“Der Rettungsversuch für den Ostsee-Wal im Livestream” kam im April in der ARD-Mediathek auf 5,955 Millionen Views. Der Stream übertraf damit auch die bisherigen Rekorde der AGF-Messung, die im vergangenen November die erste neue Folge der Prime-Video-Serie “Maxton Hall” mit 4,642 Millionen Views aufgestellt hatte. Unklar ist, wie lang der Wal-Livestream dauerte. Klar ist: Die Zahl der Views ist hier eine besonders weiche Währung, denn bei solchen Livestreams, die ein Ereignis über Stunden oder Tage begleiten, ohne dass ständig etwas Spannendes passiert, können wenige Zuschauende für viele Views sorgen, indem sie immer mal ein- und ausschalten.
Apropos Livestream: Im Gegensatz zu DAZN sind die Champions-League-Übertragungen von Prime Video leider nicht Teil der AGF-Ausweisung. Ansonsten wäre es für Wal “Timmy» wohl knapp geworden. So meldete Amazon für den Halbfinal-Hinspiel-Hit zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern “über 5 Millionen Haushalte”, die die Übertragung geschaut hätten. Da das Unternehmen nicht mitteilte, ob es sich dabei um AGF-kompatible Views oder um eine Nettoreichweite oder andere Messungen handelt, ist nicht klar, wie weit nach oben die Übertragung damit in den Streaming-Charts gekommen wäre. Für Platz 2 hätte es sicher gereicht.
Auch so eroberte Prime Video den zweiten Platz in den Monats-Charts: Der neue Thriller “Crime 101” kam im April auf 3,654 Millionen Views. Die UEFA Champions League ist ohne Prime-Zahlen nur via DAZN vertreten: 3,113 Millionen Abrufe für den Stream des Viertelfinal-Rückspiels zwischen dem FC Bayern und Real Madrid – ein neuer Rekord für den Sport-Streamer seit Start der AGF-Views-Ausweisungen im März 2025. Im Mai dürfte es für DAZN noch bessere Zahlen geben, das Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain läuft am Mittwoch exklusiv bei DAZN.
Auf den weiteren Plätzen folgen im April-Ranking die Fußball-Bundesliga-Partie des FC Bayern gegen dem VfB Stuttgart, die ebenfalls bei DAZN lief, die erste Folge der fünften Staffel der Prime-Video-Superhelden-Serie “The Boys” sowie der Auftakt des “Tatort”-Zweiteilers “Unvergänglich”. Die privaten TV-Sender schafften es nicht in die Top Ten, am besten lief es hier für RTL Zwei und den “Kampf der Realitystars”, der es immerhin auf die Ränge 14, 22, 23, 25 und 27 schaffte. RTL verpasste die Top 25 auf dem 26. Rang mit einer Folge “Temptation Island”, stärkstes Programm vom ProSiebenSat.1-Dienst Joyn war eine Episode von “Germany’s next Topmodel», die mit 1,009 Millionen knapp über die Mio.-Marke sprang.
Zur Methodik der AGF-Streaming-Messungen: In die Wertung von Census+ kommen alle Einzeltitel der Anbieter-eigenen Plattformen, also Streamingdienste, Mediatheken und Sender-Websites. Nicht in die Wertung gelangen nach wie vor YouTube, Facebook, Instagram, TikTok & Co. Ebenfalls nicht in die Wertung kommen Livestreams des jeweiligen linearen TV-Programms eines Senders. Die gemessenen Views enthalten ausschließlich die Nutzung in Deutschland und keine aus dem Ausland. Teilnehmer von Census+ sind derzeit der RTL-Konzern, ProSiebenSat.1, ARD und ZDF, RTL Zwei, Sky, DAZN, Axel Springer mit Welt, Sport1 und Amazon mit seinem Streamingdienst Prime Video.
Bisher wurden für gestreamte Einzelsendungen der AGF-Partner Nettoreichweiten ermittelt. Vorteil: Sie zeigen, wie viele Menschen mindestens einen Teil eines Programms gesehen haben. Nachteil: Für die Hochrechnung der Daten ging einige Zeit ins Land. Um schneller informieren zu können, hat die AGF Census+ eingeführt. Da hier nur Views statt Zuschauerzahlen ausgewiesen werden, also nur eine reine technische Messung nötig ist, können die Daten schneller ermittelt und veröffentlicht werden. Ein View sagt auf der anderen Seite natürlich weniger aus als die Nettoreichweite.
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