Samuel Essende ist nicht mehr Spieler des FC Augsburg. Der Stürmer wechselt fix zu den Young Boys Bern in die Schweiz – ein Transfer, der sich zuletzt abgezeichnet hatte und nun vollzogen ist. Der FCA bestätigt das am Montagabend mit einer Pressemitteilung. Die Ablösesumme liest sich stattlich, nach Informationen unserer Redaktion sind die Schweizer bereit, bis zu 4,75 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen zu bezahlen.

Dass Essende beim 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim nicht einmal im Kader stand, war im Nachhinein das unübersehbare Signal. Trainer Manuel Baum hatte nach der Partie zunächst auf Nachfragen abgewiegelt: „Jetzt ist nicht der richtige Moment, über einzelne Spieler zu sprechen.“ Doch dann wurde er konkreter und verwies auf die Kaderbreite. Sein Aufgebot sei groß und breit, er passe es vor jedem Spiel an. Für Essende bedeutete das: keine Rolle mehr in Augsburg.

Young Boys Bern verpflichten Stürmer Essende

Für den FCA ist der Wechsel ein sauberer, sportlich logischer Schnitt. Essende war im Sommer 2024 aus Portugal gekommen, mit einem starken Tor-Nachweis aus Vizela (15 Treffer in 31 Ligaspielen). In Augsburg verlief die Premierenspielzeit durchwachsen: zehn Pflichtspieltreffer, aber auch zwei Platzverweise, die ihn Sperren und Rhythmus kosteten. In der laufenden Saison fand er endgültig keinen festen Platz mehr. Unter Ex-Trainer Sandro Wagner war im Angriff ein System mit „falscher Neun“ gefragt. Für den körperlich robusten, technisch nicht immer feinen Essende passte das Profil zu selten. Als Einwechselspieler setzte er nur sporadisch Akzente, sein letzter Ligatreffer datierte vom vierten Spieltag.

Der FC Augsburg hat im Winter neue Angreifer verpflichtet

Dass die sportliche Perspektive fehlte, unterstrich Augsburgs Winter-Kaderpolitik. Mit Michael Gregoritsch (Leihe), Rodrigo Ribeiro (Leihe) und Uchenna Ogundu (für 4,5 Millionen Euro) kamen weitere Angreifer, abgegeben wurde lediglich Phillip Tietz. Sportdirektor Benjamin Weber hatte die Tür für Abgänge zuletzt offen gelassen und erklärt: „Es sind noch Fenster offen – nicht nur für ihn, sondern generell.“ Nun ist diese Personalie erledigt.

Auch für Essende ist Bern eine passende Adresse. Die Young Boys erhalten einen klassischen Stürmertypen, der in der Box Präsenz entwickelt und Tore liefern soll. Trainer in Bern ist Gerardo Seoane, in Deutschland bekannt aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. Der 17-fache Meister ist in dieser Saison noch nicht in Fahrt gekommen und steht in der Liga nur auf Rang sechs. Essendes Verpflichtung ist daher auch ein Auftrag: Er soll sofort helfen.

Essende: „Mein Dank richtet sich an die FCA-Fans“

„Samuel ist mit dem Wunsch nach einer neuen sportlichen Perspektive an uns herangetreten. Wir haben gemeinsam nach einer Lösung gesucht, die für beide Seiten sinnvoll ist, und diese mit dem Wechsel in die Schweiz gefunden“, erklärt FCA-Sportdirektor Weber in der Mitteilung. „Wir bedanken uns bei Samuel für seinen Einsatz und wünschen ihm für seinen weiteren Weg viel Erfolg.“

„Ich habe mein Bestes für Augsburg gegeben. Aus sportlicher Sicht musste ich ein neues Projekt finden, bei dem ich mich weiterentwickeln, die Zeit auf dem Platz genießen und Tore erzielen kann“, sagt Essende in der gleichen Mitteilung des Vereins. „Mein Dank richtet sich an die FCA-Fans, die immer großartig zur mir waren. Dem Verein wünsche ich viel Glück für den Rest der Saison.“

Johannes Graf

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