Zum dritten Mal innerhalb von sechs Monaten geht es im „Tatort“ um Fahrradkuriere, und da treibt einen – neben all den anderen kleinen Fragen der Gegenwart – schon um, wie das eigentlich läuft bei der Stoffentwicklung für die Sonntagskrimis. Gibt es gemeinsame Telefonkonferenzen der „Tatort“-relevanten Sender, und da hat jemand mal ganz dringend gefordert: Leute, mehr Dynamik, mehr Lebensnähe! Und dann denken alle, ja, stimmt, aber was genau ist jetzt Lebensnähe, und exakt da klingelt der Pizzabote? Oder ist es so, dass die Fahrradkurier-Lobby doch mächtiger ist, als man annahm, kurz vor Übernahme der Weltherrschaft eigentlich, und sich davor noch des „Tatorts“ bemächtigt, probeweise sozusagen? Oder wachten alle Drehbuchautoren unabhängig voneinander morgens mal plötzlich mit Fahrradkurier-Plots im Kopf auf? Den Fällen „Erika Mustermann“ aus Berlin im November und „Sashimi Spezial“ aus Ludwigshafen im März folgt nun jedenfalls ein weiterer.