Kampf gegen Plakate | 1. Mai 2026
In der Stadt Bern haben konsumkritische Gruppen zusammen mit linken Parteien die Initiative «Bern werbefrei» lanciert: Sie möchten die kommerzielle Fremdreklame im öffentlichen Raum verbieten. Während die Initianten weniger Einfluss von Werbung fordern, steht dem das finanzielle Interesse der Stadt mit Millionen-Einnahmen gegenüber.

Werbeplakate am Ostring in der Stadt Bern: Solche kommerziellen Werbeflächen stehen im Zentrum der Initiative «Bern werbefrei», die deren Verbot im öffentlichen Raum fordert.Foto: Keystone
Linke und konsumkritische Organisationen haben am Freitag die Initiative «Bern werbefrei» lanciert. Sie verlangen ein Verbot kommerzieller Fremdreklame im gesamten Stadtgebiet.
In der Gemeindeordnung soll festgeschrieben werden, dass Plakatwerbung und kommerzielle Bildschirme ohne örtlichen Bezug nicht mehr bewilligt werden. Nicht betroffen seien Kulturplakate, Anschlagstellen für die Allgemeinheit sowie lokale Hinweise, teilten die Initianten mit.
Druck auf den Stadtrat
Ziel sei es, den kommerziellen Einfluss im öffentlichen Raum zu reduzieren, schrieben AL Bern, PdA Bern, Juso Stadt Bern, Grün Alternative Partei, Tier im Fokus (TIF) und Transition Bern. Mit der Initiative wollen sie Druck auf den Stadtrat machen.
Zwar hatte die linke Stadtratsmehrheit 2024 einen Vorstoss für ein Werbeverbot überwiesen. Doch bei der Beratung des Budgets 2026 machte die SP/Juso-Fraktion eine Kehrtwende und kam zum Schluss, dass bei der jetzigen Finanzlage nicht auf die Werbemillionen verzichtet werde sollte. Die Vermietung der Werbeflächen bescheren der Stadt jedes Jahr Einnahmen von gut fünf Millionen Franken.