Grifo feiert Halbfinaleinzug mit offenen Armen zu den Fans

Stand: 30.04.2026 • 19:17 Uhr

Für die Freiburger steht im Europa-League-Endspurt auch finanziell einiges auf dem Spiel. Satte sieben Millionen Euro würden sie von der UEFA allein für den Finaleinzug bekommen.

Freiburgs Kult-Trainer Christian Streich sagte einmal über den Sport-Club: «Wir müssen uns jetzt nicht noch sexyer machen, als wir sind, aber ganz unsexy sind wir nicht.» Was sportlich auch nach seiner Zeit durch Nachfolger Julian Schuster weiter vorangetrieben wurde, könnte in dieser Saison einen weiteren Höhepunkt erreichen. Ein Triumph in der Europa-League würde den ersten internationalen Titel der Südbadener bedeuten.

Macht Geld attraktiv?

Ein solcher Titel würde den Verein nicht nur sportlich attraktiver machen. Ein Weiterkommen gegen den SC Braga und der damit verbundene Einzug ins Europa-League-Finale am 20. Mai in Istanbul hätte mindestens sieben Millionen Euro Mehreinnahmen zur Folge. Über diese würde sich auch Freiburgs Finanzvorstand Oliver Leki freuen. Dieser übte kürzlich allerdings grundsätzliche Kritik an der Verteilung der Gelder durch die UEFA.

Bereits vor dem Viertelfinale gegen Celta Vigo forderte er eine Debatte über Umverteilungen von Champions-League-Geldern an die Teilnehmer der Europa- und Conference League. Solch eine Umverteilung sei «ein wirkungsvoller Ansatz», um die Wettbewerbe spannender zu gestalten, sagte er der «Sport Bild». Der Unterschied zwischen den Preisgeldern in der Europa League und der Champions League beläuft sich aktuell auf rund 1,9 Milliarden Euro.

Bisher rund 26 Millionen Euro Einnahmen in der Europa League

Grundsätzlich stützt sich das System, mit dem die UEFA ihre Gelder ausschüttet, auf drei Säulen: Die Startgelder, die leistungsabhängigen Gelder und die «Wertprämie».

Die neu geschaffene «Wertprämie» ist seit der Reform 2024, welche auch die Liga-Phase einführte, ein variabler Geldtopf. Dieser ist abhängig vom Medienmarkt und dem Klub-Koeffizient im europäischen Vergleich. Vereinfacht kann man sagen: Je mehr deutsche Zuschauer im TV und je besser das Abschneiden der Freiburger in der Vergangenheit, desto höher die Einnahmen. Die aus diesem Topf an den Sport-Club gezahlte Summe lässt sich nicht genau beziffern, bewegt sich laut Kicker allerdings im Bereich von acht Millionen Euro.

Eindeutigere Zahlen liefern hingegen das Startgeld und die leistungsabhängigen Prämien: In der aktuellen Europa-League-Saison verdienten die Freiburger bisher rund 18,2 Millionen Euro. In Summe hat der Sport-Club bis zum jetzigen Zeitpunkt somit rund 26 Millionen Euro in der Europa League verdient (siehe Tabelle).

Das lukrative Geldgeschäft könnte noch weiter gehen

Nun können zu dieser Summe nicht nur die sieben Millionen Euro für den Finaleinzug hinzu kommen, der Turniersieg würde weitere zehn Millionen Euro einbringen. Dies heißt, im Optimalfall könnten die Südbadener gut 43 Millionen Euro einstreichen. Doch das lukrative Geldgeschäft könnte noch weiter gehen.

Denn gewinnen die Freiburger tatsächlich die Europa League, spielen sie in der kommenden Saison in der Champions League. Ein Startplatz in der Königsklasse würde dann weitere 18,6 Millionen Euro bringen.

Sollte es mit dem Gewinn der Europa League und der daraus resultierenden CL-Teilnahme nicht klappen, haben die Freiburger eine weitere Chance, in der kommenden Saison international zu spielen. Über die Bundesliga kann sich der derzeitige Tabellen-Achte noch für die Europa League oder die Conference League qualifizieren. Dies ist abhängig vom Abschneiden in der Bundesliga und der UEFA-Rangliste.

Südwestrundfunk