Inhaltsverzeichnis
BMC Kaius 2027 Infos und Preise
Das BMC Kaius der ersten Generation war schon bei der Vorstellung im Jahr 2022 ein reinrassiges Race Gravel Bike und diese glasklare Ausrichtung bleibt auch mit der neuen Generation gänzlich unverwässert. Um auf Schotter möglichst schnell von A nach B zu gelangen, haben die Schweizer die Reifenfreiheit auf 52 mm erhöht und Feinarbeit in Sachen Gewicht, Komfort und Aerodynamik betrieben. Hier die wichtigsten Eckdaten:
2. Generation des Race Gravel Bikes der Schweizer
63 Gramm leichter als der Vorgänger
3 % höhere Rahmensteifigkeit
12 % reduzierter Windwiderstand Rahmenset
Rahmengrößen 47, 51, 54, 56, 58, 61
Antrieb ausschließlich elektronische 1-fach Gruppen
Reifenfreiheit 52 mm
Gewicht Komplettbike ab 7,1 kg (Herstellerangabe, Rahmengröße 54)
Gewicht Rahmen 998 g (Herstellerangabe, Rahmengröße 54, lackiert)
Gewicht Gabel 400 g (Herstellerangabe, Rahmengröße 54, lackiert)
Gewicht Rahmenset 1.469 g (Herstellerangabe, Rahmengröße 54, lackiert, inklusive Sattelstütze und Steuerlager)
Verfügbar ab sofort
Herstellerinfo www.bmc-switzerland.com
Preise
BMC Kaius One 10.999 €
BMC Kaius Two 7.999 €
BMC Kaius Three 5.499 €
BMC Kaius Frameset 4.499 €
Diashow: Neues BMC Kaius im ersten Test: Evolution des Race Gravel Pioniers
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Das BMC Kaius wurde für die 2. Generation komplett überarbeitet – hier das Kaius One mit SRAM Red XPLR Gruppe für 10.999 Euro.
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Das einteilige Aero-Cockpit der 2. Generation.
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Front und Gabelkrone erinnern an das BMC Teammachine R.
Die Innovationen
EinsatzbereichRennen, GravelRahmenmaterialCarbonGabelCarbonGewicht (o. Pedale)7,1 kgStack561 mmRahmengrößen47, 51, 54, 56, 58, 61 (im Test: 54)Websitewww.bmc-switzerland.comPreisspanne5.499 – 10.499
Auch wenn das neue BMC Kaius seinem Vorgänger optisch ähnelt, ist zumindest auf den zweiten Blick zu erkennen, dass die Schweizer viel Aufwand betrieben haben, um den hauseigenen Schotter-Flitzer umfassend zu modernisieren und zu verbessern. Die Vergrößerung der Reifenbreite auf 52 mm schafft Platz für den aktuellen Trend zu immer breiteren Reifen und bringt auch einige Schwierigkeiten mit sich, die BMC aber schlau gelöst hat. Nachfolgend die wichtigsten Änderungen der zweiten Generation im Detail.
Aerodynamik: Viel Detailarbeit
Schon der Vorgänger war aerodynamisch optimiert und glänzte zum Beispiel mit Aero-Flaschenhaltern und einem einteiligen Cockpit. Letzteres ist auch bei den neuen Kaius Top-Modellen wieder verbaut, diesmal allerdings in der neuesten Entwicklungsstufe mit nochmals verbesserter Aero-Effizienz. An der Front fällt zudem die neue Halo Gabel mit den weit ausgestellten Gabelscheiden auf. Die Form erinnert an das BMC Teammachine R Aero-Rennrad und soll den Luftstrom gezielt vom Laufrad und Reifen weglenken. Als willkommenen Nebeneffekt gibt es eine deutlich höhere Reifenfreiheit. Gut sichtbar sind auch die tiefer angesetzten Sitzstreben, die damit weniger Widerstand im Wind verursachen sollen.
Die Aeroshape Sattelstütze AS10 ist nicht nur aerodynamisch, sondern auch leicht. Das Steuerrohr ist tiefer gestaltet als beim Vorgänger und soll die Aero-Performance ebenso verbessern. Genau wie das neu designte Unterrohr, welches die Trinkflaschen mit ins Aero-Konzept einbezieht. Als Resultat soll das Kaius One mit Trinkflaschen an Bord schneller sein, als ohne. Alleine im Windkanal gemessen, sei der neue Rahmen mit gleichem Cockpit und gleichen Reifen bei 40 km/h rund 12 % schneller als der Vorgänger. Betrachtet man das Gesamtsystem inklusive Fahrer, soll sich immer noch eine Reduzierung des Windwiderstandes um 1 % ergeben.
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Aero-Flaschenhalter der neuesten Generation sollen die Aerodynamik maßgeblich verbessern – laut BMC ist das Gesamtsystem mit Flaschen schneller als ohne.
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Das einteilige Carbon-Cockpit soll mit geringst möglichem Widerstand durch den Wind schneiden – im Gegensatz zum Vorgänger ist es jetzt in unterschiedlichen Breiten verfügbar.
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Das Steuerrohr ist sehr schmal gehalten, um die Aero-Performance zu verbessern – die breite Gabel ist in ähnlicher Form vom BMC Aero-Rennrad Teammachine R bekannt.
Gleich hoher Komfort
Obwohl BMC die Aerodynamik deutlich verbessert hat und dazu auch eine neue Aero-Sattelstütze verwendet, soll der Komfort des Rahmensets gleich gut wie beim Vorgänger sein. BMC spricht von einigen Zentimetern „Federweg“, die durch den Rahmen zur Verfügung gestellt werden. Dazu trägt nicht zuletzt auch die Verjüngung im Sitzrohr bei, die einen stärkeren Flex in diesem Bereich erlaubt. Auch die neue Gabel wurde so entwickelt, dass sie in Lenkrichtung eine möglichst hohe Präzision garantiert, vertikal aber einen gewissen Flex erlaubt, um die Stoßdämpfung zu verbessern.
Den größten Komfortgewinn bringen jedoch die breiteren Reifen. Serienmäßig kommt das neue Kaius mit 45 mm breiten Continental Terra Competition Pneus, 50 mm breite Reifen passen jedoch auch bei grobem Profil locker in den Rahmen.
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Die lang ausgezogene Sattelstütze bietet viel Flex.
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Die Verjüngung des Sitzrohrs erlaubt mehr Flex und damit mehr Komfort.
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Ein großer Faktor für den Komfort sind natürlich breite Reifen – mit 52 mm Reifenfreiheit ist das neue Kaius diesbezüglich gut aufgestellt.
Gewicht abgebaut
63 Gramm Gewichtsreduktion klingen zunächst nicht viel, bedenkt man jedoch die deutlich gewachsene Reifenfreiheit und die Aero-Optimierung mit tieferen Rohrformen, wird schnell klar, dass es nicht einfach gewesen sein dürfte, das Gewicht des Rahmensets nach unten zu drücken. Der neue Rahmen drückt laut den Schweizern 998 Gramm auf die Waage und wurde damit 29 Gramm leichter. Die Gabel wurde um 24 Gramm leichter und wiegt noch 400 Gramm, die Sattelstütze bringt in der jüngsten Version rund 10 Gramm weniger auf die Waage.
Auf Stabilität und Robustheit hat man deshalb laut BMC jedoch nicht verzichtet. So sind die Wandstärken des Rahmens bewusst nirgends dünner als 0,9 mm, während man etwa beim Teammachine SLR Competition-Rennrad bis auf 0,6 mm Wandstärke nach unten geht. So soll mehr Widerstandskraft gegen Steinschläge und äußere Einflüsse durch die Offroad-Belastung gewährleistet werden. Interessant auch die Info, dass der Kaius Rahmen in Sachen Belastung MTB-Standards genügt.
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Trotz Aero-Optimierungen ist es BMC gelungen, das Rahmenset um 63 Gramm zu erleichtern.
Neue Montagepunkte + Kettenführung
Um ab Werk mehr Transport-Möglichkeiten zu schaffen, gibt es neue Montagepunkte am Unterrohr sowie unter dem Oberrohr, wo eine sogenannte Cargo Plate befestigt werden kann. Diese wird serienmäßig mit ausgeliefert und erlaubt den bequemen Transport von Ersatzschlauch, Werkzeug oder sonstigem Zubehör. Die Montagepunkte auf dem Oberrohr rücken ein wenig nach hinten, um Platz für größere Oberrohrtaschen zu schaffen.
Serienmäßig ist auch eine neue Kettenführung an Bord, die auch in rauestem Gelände für einen sicheren Sitz der Antriebskette auf dem Kettenblatt sorgt. Zwei unterschiedliche Größen sorgen für eine Kompatibilität mit Kettenblättern von 38 bis 50 Zähnen Größe.
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Die Cargo Plate kommt serienmäßig und erlaubt die Befestigung von Notfallkits, Werkzeug oder Verpflegung – die Befestigung erfolgt über zwei Schrauben am Oberrohr.
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Die Anbaupunkte auf der Oberseite des Oberrohrs blieben erhalten.
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Eine Kettenführung sorgt auch im ruppigen Gelände für Sicherheit.
Rahmen-Kompatibilität & Garantie – bitte hier ausklappen
Innenlager-Bauart T-47 x 85,5 Road Wide
Steuerlager oben: FSA 30,5 x 41,8 x 7,5 ; 45×45°, unten: FSA 40,0 x 51,8 x 7,5 ; 45×36°
Bremsaufnahme Flat-Mount 160 mm / 160 mm
Antrieb- /Schaltungs-Kompatibilität Nur elektronische 1-fach Schaltungen
Garantie 2 Jahre, Rahmen 3 Jahre (bei Registrierung 5 Jahre)
Gewichtszulassung 120 kg
Ausstattung: 3 Varianten mit 1-fach Schaltung + Rahmenset
In Sachen Ausstattung ändert sich nicht viel zur aktuellen Generation. Allerdings wurde der neue Rahmen mit deutlich mehr Reifenfreiheit speziell für 1-fach Schaltungen entwickelt, weshalb in der Folge auch keine Komplettbikes mit Zweifach-Gruppen angeboten werden können. Dass BMC deshalb ausschließlich auf SRAM setzt, liege an der Nachfrage von Händlern und Kunden, so die Verantwortlichen von BMC. Sollte sich diese ändern, werde man selbstverständlich im nächsten Modelljahr entsprechend reagieren.
Aktuell gibt es das neue Bike in drei Versionen, die allesamt mit SRAM XPLR Gruppen ausgestattet sind. Also Red XPLR, Force XPLR und Rival XPLR. Der Rahmen wird ausschließlich in einer sehr hohen Carbon-Qualität gefertigt und ist deshalb an allen drei Komplettbikes sowie als Rahmenset technisch identisch. Ebenso ist die Sattelstütze an allen Varianten identisch. Das einteilige Cockpit kommt nur beim Kaius One und Two zum Einsatz, das Three wird mit einem herkömmlichen Vorbau und Lenker ausgestattet. Die Abmessungen vom Cockpit, bzw. von Vorbau und lenker werden an die jeweilige Rahmengrößen angepasst.
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BMC Kaius One mit SRAM Red XPLR – 7,1 kg, 10.999 Euro.
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BMC Kaius Two mit SRAM Force XPLR – 7,8 kg, 7.999 Euro.
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BMC Kaius Three mit SRAM Rival XPLR – 8,3 kg, 5.499 Euro.
Alle drei Bikes werden zudem mit den hauseigenen Laufrädern ausgerüstet, die schon aus der aktuellen Generation des Vorgängers bekannt sind. Hier gibt es also keine Neuigkeiten zu vermelden. Carbonspeichen gibt es nur bei der Top-Version One. Gleich sind hingegen an allen Modellen die Carbonfelgen mit einer recht moderaten Höhe von um die 40 mm und einer Maulweite von ebenfalls moderaten 25 mm. Wer noch mehr Aero oder eine größere Maulweite möchte, muss sich also auf dem Zubehörmarkt umsehen oder gleich ein Rahmenset kaufen und einen individuellen Aufbau realisieren.
Preislich ist das nackte Rahmenset allerdings nur 1.000 Euro günstiger als das Komplettbike „Three“ mit Rival XPLR Gruppe. Das Rahmenset ist übrigens nur mit einem hauchdünnen Klarlack versehen, der Gewicht spart und auch ideal als Ausgangsbasis für eine Individual-Lackierung taugt. Wer den Look des nackten Carbons mag, kann den Rahmen selbstverständlich auch so fahren, wie er kommt. Das Carbon ist laut BMC ausreichend vor UV-Strahlung und äußeren Einflüssen geschützt.
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BMC Kaius Frameset – 1.469 g, 4.499 Euro.
Kaius 01 OneKaius 01 TwoKaius 01 Three
Preis10.999 €7.999 €5.499 €
Gewicht7,1 kg7,8 kg8,3 kg
RahmenKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×142 mm Steckachse, Flat-MountKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×142 mm Steckachse, Flat-MountKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×142 mm Steckachse, Flat-Mount
GabelKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×100 mm SteckachseKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×100 mm SteckachseKaius 01 Gen 2 Premium Carbon, 12×100 mm Steckachse
GruppeSRAM Red XPLR inkl. PowermeterSRAM Force XPLRSRAM Rival XPLR
Übersetzung42 – 10-4642 – 10-4642 – 10-46
LaufradsatzCG 39 SL Carbon, Tubeless ready, 39 mm CG 39 Carbon, Tubeless ready, 39 mmCG 40 Carbon, Tubeless ready, 40 mm
ReifenContinental Terra Competition Race Rapid, Tubeless, 45 mmContinental Terra Competition Race Rapid, Tubeless, 45 mmContinental Terra Competition Race Rapid, Tubeless, 45 mm
BesonderheitenEinteiliges Carbon-Cockpit, Aero-FlaschenhalterEinteiliges Carbon-Cockpit, Aero-FlaschenhalterAero-Flaschenhalter
Geometrie: Viele Änderungen für maximale Sportlichkeit
Breitere Reifen nehmen direkt Einfluss auf das Fahrgefühl eines Rennrades, denn sie sind nicht nur breiter, sondern auch höher und verändern damit nicht nur die Höhe des Tretlagers, sondern auch wichtige Geometrie-Kennwerte wie den Nachlauf. Deshalb ist es fast unerlässlich, auch an der Geometrie eines neuen Bikes zu arbeiten, wenn dieses für breitere Reifen optimiert werden soll.
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Kurze Steuerrohre und flache Cockpits sorgen für eine tiefe Sitzposition.
BMC hat nicht nur das getan, sondern auch auf das Feedback vieler Teamfahrer gehört und einige Überarbeitungen an der Rahmengeometrie des neuen Kaius vorgenommen. Die 5 mm längeren Kettenstreben schaffen Platz für die breiteren Reifen, während die Verkürzung des Reaches um 5 mm und die Erhöhung des Stacks um 11 mm für eine etwas kommodere Sitzposition sorgen sollen. BMC hat zur Kenntnis genommen, dass selbst sehr sportliche Fahrer auf dem Vorgänger selten mit Spacern unterm Cockpit unterwegs waren und deshalb den Stack etwas angepasst. Mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,42 bei Rahmengröße 54 ist die Sitzposition dennoch sehr sportlich.
Die Absenkung des Tretlagers im Rahmen wurde bewusst beibehalten, somit ergibt sich eine etwas höhere Bodenfreiheit und das Kaius läuft, im Falle einer Umrüstung auf den vorrangigen Asphalt-Betrieb, auch mit nur 32 mm breiten Reifen nicht Gefahr, mit den Pedalen in Kurven aufzusetzen. Um den gewünschten Nachlauf von genau 72 mm zu erreichen, der laut BMC sehr wichtig für das typische „BMC-Feeling“ ist, werden die Lenkwinkel jeweils auf die Rahmengröße angepasst. Auch die Sitzwinkel variieren je nach Rahmengröße geringfügig.
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Wer will, kann auf dem BMC Kaius nach wie vor sehr sportlich sitzen.
Wie beim Vorgänger bleibt es bei 6 Rahmengrößen, die das komplette Spektrum an Fahrern und Fahrerinnen abdecken sollen. Generell bleibt BMC in Sachen Geometrie des Kaius seiner Linie treu und positioniert auch den Nachfolger als reinrassiges Race Gravel Bike.
Nachfolgend alle Werte im Detail. Mit unserem Geometrics-Tool lassen sich die Abmessungen der neuen Generation sehr einfach mit denen des Vorgängers oder anderen Gravel Bikes oder Rennrädern vergleichen.
Rahmengröße
47
51
54
56
58
61
Laufradgröße
28″ / 700C
28″ / 700C
28″ / 700C
28″ / 700C
28″ / 700C
28″ / 700C
Reach
385 mm
392 mm
396 mm
400 mm
405 mm
409 mm
Stack
521 mm
541 mm
561 mm
581 mm
606 mm
631 mm
STR
1,35
1,38
1,42
1,45
1,50
1,54
Lenkwinkel
70,8°
70,8°
70,8°
71,6°
71,6°
71,6°
Sitzwinkel, effektiv
74,3°
74,3°
73,8°
73,8°
73,3°
73,3°
Oberrohr (horiz.)
531 mm
544 mm
559 mm
569 mm
587 mm
598 mm
Steuerrohr
88 mm
109 mm
126 mm
147 mm
173 mm
199 mm
Sitzrohr
429 mm
449 mm
471 mm
485 mm
509 mm
533 mm
Überstandshöhe
739 mm
758 mm
779 mm
795 mm
815 mm
838 mm
Kettenstreben
425 mm
425 mm
425 mm
425 mm
425 mm
425 mm
Radstand
1.010 mm
1.024 mm
1.027 mm
1.032 mm
1.045 mm
1.058 mm
Tretlagerabsenkung
79 mm
79 mm
79 mm
79 mm
79 mm
79 mm
Einbauhöhe Gabel
397 mm
397 mm
397 mm
397 mm
397 mm
397 mm
Gabel-Offset
50 mm
50 mm
50 mm
45 mm
45 mm
45 mm
Geometrics:
BMC Kaius (2027) Geometrie
BMC Kaius One auf dem Kurs
Same, same but different – so könnte man das Fahrgefühl auf dem neuen BMC Kaius One ganz knapp zusammenfassen. So viel verrate ich schon mal direkt. Denn erfreulicherweise ist es BMC gelungen, das typische Rennrad-ähnliche Feeling des Kaius auch mit deutlich breiteren Reifen beizubehalten.
Aber alles der Reihe nach. Beginnen wir mit der Sitzposition: Die ist nach wie vor sehr sportlich. Zwar nicht mehr ganz so aggressiv wie beim Vorgänger, aber dennoch mit sehr tiefer Front. BMC hat während des Launches auf Sardinien geschildert, dass selbst die Teamfahrer und die meisten Racer das bisherige Kaius nicht ohne Spacer unter dem schmalen Aero-Cockpit gefahren sind. Also hat man sich in Grenchen entschieden, den Stack am Nachfolgemodell um 11 mm wachsen zu lassen.
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Auch auf langen Anstiegen performt das BMC Kaius One hervorragend.
Was beileibe nicht bedeutet, dass man deshalb aufrecht auf dem neuen Gravel Racer sitzen würde. Bei einer Sitzhöhe von 76,4 cm ergibt sich in meinem Fall mit 30 mm verbauten Spacern immer noch eine Überhöhung von rund 105 mm. Ohne Spacer käme ich also in die Region extrem sportlicher Competition-Rennräder. Dass auch der Reach um 5 mm verkürzt wurde, kommt meiner Statur mit langen Beinen und kurzen Armen zugute. Mit nach vorn geschobenem Sattel auf der serienmäßigen Stütze mit 10 mm Offset finde ich somit eine für mich nahezu perfekte Sitzposition. Alternativ würde ich persönlich die Sattelstütze ohne Versatz wählen.
Auf den ersten Metern überrascht zunächst der 50 mm breite Continental Dubnital Reifen, den wir aufgrund der nassen Bedingungen am ersten Tag gefahren sind. Der für Gravel-Maßstäbe recht grob profilierte Reifen rollt trotz der hohen Stollen erstaunlich leicht und geschmeidig und offenbart dabei und vor allem später auf grobem Geläuf und nassem Gravel die Vorteile so breiter Reifen.
Zur leichten Beschleunigung tragen natürlich auch die Carbonlaufräder mit Carbonspeichen und das niedrige Gesamtgewicht unseres Testbikes von nur 7,1 kg kg bei. In dieser Gewichtskategorie fühlt sich ein Rennrad, und ein Gravel Bike nochmal umso mehr, einfach deutlich agiler an als mit 8 kg oder deutlich darüber. Das BMC Kaius One reagiert jedenfalls spontan und agil auf jeden Input an den Pedalen. Sprich, es lässt sich einfach beschleunigen und zu Tempowechseln bewegen.
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Oberkörper runter und Druck aufs Pedal – auf schnellen Schotteretappen ist das BMC in seinem Element.
Auch das Fahrverhalten profitiert natürlich von dem niedrigen Gewicht, in erster Linie aber von der Arbeit der Ingenieure, die bei der Entwicklung die Rahmengeometrie festgelegt haben. BMC bleibt auch beim Kaius bei seiner Philosophie, dass jedes Roadbike mit einem Nachlauf von 72 mm ausgestattet werden muss, um das typische BMC Feeling zu ermöglichen.
Ob es nur an dieser Kenngröße liegt, kann ich nicht sagen, aber das Fahrverhalten des Kaius One ist so nah am Rennrad wie bei kaum einem anderen Gravel Bike, das ich bisher gefahren bin. Selbst die grobstolligen 50 mm Reifen können das nicht negativ beeinflussen. Hier klappt das Vorderrad nicht in die Kurve, wie bei manchen Mitbewerbern, sondern die Lenkung fühlt sich an wie bei einem reinrassigen Rennrad. Einhergehend mit agilem Handling und hoher Präzision bei der Spurwahl.
Dadurch vermittelt das BMC Kaius zumindest für mich sehr schnell ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Schon nach wenigen Kilometern auf dem neuen Renner habe ich mich wie zu Hause gefühlt und dem Bike auch bei technisch anspruchsvollen Abfahrten blind vertraut. Egal, ob man seine Linie genau plant und gröbere Hindernisse umfährt oder im Zweifel auch mal mit offenen Bremsen einfach geradeaus hämmert – das Kaius kann beides. Das Bike lässt sich auch im groben Gelände präzise und agil steuern, hält auf Wunsch aber auch einfach die Spur.
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Auf Sardinien konnten wir das BMC Kaius One artgerecht testen.
Auch beim Bergauffahren passt für mich alles. Die ausgewogene Gewichtsverteilung sorgt mit entsprechendem Körpereinsatz für genug Grip am Hinterrad, verhindert in steilsten Passagen aber auch ein ansteigendes Vorderrad. So lässt es sich wunderbar und ausdauernd klettern, selbst auf engen Trails und anspruchsvollem Terrain.
Perfekt ins Bild passt dazu die SRAM Red XPLR Gruppe. Die Kette wechselt auf Wunsch auch unter großer Last am Berg willig das Ritzel, die hervorragenden Bremsen sorgen auf Abfahrten für gefühlvolle, aber dennoch kraftvolle Verzögerung mit hoher Standfestigkeit. Das 42er Kettenblatt an der Front ist eher für ambitionierte Piloten und passt damit gut zur Positionierung des Kaius als Racebike. Es fordert an steilen Stichen schon ordentlich Druck auf dem Pedal, unterstützt dafür aber auch hohe Geschwindigkeiten noch recht gut.
Das Aero-Cockpit liegt gut in der Hand, wobei beim Griff im Oberlenker aufgrund der Aero-Formen natürlich gewisse Komfort-Abstriche gemacht werden müssen. Am Testbike habe ich eine Breite von 36 cm von Mitte Rohr zu Mitte Rohr an der Montageposition der Hoods gemessen und 42 cm am Unterlenker. Für mich ein Perfect Fit.
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Auf Kletterpassagen reagiert das Kaius direkt und überzeugt mit guter Gewichtsverteilung und solidem Fahrverhalten.
Auf Asphalt hört die Performance keineswegs auf, denn hier fühlt sich das Kaius wie bereits weiter oben beschrieben wie ein „echtes“ Rennrad an. Mit den 45 mm breiten Continental Terra Competition Race Reifen, auf denen das Bike serienmäßig beim Händler steht, und die wir am zweiten Tag auf etwas weniger ruppigem Geläuf ebenfalls fahren konnten, noch mehr als mit den 50er Dubnital. Egal ob beim Tempo-Ballern in der Gruppe oder auf schnellen Abfahrten, das Kaius macht einfach Spaß und begeistert mit einem sehr ausgewogenen Fahrverhalten.
Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Komfort, der in dieser Kategorie sehr stark von den Reifen und dem dazu passenden Luftdruck beeinflusst wird. Mit 1,6 bar an der Front und 1,7 bar am Hinterrad schlucken die 50 mm Pneus sehr viel an Vibrationen und Unebenheiten weg. Bei groben Löchern flext zudem die Sattelstütze spür- und sichtbar. Mit 45 mm Reifen und einem um 0,1 bar erhöhten Druck ändert sich der Komforteindruck zwar spürbar, aber nicht dramatisch. Mehr Compliance dürfte sich kaum ein ambitionierter Schnellfahrer wünschen.
Bleibt zum Abschluss festzuhalten, dass BMC den Einsatzbereich des Kaius schon bei der ersten Version glasklar definiert und mit der Vorstellung der neuen Generation kein bisschen verwässert hat. Ich schreibe hier über ein Race Gravel Bike in reinster Form. Konstruiert und gebaut, um möglichst schnell kombinierte Strecken aus Asphalt und Schotter/Offroad zu fahren. Und das kann das Kaius wunderbar, das neue sogar noch besser als der Vorgänger. Das Schönste dabei ist, dass es auch uns Normalsterblichen, die nicht jeden Sonntag im Renneinsatz sind, großen Spaß bereitet. Wer Freude am puren Schnellfahren auf Schotter hat, kommt am BMC Kaius kaum vorbei.
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Auf schnellen Abfahrten vermittelt das BMC Kaius One viel Sicherheit – das Fahrverhalten ist sehr sportlich, aber nicht übertrieben nervös.
Das ist uns aufgefallen
SRAM only Das neue Kaius ist aufgrund der deutlich vergrößerten Reifenfreiheit nur noch mit 1-fach Schaltungen kompatibel. Den Rest regelt der Markt, sagt BMC und stattet die drei erhältlichen Komplettbikes allesamt mit SRAM XPLR Gruppen aus. Nachfrage bestimmt das Angebot.
Lackierung Die aufwendige Lackierung des Top-Modells „One“ ist ein echter Eyecatcher! Bei genauem Hinsehen offenbaren sich viele schöne Details und Effekte, die das Bike wirklich sehr stimmig und hochwertig wirken lassen. Optisch mein klarer Favorit!
Rahmenschutz Wie schon beim Vorgänger verzichtet BMC aus Gewichtsgründen auch bei der neuen Generation des Kaius auf einen massiven Rahmenschutz am Unterrohr. Stattdessen kommt eine aufgeklebte Schutzfolie zum Einsatz, die laut BMC auch die Rotoren von Hubschraubern schützt. Generell betonen die Schweizer, dass der Gewichtsaufschlag des Rahmens im Vergleich zum Beispiel zum Teammachine SLR hauptsächlich daher komme, dass der Kaius-Rahmen bewusst robuster mit höheren Wandstärken gefertigt werde. Übertriebene Angst vor Beschädigung durch äußere Einflüsse sei also nicht notwendig.
Für wen? Für alle, die maximal schnell auf Schotter von A nach B fahren möchten. Punkt.
Für wen besser nicht? Bikepacker, Genussfahrer und Freizeit-Graveller ohne jegliche Ambitionen sollten sich besser woanders umsehen.
Fazit – BMC Kaius
Schon der Vorgänger des neuen BMC Kaius war ein reinrassiges Race Gravel Bike, das mich im damaligen Test aufgrund seiner Kompromisslosigkeit und Performance begeistert hat. Die neue Generation bleibt bei diesen Stärken und kombiniert sie mit mehr Reifenfreiheit. Dass sich die Aerodynamik verbessert haben soll und das Gewicht leicht reduziert wurde, ist ein willkommenes Plus, aber nicht maßgeblich. Viel entscheidender ist, dass BMC den aktuellen Renner auch mit 50 mm breiten Offroad-Reifen so nah ans Rennrad bringt, wie kaum eine andere Marke. Die Verbindung von Speed und Sicherheit auf jedem Untergrund in Kombination mit dem Fahrgefühl eines sehr sportlichen Rennrades sind das, was das BMC Kaius ausmachen. Ein stimmiges Gesamtpaket zum Schnellfahren auf variablem Untergrund – nicht nur für Racer.

BMC Kaius – Pro / Contra
Stärken
Hoher Qualitätseindruck
Sportliches Handling
Niedriges Gewicht
Hohe Reifenfreiheit
Schwächen
Preis
Nicht mit 2-fach Schaltungen kompatibel

So haben wir das BMC Kaius One getestet
BMC hat das neue Kaius auf Sardinien vorgestellt. Dort konnte ich mich ausführlich mit dem Entwicklungsteam austauschen. Fahren konnte ich das BMC Kaius One bei der Präsentation auf zwei Touren mit insgesamt rund 120 km und 2.100 hm. Mit dabei Asphalt, Schotter aller Kategorien, lange und zum Teil steile Anstiege und Abfahrten, sowie sehr schnelle Passagen auf feinem Schotter.
Testerprofil Harald Englert ausklappen
Tester-Profil: Harald Englert
65 cm66 kg85 cm56 cm176 cm
Harry fährt gerne schnelle Rennräder und TT-Renner. Seit einigen Jahren dem Triathlon-Sport verfallen. Von kurzen und harten Intervalltrainings bis zu mehrstündigen Touren steht alles auf dem Programm. Meist mit Trainingsziel unterwegs, aber gerne auch auf Genusstour mit Kumpels und Freunden. Wenn Zeit bleibt, zudem auf dem Gravel-Bike oder Enduro-MTB durch den Spessart unterwegs.
Ich fahre hauptsächlich
Rennradtouren, Triathlon-Rennen, Trainings-Einheiten auf dem Rollentrainer
Vorlieben bei der Geometrie
Sportlich, nicht zu lang
Was sagt ihr zum neuen Schweizer Gravel-Renner?
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Text: Harald Englert / Fotos: BMC
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