FC Thun zu Gast in Basel | 1. Mai 2026
Am Wochenende hat Thun die nächste Chance, den Meister-Sack aus eigener Kraft zuzumachen. Ein Sieg gegen Basel im St. Jakob-Park muss dazu her. Es gibt einige Parallelen zu vergangenen Spielen: Langjährigen Fussballfans mag dazu die Erinnerung an die beiden Spiele im Jahr 2004 und 2005 in den Sinn kommen …

Nur noch wenige Minuten sind am 2. Mai 2004 zu spielen, der FC Basel führt 2:0 gegen den FC Thun im Lachenstadion. In wenigen Sekunden stürmen die Fans den Platz.Fotos: Keystone
2. Mai 2004: Der FC Basel reist nach Thun ins Lachenstadion – es geht um nichts Geringeres als den Meistertitel. Wer dieses Spiel gewinnt, darf sich Meister nennen. Im altehrwürdigen Stadion finden sich über 10’000 Fans ein, bis heute ein Rekord.
Doch die Thuner Meisterträume erhalten bereits nach zehn Minuten den ersten Dämpfer. Scott Chipperfield erzielt auf Zuspiel von David Degen das 0:1. 13 Minuten später trifft Degen selbst zum 0:2. Die Basler Fans stürmen in der 90. Minute das Feld, offiziell läuft das Spiel noch. Kurzerhand nehmen sie das Stadion im Freudentaumel auseinander – die Bilder unten sprechen für sich –, die Kosten für die entstandenen Schäden werden später zum Teil vom FC Basel übernommen.

Das Spiel muss in der 90. Minute abgebrochen werden, die Fans sind nicht mehr zu halten.

Thuns Trainer Hanspeter Latour kann nicht glauben, was er sieht.

Die Basler Fans feiern in Thun, indem sie sich Erinnerungsstücke sichern: Die Tore werden zerschnitten …

… und Rasen wird ausgerissen.

Thun-Trainer Latour ist empört.

Das Spielerhäuschen des Lachenstadions ist dem Gewicht der feiernden Basel-Fans nicht gewachsen.

Das Lachenstadion ist derweil nicht der einzige Ort, der von den Basler Fans im «Freudentaumel» auseinander genommen wird – auch der Extrazug zurück nach Basel hat nach der Fahrt eine Generalüberholung nötig.
5. Mai 2005: Auch ziemlich genau ein Jahr später treffen die beiden Teams aufeinander, dieses Mal in Basel. Und auch dieses Mal geht es um einiges, Thun ist der erste Verfolger im Meisterkampf gegen Basel. Letzten Endes gewinnen die Basler auch dieses Spiel, 4:1 lautet das Score. «Meistertraum ist ausgeträumt», titelte die Plattform J – damals noch Jungfrau Zeitung – über den Match.
Doch für Schlagzeilen sorgt vor allem die Schiedsrichterin Nicole Petignat, die mit diversen Entscheidungen für rote Köpfe sorgt – vor allem bei den Thunern. «Sackschwach», beurteilte die Plattform J die Leistung.
Ein kleiner Auszug aus dem Spielbericht: «Der Penalty in der 41. Minute nach einem angeblichen Foul von Cerrone an Sterjovski führte zum 1:0, der Elfmeter in der 81. Minute nach Ferreiras Aktion gegen Chipperfield zum 3:1. Aber damit nicht genug. Vor allem in der ersten Halbzeit pfiff Petignat immer wieder und absolut unverständlich gegen Thun, verhalf so den Baslern zu diversen Freistössen und verwarnte zu allem Übel und völlig deplatziert Cerrone (Hands), Captain Gerber (Reklamieren), Aegerter (Reklamieren – welcher Fussballer reklamiert bei solchen Fehlentscheiden nicht?), Ojong (Foul) und Ferreira (eben dieses angebliche Foul, welches zum Penalty führte). So wurde Schiedsrichterin Nicole Petignat am Samstagabend zum «13. Mann des FCB», was selbst diverse Basler Fans auf der Tribüne lachend erkannten.»

Gleich zwei Elfmeter bekommen die Basler von Nicole Petignat zugesprochen.

Thun-Goalie Fabio Coltorti wird zweimal geschlagen.

Die Entscheidungen von Nicola Petignat sorgen auf dem Platz für viel Diskussionen …

… besonders die Thuner sind damit nicht einverstanden.

Ein bitterer Abschied aus dem Meisterrennen: Thun-Coach Urs «Longo» Schönenberger läuft nach der Niederlage durch den Regen.
Und am 2. Mai 2026? Die Thuner brauchen einen Sieg, um den Meistertitel endlich und zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte ins Berner Oberland zu holen. Gelingt dies, wird dieses Mal womöglich das «Joggeli» gestürmt? Es wäre den Thunern zu gönnen, endlich die Revanche für diese bitteren Spiele aus den früheren 2000er-Jahren zu schaffen …

Kann Montolio am Samstag wieder jubeln? Die letzte Begegnung zwischen dem FC Thun und dem FC Basel am 18. April ging mit 3:1 an die Thuner.