Beim Kultursender von SRF schrillen die Alarmglocken. Radio SRF 2 Kultur verliert massiv Publikum. Susanne Wille prüft Konsequenzen.

susanne willeSRG-Chefin Susanne Wille muss bei gewissen Sendern einsparen. – keystone

Das Wichtigste in Kürze

Radio SRF 2 Kultur verliert 28 Prozent an Nutzungszeit.

Intern wird über einen Ersatz durch eine nationale Kulturwelle diskutiert.

SRG plant einen massiven Stellenabbau bis 2029.

Radio SRF 2 Kultur steckt in der Krise. Der Sender hat im ersten Quartal 2026 deutlich an Publikum eingebüsst. Einiges stärker als alle anderen Programme von SRF.

Besonders die Nutzungsstunden sind stark zurückgegangen. Die Entwicklung sorgt intern für Unruhe, auch bei SRG-Direktorin Susanne Wille.

Laut dem «Sonntagsblick» wird sogar über ein mögliches Aus des Kulturradios nachgedacht. Als Alternative steht ein neues Konzept im Raum: Eine schweizweite Kulturwelle, die in mehreren Landessprachen ausgestrahlt wird.

Radio SRF 2 Kultur ist im Basler Meret Oppenheim Hochhaus zuhause.Radio SRF 2 Kultur ist im Basler Meret Oppenheim Hochhaus zuhause. – keystoneSusanne Wille soll angeblich über das Streichen des Senders Radio SRF 2 Kultur nachdenken.Susanne Wille soll angeblich über das Streichen des Senders Radio SRF 2 Kultur nachdenken. – keystoneSRF News soll weiterhin bestehen bleiben.SRF News soll weiterhin bestehen bleiben. – keystone

Das Modell ähnelt bekannten Musikkanälen, würde jedoch durch regionale Inhalte ergänzt werden.

Kritik gibt es auch an der Führung. Beobachter werfen der aktuellen SRG-Spitze vor, das Profil des Senders über Jahre verwässert zu haben. Während vergleichbare Angebote im Ausland an Bedeutung gewinnen, verliert das Kulturradio hierzulande an Reichweite.

Susanne Wille muss Rotstift ansetzen

Andere SRF-Spartenprogramme stehen weniger unter Druck. Informationssender wie SRF News gelten weiterhin als unverzichtbar, während Jugendangebote vor allem wegen ihrer Rolle im digitalen Bereich relevant bleiben.

srfAuch Ex-SRF-Kulturchefin Nathalie Wappler ist für den Rückgang der Nutzungsstunden bei Radio SRF 2 Kultur verantwortlich. – keystone

Die SRG selbst räumt die Schwierigkeiten gegenüber der Zeitung ein. Man arbeite daran, das Angebot stärker an die heutigen Nutzungsgewohnheiten anzupassen.

Kulturinhalte würden zunehmend auch online verbreitet. Ein Entscheid über die Zukunft des Senders sei jedoch noch nicht gefallen.

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Klar ist aber: Der Spardruck wächst. Sinkende Einnahmen zwingen die SRG zu einschneidenden Massnahmen.

In den kommenden Jahren sollen hunderte Stellen gestrichen werden. Erste Kündigungen stehen bereits an, weitere dürften folgen.