(barni) Eine ungewöhnlich schöne Ausstellung wird am Sonntag, 17 Uhr, im Neusser Kunstraum, Deutsche Straße 2, eröffnet. Die Künstlerin Hyesu Jeong stammt ursprünglich aus Südkorea, sie studiert an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professorin Kati Heck Malerei, und das bereits im 17. Semester. Jetzt lädt die 30-Jährige zu ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland: „Inner Diorama“ lautet der Titel. Wer den Ausstellungsraum betritt, dürfte ins Staunen geraten. Die überwiegend großformatigen Bilder, darunter ein Diptychon im XXL-Format, scheinen den Betrachter anzulachen, ihm Rätsel aufzugeben. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, was unter anderem den Charme der Bilder ausmacht. Es sind die interessanten, eher ungewöhnlichen Farbkombinationen – so ist ein zartes Mintgrün mehrfach vertreten, gerne in Kombination mit einem kräftigen Braunton.

Hyesu Jeong bringt in der Ausstellung auch Selbstportraits unter. Losgelöst von der eigenen Person sind ihr Frauen in ihrer Kunst wichtig, auch wenn das längst nicht immer gleich sichtbar wird und wenn, dann auf subtile Weise. Da tauchen zum Beispiel Motive auf, die man gern als exotische Blumen identifizieren würde. In Wirklichkeit sind die vermeintlichen Blütenblätter Fingernägel einer Frau nach einer Maniküre. Weiblichkeit, Umgebung und Erfahrung sind die drei Triebfedern, die zu dieser Ausstellung führten. Es sind fast durchweg Bildwelten, die sich zwischen Realität und Imagination bewegen und surreale Elemente aufweisen können. Da ist zum Beispiel das Bild mit einer weinenden Topfpflanze auf einem Parkettboden. Ein spitzes, langes Blatt durchbohrt seine Nase, die frei im Raum zu schweben scheint. Das Diptychon erinnert an ein Puppenhaus, nur mit dem Unterschied, dass es nicht klein ist, sondern riesig. Das Sofa im Wohnzimmer ist mit Schleim überzogen. Er stammt von einer Schnecke, deren Körper sich über das gesamte Bild erstreckt. Die Hände einer Frau umfassen auf einem anderen Ölgemälde unterschiedliche Kämme – sie stellen aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit für die Künstlerin unterschiedliche Charaktere von Menschen dar.

Neben den vielen Großformaten zeigt Hyesu Jeong auch ein Bild im Format 30 mal 30 Zentimeter. Das Motiv sind Pusteblumen. Es sieht so aus, als ob die 30-Jährige in der Kunstszene das Zeug zu mehr hat als zu einer „Pusteblume“. Eine Düsseldorfer Bank sieht das offenbar auch so und hat ihr ein Stipendium gewährt. Die Ausstellung ist bis zum 17. Mai dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.