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Wauchula (USA) – Er war fast so berühmt wie der „King of Pop“ selbst und konnte sogar den „Moonwalk“ tanzen. Michael Jackson (†50) und sein Schimpanse Bubbles waren Ende der 80er ein skurriles Paar. Jackson zog Bubbles wie ein Kind auf, teilte mit ihm das Hotelzimmer und nahm ihn sogar mit auf Tournee nach Japan. Bis er ihn 2003 abgeben musste, weil Bubbles als Teenager zu aggressiv und gefährlich wurde, um unter Menschen zu leben.

Danach lebte der Schimpanse zunächst wieder bei seinem Trainer in einem Hinterhof, bis er 2005 – vier Jahre vor dem Tod Jacksons – ein neues Zuhause im Affen-Altenheim „Center for Great Apes“ in Florida fand. Von dort gaben seine Pfleger jetzt – anlässlich des Starts des neuen Jackson-Films „Michael“ – ein rührendes Update zu Bubbles Leben.

Bubbles heute, schon etwas grau um die Nase, in seinem weiträumigen Gehege im „Center for Great Apes“ in Florida

Bubbles heute, schon etwas grau um die Nase, in seinem weiträumigen Gehege im „Center for Great Apes“ in Florida

Foto: centerforgreatapes/Instagram

Jacksons Affe ist „klug, sensibel und neugierig“

Ein Sprecher des Affen-Centers: „Bubbles ist ein kluger, sensibler und neugieriger Schimpanse mit einem sanften Wesen und einer starken eigenen Persönlichkeit. Wie viele ältere Schimpansen genießt er die Geborgenheit seiner täglichen Routinen und die Gesellschaft seiner langjährigen Schimpansen-Gefährten.“ Man finde ihn oft entspannt bei seiner sozialen Gruppe, beim Erkunden seines Geheges auf der Suche nach Leckereien oder einfach dabei, die Welt um sich herum neugierig zu beobachten.

Bubbles wurde 1983 in einem biomedizinischen Labor in Austin (Texas) geboren und als Jungtier von Michael Jackson übernommen

Bubbles wurde 1983 in einem biomedizinischen Labor in Austin (Texas) geboren und als Jungtier von Michael Jackson übernommen

Foto: imago/ZUMA Press

Bubbles genießt Ruhestand ohne Rampenlicht

Die Mission des „Center for Great Apes“ ist es, Schimpansen und Orang-Utans, die ihre frühen Jahre im Rampenlicht verbracht haben, einen würdevollen Ruhestand zu ermöglichen. Michael Jackson hatte Bubbles einst von einem Tiertrainer in Hollywood übernommen. Als Bubbles jedoch ausgewachsen war und Michael um die Sicherheit seiner Kinder fürchtete, gab er ihn zunächst wieder zurück an seinen Tiertrainer – bevor Bubbles schließlich, gemeinsam mit anderen Affen-Rentnern, in dem Primatenpark in Florida untergebracht wurde.

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Dort gehe es ihm blendend. Er liebe es, von den Weibchen gekrault zu werden, die Tunnelsysteme des Geheges zu erkunden und male sogar gelegentlich ganz gerne, berichteten die Pfleger. „Bubbles liebt die Gemeinschaft, die Stabilität, die Möglichkeit, mit seiner Schimpansengruppe zu leben und zu interagieren, und selbst zu entscheiden, wie er seine Tage verbringt.“

Artgerecht geht sicherlich anders: Michael Jackson mit Bubbles und der Dogge Muscles auf seiner Neverland-Ranch, wo er jahrelang viele exotische Tiere hielt

Artgerecht geht sicherlich anders: Michael Jackson mit Bubbles und der Dogge Muscles auf seiner Neverland-Ranch, wo er jahrelang viele exotische Tiere hielt

Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Bubbles soll einfach nur noch Affe sein dürfen

Für einen so bekannten Bewohner wie Bubbles sei der Übergang von der Unterhaltungswelt zu einem Leben mit Selbstbestimmung und sozialer Bindung nicht immer einfach. Aber es ist auch ein eindrucksvoller Beweis für die Wirkung des Selbstschutzes. „Darum geht es in einem Schutzgebiet: Schimpansen wie Bubbles die Möglichkeit zu geben, einfach Schimpansen sein zu dürfen. Selbst zu entscheiden, wie er seinen Tag gestaltet und was er gerne tun möchte. Wir fühlen uns geehrt, ihm die lebenslange Fürsorge, Gemeinschaft und das Zuhause zu bieten, das er verdient.“ Die Kosten für seine Pflege übernimmt übrigens die Organisation „Estate of Michael Jackson“. Jedes Jahr müssen für Bubbles 30 000 Dollar (rund 26 000 Euro) überwiesen werden.