Die Übernahme der Gasanalyse- und Gasmesstechnik des Sensorherstellers Sick hat bei E+H für gutes Wachstum gesorgt. Der Schweizer Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik hat weltweit neue Stellen geschaffen und in Rekordhöhe investiert, wie das Unternehmen im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz dieser Tage darlegte.

Hohe Unsicherheit

Schneller Wandel und hohe Unsicherheit prägten das geschäftliche Umfeld im vergangenen Jahr. „Wir haben 2025 alles getan, um kurzfristige Herausforderungen zu meistern und langfristigen Erfolg zu ermöglichen“, sagte Chief Executive Officer Peter Selders vor zahlreichen Medienvertretern in Basel. Am Ende habe sich das Familienunternehmen behaupten können. „Wir sind hinter unseren Zielen geblieben, haben aber unter den gegebenen Umständen das Beste für Endress+Hauser erreicht“, verwies der Chef auf negative Einflüsse der Währungsumrechnung.

Diese hätten das Baselbieter Familienunternehmen rund 3,3 Prozentpunkte Umsatzwachstum gekostet. Zu spüren bekam Endress+Hauser zudem die Investitionszurückhaltung der chemischen Industrie, wie weiter zu erfahren war. In Zahlen ausgedrückt: Der Gewinn belief sich noch auf rund 321 Millionen Euro und lag damit um rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. „Die Stärke von Euro und Schweizer Franken hat unser Ergebnis belastet“, sagte Finanzchef Luc Schultheiss. Daneben schlagen sich dort die Kosten der Übernahme der Gasanalyse- und Gasmesstechnik nieder.

KI sorgt für Impulse

Für Impulse habe dagegen der Boom der Künstlichen Intelligenz gesorgt: Kühlsysteme und Energieversorgung der neuen Rechenzentren benötigten viel Messtechnik.

Umsatzstärkster Markt sind weiterhin die USA. Trotz der US-Zölle entwickelte sich das Geschäft dort dynamisch, wie das Unternehmen bekanntgab. Insgesamt wuchs der Umsatz in Nord- und Südamerika um rund zehn Prozent. In Europa stiegen die Verkäufe um 11,6 Prozent. In Deutschland – dem drittgrößten Markt – gingen die Erlöse indes zurück, ebenso in der Schweiz. Afrika und der Nahe Osten wuchsen um 7,4 Prozent.

In der Region Asien/Pazifik verzeichnete E+H ein Minus von 1,4 Prozent, vor allem aufgrund der Schwäche Chinas, des zweitgrößten Marktes, wie aus der Bilanz des Unternehmens hervor, das in der gesamten Firmengruppe Ende 2025 rund 18.300 Mitarbeiter zählte.

Weiteres Wachstum als Ziel

E+H will auf Wachstumskurs bleiben und dieses Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen sowie 250 neue Stellen schaffen. Der Krieg in Nahost erhöhe jedoch die wirtschaftliche Unsicherheit, sagte Selders: „Wir werden uns auf das fokussieren, was uns auch in der Vergangenheit stark gemacht hat: nahe an Markt und Kunden bleiben, zuverlässig und in hoher Qualität liefern, unser Netzwerk und Portfolio ausbauen, neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Unser Ziel bleibt Wachstum.“

Um zukunftsfähig zu bleiben, investierte das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge rund 370 Millionen Euro in neue Gebäude, Anlagen, IT und Software. Die Gruppe eröffnete Neubauten an den deutschen Fertigungs- und Entwicklungsstandorten in Waldheim und Nesselwang. Insgesamt addieren sich die Investitionen der vergangenen fünf Jahre auf 1,4 Milliarden Euro, wie weiter zu erfahren war.

„Unsere gesunde finanzielle Lage ermöglicht es uns, diese Summen aus selbst erarbeiteten Mitteln aufzubringen“, sagte Schultheiss. Das Unternehmen brachte im vergangenen Jahr 41 Produkte neu auf den Markt. „Innovation ist ein Motor unseres Wachstums“, erklärte Selders. 294 Erstanmeldungen bei Patentämtern in aller Welt untermauerten diesen Anspruch. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung summierten sich auf 281 Millionen Euro, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.