Die Krebsliga zeichnet Michal Bassani-Sternberg und Camilla Jandus mit dem diesjährigen Robert Wenner-Preis aus: Denn die beiden jungen Wissenschaftlerinnen leisteten wegweisende Arbeit im Feld der Krebsimmuntherapie.

Konkret wird Michal Bassani-Sternberg ausgezeichnet, weil es ihr gelungen ist, einen innovativen Ansatz in der personalisierten Krebsimmuntherapie rasch von der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu überführen. Mit genomischen und immunologischen Methoden sowie künstlicher Intelligenz entwickelt ihr Team innert weniger Wochen massgeschneiderte Krebsimpfstoffe für einzelne Patientinnen und Patienten. Erste klinische Studien lieferten vielversprechende Resultate bei verschiedenen Krebsarten, so die Krebsliga: «Besonders bemerkenswert ist, dass ihre Forschung auch Menschen mit seltenen oder fortgeschrittenen Tumorerkrankungen neue Therapieoptionen eröffnet.»

Michal Bassani-Sternberg forscht und arbeitet derzeit an der Universität Lausanne respektive am CHUV.

Camilla Jandus erhält den Robert Wenner-Preis für ihre patientennahe Forschung zur Immunantwort bei Krebs. Sie forscht zur Frage, wie Immunzellen Tumore erkennen und nachhaltig bekämpfen können. Ihre Erkenntnisse zur Rolle von sogenannten Helferzellen hätten das Verständnis wirksamer Immunreaktionen gegen Krebs entscheidend erweitert, so die Jury. Camilla Jandus’ Forschung habe bereits zu patentierten Innovationen geführt, neue zellbasierte Therapieansätze stehen kurz vor der klinischen Erprobung.

Camilla Jandus forscht an der Universität Genf. Sie verbinde wissenschaftliche Expertise mit einem konsequenten Fokus auf die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen, so die Würdigung weiter.

Auch Patientensicht gefragt

Die Preisträgerinnen erhalten je 50 000 Franken für ihre laufenden Forschungsprojekte. Der Robert Wenner-Preis fördert herausragende junge Forschende in der Krebsforschung. Er wurde dank eines Legats des Basler Gynäkologen Robert Wenner 1983 ins Leben gerufen. Die Krebsliga Schweiz zeichnet damit jährlich oder alle zwei Jahre junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Zuletzt ging der Preis 2023 an Nicola Aceto von der ETH Zürich für seine Forschung zur Krebsmetastasierung.

Die diesjährige Vergabe erfolgte erstmals nach einem zweistufigen Verfahren. Zunächst nominierte die Wissenschaftliche Kommission der Krebsliga Schweiz herausragende Kandidatinnen und Kandidaten. Anschliessend beurteilten 13 Krebsbetroffene und Angehörige der Peer-Plattform der Krebsliga die Finalistinnen und Finalisten.