv.ch.