In einem Interview mit DC.com blickt der Regisseur nach 20 Jahren auf seinen Film zurück. Auch wenn der Film eine Fantasie einer Zukunft zeigt, war es nie geplant vorherzusehen, was nach gewissen Wahrscheinlichkeiten Jahrzehnte später passieren würde.
McTeigue adaptierte eine Comic-Vorlage, die mit Mustern der echten Welt ausgeschmückt wurden, um realistischer zu wirken. Doch das Grundprinzip bestand schon in Alan Moores Comic aus 1980. Besonders die Charaktere selbst passte er an, um besser in die frühen 2000er zu passen: «Die Figur Lewis Prothero, die Stimme Londons, modellierte ich nach dem rechtskonservativen Radiomoderator Rush Limbaugh. Ein sehr verrückter, Kontra-gebender Radiomoderator, dieser bombastische Dummkopf.» Der Diktator Sutler sollte die bekanntesten Diktatoren der Weltgeschichte in sich vereinen und zu einer Art Karikatur werden. Zu diesem Zeitpunkt fand McTeigue es noch unverständlich, wie Menschen einer Figur, wie Hitler nachlaufen konnten.
McTeigue dachte, er hätte die Figuren stark überzeichnet. Nun muss er rückblickend feststellen, dass die Realität viel näher an seine Fantasie kommt, als er sich ausmalen konnte. Gerade Figuren, wie «Die Stimme von London» zeigten, welchen Einfluss die Medien noch haben könnten. Heute ist ein direkterer Einfluss über Radiofrequenzen hinaus keine Seltenheit. Politische Influencer und Podcast-Hosts sind mittlerweile ein fester Bestandteil von Wahlen, der vor allem von polarisierenden Ecken der Politik genutzt wird und große Reichweite erzielt. 2006 war an die Meinungsmacht von Influencern im heutigen Sinne noch nicht zu denken.
Aktuell soll HBO-Max an einer Serienadaption zum Film arbeiten. Spannend bleibt wie DC-Produzenten James Gunn und Peter Safran, das Material für die heutige Zeit neu deuten werden.