»Ich schreibe nie mit der Absicht, Monster zu erschaffen. Ich verstehe Monster eher als mythische Wesen«, sagt der britische Serienerfinder und Schauspieler Richard Gadd Mitte April aus einem Zoom-Fenster heraus. »Bei Monstern muss ich immer an so etwas wie Dinosaurier mit Schamhaaren denken. Aber in meinen Serien sehe ich nur zutiefst gebrochene Menschen, die sich monströs verhalten, ohne selbst Monster zu sein.« Gadd sitzt leicht nach vorne gebeugt, er spricht ernsthaft, aber wenn er mal grinst, nimmt das Grinsen sein ganzes Gesicht unter dem Basecap ein, von Ohrläppchen zu Ohrläppchen. Es ist ein Grinsen, auf das der Teufel neidisch wäre – wenn es ihn gäbe. Aber in Richard Gadds cinematischem Universum gibt es vermutlich keinen Teufel.